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STIKO hat keine Bedenken Corona- und Grippe-Impfung gleichzeitig möglich

Ein Mann wird geimpft. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Die Influenza-Impfung darf keineswegs vergessen werden, sagt der Hausärzteverband.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild)

In vielen Bundesländern beginnen die Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus. Gleichzeitig kommt mit der kalten Jahreszeit die Grippe-Saison. Kann man sich gegen beides gleichzeitig impfen lassen? Die STIKO positioniert sich dazu eindeutig und auch die Hausärzte rufen zur Grippe-Impfung auf.

Gleichzeitige Impfungen gegen die Grippe und Corona sind laut Einschätzung des Chefs der Ständigen Impfkommission (STIKO) unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke, sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens "MDR Aktuell". Nach allen vorliegenden Daten "scheint das kein großes Problem zu sein". "Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig."

Mertens warb dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen. Wenn es in diesem Jahr weniger Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wie Maskenpflicht und Abstandhalten gebe, seien die Menschen besonders gefährdet. "Insofern ist eine Grippeimpfung sinnvoll für diese erwähnten Risikogruppen."

Der STIKO-Chef reagierte auch auf Befürchtungen, dass der Grippe-Impfstoff in diesem Jahr einen geringeren Schutz bieten könnte, weil sich in der vergangenen Saison weniger Menschen mit Grippe ansteckten und Daten fehlen könnten. Diese Angst halte er für unbegründet, sagte Mertens. Auf der ganzen Welt untersuchten Laboratorien das gesamte Jahr Influenza-Viren. Das sei die Grundlage für die Zusammensetzung der Impfstoffe.

Die STIKO empfiehlt eine Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, für Schwangere, Vorerkrankte und für medizinisches Personal. Für gesunde unter 60-Jährige und Kinder gibt es keine explizite Empfehlung - die STIKO rät aber auch nicht davon ab. "Eine Influenza-Erkrankung bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren verläuft in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen", heißt es zur Erklärung auf der Webseite des Robert Koch-Institut (RKI).

Sollte es trotzdem Bedarf nach einer Grippeimpfung geben, "sollte geklärt werden, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt". Geimpft werden soll dem RKI zufolge möglichst ab Oktober bis Mitte Dezember. Doch auch eine spätere Immunisierung kann noch sinnvoll sein. Die jährliche Influenzawelle beginne in Deutschland meist nach der Jahreswende, so das RKI.

Hausärzte: Influenza-Impfung darf nicht vergessen werden

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hatte zuvor mehr öffentliche Unterstützung für Grippe-Impfungen gefordert. "Das Wichtigste für den zweiten Corona-Herbst wird sein, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, und das nicht nur gegen das Coronavirus, sondern auch gegen die Grippe", sagte er der "Rheinischen Post".

Die Influenza-Impfung dürfe keineswegs vergessen werden, auch sie trage entscheidend zum Schutz der Bevölkerung wie auch zur Entlastung des Gesundheitswesens bei. "Es muss daher alles daran gesetzt werden, dass auch hier den Praxen logistisch wie organisatorisch keine Steine in den Weg gelegt werden." Es sei wünschenswert, dass die Corona- wie die Influenza-Impfung möglichst zeitgleich verabreicht werden könnten, sagte der Hausärzte-Chef. "Auf regionale Lieferengpässe, wie sie in der Vergangenheit oft der Fall waren, können wir zudem gut und gerne verzichten", so Weigeldt.

Daneben kritisierte er den eingeschränkten Blick auf Corona-Warnwerte. "Mich überrascht der noch immer anhaltende Fokus auf täglich aktualisierte Inzidenz- oder Hospitalisierungs-Zahlen. Kaum eine Arztpraxis würde Entscheidungen je nach Impfquote oder Inzidenzwert jeden Tag neu austarieren - auch, weil diese leider weiterhin sehr ungenau sind und wenig über die individuelle Situation vor Ort aussagen."

Quelle: ntv.de, hek/dpa/AFP

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