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"Stunden bis wenige Tage" Corona-Warn-App bald in EU-App-Stores

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In den kommenden Tagen wird die Corona-Warn-App auch in den App-Stores einiger EU-Länder zu finden sein, weitere sollen folgen.

(Foto: Screenshot)

Ausländer, die sich in Deutschland aufhalten, können die Corona-Warn-App nicht installieren, wenn ihr Smartphone an einen ausländischen App-Store gebunden ist. Das soll sich schnell ändern. Das RKI verspricht Freigaben für erste EU-Länder schon in "einigen Stunden oder wenigen Tagen".

Viele Ausländer, die Deutschland besuchen oder sich auch dauerhaft hier aufhalten, würden die Corona-Warn-App gerne nutzen, können es aber nicht. Das liegt daran, dass ihr Google- oder Apple-Konto mit den App-Stores ihres Heimatlandes verknüpft ist und die Anwendung des Robert-Koch-Instituts (RKI) dort nicht zur Verfügung steht. iPhone- und Android-Nutzer haben zwar die Möglichkeit, mit ihrem Konto umzuziehen. Das ist jedoch erstens ziemlich mühsam. Zweitens stehen sie dann umgekehrt vor dem Problem, dass ihnen viele Anwendungen beziehungsweise App-Varianten verwehrt bleiben, die es nur im Store ihres Heimatlandes gibt. Die Situation ist ärgerlich und viele Betroffene fragen sich, warum das RKI die Corona-Warn-App nicht einfach auch in den App-Stores anderer Länder veröffentlicht.

Tatsächlich ist das gar nicht so einfach. Nach eingehender Prüfung der Situation habe man festgestellt, dass eine Veröffentlichung der Corona-Warn-App in App-Stores außerhalb von Deutschland im Moment aus rechtlichen Gründen nur nach einer Einzelfallprüfung möglich sei, schreibt das RKI. Rechtliche Beratungen hätten ergeben, dass bei einer Veröffentlichung in internationalen App-Stores das Recht des entsprechenden Landes zu berücksichtigen und auf die Corona-Warn-App anzuwenden sei. Dies gelte insbesondere für den Datenschutz, eventuell nötige Auskunftsansprüche dortiger Behörden sowie weitere Vertrags- und Verbraucherschutzregularien.

Ein Nachbarland ist später dran

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Das RKI will sich damit aber beeilen. Zunächst soll die Corona-Warn-App in einigen EU-Ländern freigeschaltet werden. Dabei handelt es sich um die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Tschechien, Polen, Dänemark, Rumänien und Bulgarien. Bis zur Verfügbarkeit der App für die einzelnen Länder könnten noch einige Stunden bis wenige Tage vergehen, schreibt das RKI. "Wir bitten hier um etwas Geduld."

Warum das Nachbarland Schweiz nicht zu den ersten Ländern gehört, in deren App-Store die Anwendung einzieht, ist nicht klar, die Pressestelle des RKI konnte diese Frage nicht beantworten. Ebenso ist nicht bekannt, welche Länder konkret folgen sollen oder nach welchen Kriterien sie ausgesucht werden. "Das Robert Koch-Institut bittet um Verständnis, dass es während des laufenden Überprüfungsprozesses zu konkreten Ländern und dem Status ihrer Freigabe keine Auskunft erteilen kann", heißt es dazu nur.

Quelle: ntv.de, kwe