Panorama

Bis zu 40 GradDieser Extrem-Sommer bringt weitere Hitzewellen

06.08.2026, 15:48 Uhr
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Badespaß bei Sonnenschein am Riemer See. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Die Wetteraussichten für Deutschland haben weiterhin viel Sonne und hohe Temperaturen im Angebot. Nach den zahlreichen Hitzewellen und der langen Trockenheit ist das keine gute Prognose. Wie lange das noch so weitergeht, erklärt ntv-Meteorologe Paul Heger.

ntv.de: Viele freuen sich über die kühlere Luft, die sich gerade ausbreitet. Können wir alle mal ein bisschen durchatmen, auch am Wochenende?

Paul Heger: Es ist schon verrückt, dass man bei Werten zwischen 25 und gut 30 Grad von einer "Abkühlung" spricht, aber tatsächlich sind Tage um 30 Grad in diesem Sommer die kühleren, vor allem im Süden. Das Wichtigste ist wohl, dass die Luft wieder etwas trockener und nicht so schwül ist. Im Norden würden sich bei 20 bis knapp 25 Grad manche vielleicht über mehr Wärme freuen, aber am Samstag wird es auch dort wieder sommerlich warm, am Sonntag sogar heiß.

Das heißt, die nächste Hitzewelle steht schon in den Startlöchern?

Ja, tatsächlich wird es schon am Samstag im Südwesten örtlich in Richtung 35 Grad gehen können. Für viele ist der Tag aber noch okay, weil die Luft halbwegs trocken bleibt. Am Sonntag sind es dann in der Südwesthälfte schon wieder verbreitet um die 35 Grad, Spitzen vielleicht bei 36, 37 Grad. Dazu wird es schwüler und die Nächte bleiben oft tropisch warm. Das wird schon wieder sehr belastend und für manche auch gefährlich. Die neuen Zahlen des RKI zu Hitzetoten sind ja erschreckend.

Wann ist denn mit diesen ständig neu auflebenden Hitzewellen Schluss?

Tja, das wüsste ich auch gern. Der kommende Montag wird nochmal ähnlich heiß, am Dienstag kühlt es minimal ab und schon am Mittwoch schwappt die Hitze wieder zu uns. Am Donnerstag könnten im Südwesten sogar erneut 38, 39 Grad drin sein. Ein Wettermodell will sogar wieder mehrere Tage mit Spitzen um 40 Grad sehen. Das sind Berechnungen, die man kaum fassen kann nach all dem, was wir schon gemessen haben.

Schon wieder 40? Das ist doch ein Ausnahme-Sommer, den wir gerade erleben, oder?

Absolut. Derzeit ist der Sommer im Deutschlandschnitt so heiß wie der Rekordsommer von 2003. Und das, obwohl der Norden und Osten häufig etwas kühlere Luft hatten. Aber die ständig wiederkehrende Hitze von Südwesten ist absolut außergewöhnlich, genauso das Niveau der Hitze. Vor den 80er-Jahren gab es in Deutschland keine Temperaturen von 40 Grad, danach als extreme Ausnahme. Und in diesem Sommer? Jede zweite Hitzewelle rangiert in den Spitzen auf diesem Niveau.

Und einen neuen Allzeitrekord haben wir ja auch aufgestellt.

Genau, 41,8 Grad in Sachsen-Anhalt. Allein in dieser Hitzewelle hatten wir ja drei Tage mit 40 Grad am Stück. Vier sind es bisher im ganzen Sommer im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes. Im privaten Messnetz sind es noch mehr. Soll zeigen: Dieser Sommer ist schon lange historisch und steht ganz im Zeichen der Klimakrise.

Gegen Ende August enden die Hundstage, also die statistisch heißesten Tage des Jahres. Das könnte uns doch Hoffnung machen, oder?

Irgendwann wird es kühler werden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber wie oft wir dafür noch beten müssen, ist offen. Denn bisher gibt es wenig Anzeichen für eine dauerhafte Abkühlung, besonders nicht im Süden des Landes. Die Hitze und damit ja auch die Trockenheit haben sich in Süd- und Teilen Mitteleuropas festgebissen. Die experimentellen Langfristprognosen sehen bis in den September hinein zu warme und zu trockene Verhältnisse. Das ist sehr besorgniserregend hinsichtlich der Gesundheit vieler Bürgerinnen und Bürger, hinsichtlich der Waldbrandgefahr oder auch der Flusspegel.

Aber gibt es auch einen Hoffnungsschimmer?

Die Hoffnung sollte man nie aufgeben und wenn man sieht, dass hier und da in Europa die trockenen, sonnigen Hochs Risse bekommen und es auch am Mittelmeer jetzt ab und an regnet, wird das auch bei uns mal vorkommen - wie heftig das dann auch immer sein mag. Aber die ein oder andere kühlende Dusche wird auch dabei sein. Auch die Wahrscheinlichkeit von kühleren Winden aus Nordwesten steigt in der zweiten Monatshälfte ganz langsam. Und: Mit jedem Tag schwindet jetzt das Sonnenlicht. Das mag manche traurig stimmen. Das heißt aber auch, dass zumindest die Nächte tendenziell in den nächsten Wochen wieder Chancen haben, mehr auszukühlen. Über etwas mehr und gesünderen Schlaf freuen wir uns doch alle.

Quelle: ntv.de

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