Panorama

Besonders in drei Bundesländern Diese Kreise betrifft die 15-Kilometer-Regel

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In Bayern hat aktuell die kreisfreie Stadt Coburg die höchste 7-Tage-Inzidenz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Lockdown in Deutschland wird nicht nur verlängert, sondern auch verschärft. Bund und Länder beschließen unter anderem, die Bewegungsfreiheit in Hotspots einzuschränken. Aktuell sind von der Regelung Dutzende Kreise betroffen, fast alle liegen im Süden und Osten des Landes.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs haben sich in ihren Beratungen zur Lockdown-Verlängerung auf Bewegungseinschränkungen in besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen geeinigt. Demnach dürfen sich bundesweit Einwohner von Kreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuansteckungen in den jeweils vergangenen sieben Tagen nur noch 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Davon sind aktuell deutschlandweit fast 70 Kreise (Stand 5. Januar) betroffen. Die Länder sollen Maßnahmen ergreifen, dies umzusetzen, erklärte Merkel im Anschluss an das Treffen.

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Die mit Abstand meisten Regionen über dem geplanten Grenzwert liegen in Bayern. Das RKI weist dort gegenwärtig für 24 Kreise eine 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 aus. Im ebenfalls stark betroffenen Sachsen (aktuell 12 Kreise über 200) galt die 15-Kilometer-Regel bereits. Hier durften sich die Bürger schon zuvor nur in diesem Radius von ihrem Wohnort entfernen, etwa um Sport zu treiben oder zum Einkauf. Auch für Thüringen hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow bereits unabhängig von den Bund-Länder-Plänen eine entsprechende Regelung vorgeschlagen. Dort liegen momentan 16 Kreise über dem kritischen Wert.

Weitere Kreise über dem Wert liegen nach heutigem Stand in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und NRW - alle weiteren Bundesländer sind gegenwärtig von dieser Regelung nicht betroffen. Merkel hatte am Vorabend noch vorgeschlagen, diese Regel bei einer Inzidenz von über 100 einzuführen, was aktuell für fast drei von vier deutschen Kreisen gelte würde. Dafür fand sich aber keine Mehrheit.

Hier gibt es alle betroffenen Orte in der ntv.de-Übersicht:

Andere europäische Staaten haben bereits Erfahrungen mit solchen Maßnahmen gesammelt. Allerdings waren und sind diese dort oft mit anderen Einschränkungen kombiniert worden - etwa einer nächtlichen Ausgangssperre - und teilweise auch deutlich strenger. So durften etwa die Menschen in Frankreich zeitweise nur mit triftigem Grund vor die Tür. Für Spaziergänge oder Sport galt eine Begrenzung von einer Stunde pro Tag in einem Radius von maximal einem Kilometer zur eigenen Wohnung. In Katalonien im Nordosten Spaniens war vergangene Woche angeordnet worden, dass die Menschen ihre eigene Gemeinde zehn Tage lang nur mit triftigem Grund verlassen dürfen, etwa um zur Arbeit zu fahren.

Quelle: ntv.de, mra/dpa