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Große Studie prüft Gesundheit Deutsche sind kränker

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Die Deutschen bewegen sich mehr, so ein Ergebnis der Studie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer Sport treibt, beugt vielen Krankheiten vor - so lautet eine einfache Weisheit. Viele Deutsche haben das laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts schon begriffen. Dennoch steigt die Zahl derer, die an Diabetes oder Fettleibigkeit leiden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in einer großen Studie den Gesundheitszustand der Deutschen untersucht und kommt dabei zu einem zweischneidigen Ergebnis. So nimmt offenbar das Bewusstsein darüber zu, mit Sport vorzubeugen. Dennoch leiden immer mehr Menschen an Volkskrankheiten wie Diabetes und Adipositas.

Die Zahl der Diabetiker ist seit der letzten vergleichbaren RKI-Studie aus dem Jahr 1998 drastisch gestiegen. Aktuell sind 7,2 Prozent der Menschen in Deutschland zwischen 18 und 79 Jahren zuckerkrank. Binnen zehn Jahren stieg die Zahl der Erwachsenen, bei denen Diabetes diagnostiziert wurde, damit um 38 Prozent. Allerdings ist ein Drittel des Anstiegs auf die höhere Zahl älterer Menschen zurückzuführen, die generell ein erhöhtes Diabetesrisiko haben.

Ein Risikofaktor für Diabetes ist auch Übergewicht. Die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland hat sich laut Studie in den vergangenen Jahren "auf hohem Niveau eingependelt", während hingegen der Anteil der stark übergewichtigen Menschen erheblich zugenommen hat. So gelten 53 Prozent der Frauen und rund 67 Prozent der Männer als übergewichtig.

Ein Viertel ist krankhaft zu dick

Unter Fettleibigkeit (Adipositas) leiden indes fast ein Viertel der Frauen (23,9 Prozent) und Männer (23,3 Prozent). Vor allem junge Männer sind heute häufiger stark übergewichtig als noch vor zehn Jahren - bei den 30- bis 39-Jährigen betrifft dies bereits mehr als jeden Fünften (22 Prozent). Starkes Übergewicht ist nicht nur ein Risikofaktor für Zuckerkrankheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch für bestimmte Krebsarten.

Als positives Ergebnis wertet die RKI-Studie den Trend zu mehr sportlicher Aktivität. Ein Viertel der Erwachsenen treibt regelmäßig mindestens zwei Stunden pro Woche Sport. In der Vergleichsstudie von 1998 waren dies noch deutlich weniger.

Deutsche fühlen sich mehrheitlich gesund

Insgesamt fühlt sich die Mehrzahl der Deutschen laut Studie gesund. Insgesamt schätzen 76,6 Prozent aller Männer und 72,9 Prozent der Frauen ihre Gesundheit selbst als gut oder sehr gut ein. Selbst bei den über 70-Jährigen bewertet über die Hälfte der Befragten den eigenen Gesundheitszustand immer noch positiv. Menschen mit niedrigem Sozialstatus schätzen ihren allgemeinen Gesundheitszustand allerdings schlechter ein und sind auch häufiger zum Beispiel an Diabetes erkrankt als Menschen mit höherem Status.

Bei der RKI-Studie zur Gesundheit Erwachsener handelt es sich um eine der umfassendsten Untersuchungen in diesem Bereich in Deutschland. Insgesamt beteiligten sich rund 8000 Menschen zwischen 2008 und 2011 an den Erhebungen. Die Studie umfasst neben Befragungen auch körperliche Untersuchungen, Tests und Labortests. Schwerpunkte waren neben der körperlichen und psychischen Gesundheit auch das Gesundheitsverhalten und die soziale Lage der Erwachsenen in Deutschland.

Quelle: n-tv.de, jgr/AFP

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