Panorama

Entschädigung für tote Kinder Dutroux' Ex-Frau bietet 20 Euro an

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Julie Lejeune und Melissa Russo gehörten zu den Opfern der Dutrouxs.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Michelle Martin ist für die ungeheuerlichen Taten ihres Mannes Marc Dutroux mitverantwortlich. Nun bietet sie den Eltern der von ihnen getöteten Kinder Entschädigungszahlungen an. Ihr eigenes Erbe bleibt dabei jedoch offenbar außen vor.

Die Ex-Frau und Komplizin des belgischen Kindermörders Marc Dutroux will die Opferfamilien mit 20 Euro monatlich entschädigen. Wie die Tageszeitung "Le Soir" unter Berufung auf den Anwalt von zwei Familien berichtete, hat die 53-Jährige diese Summe angeboten. Mehr als ein Jahr nach ihrer Freilassung mache sich Michelle Martin somit daran, eine der Auflagen für ihre Entlassung zu erfüllen.

Die geringe Summe kann laut Zeitung nur eine symbolische Geste sein: Michelle Martin, Marc Dutroux und ein Komplize waren von einem Gericht dazu verurteilt worden, den überlebenden Opfern 500.000 Euro und den Familien der verstorbenen Kinder bis zu 250.000 Euro zu zahlen. Dem Bericht zufolge läuft gegen Martin eine Klage wegen Betruges, sie soll Zahlungsunfähigkeit vorgetäuscht haben. Der Vorwurf laute, dass Martin das Erbe ihrer Mutter - eine Villa und Schmuck - ausgeschlagen und an ihre Kinder überschrieben habe, um keine Entschädigung zahlen zu müssen. Das Paar war bis 2003 verheiratet und hat drei gemeinsame Kinder.

Martin war 2004 als Mittäterin von Marc Dutroux zu dreißig Jahren Haft verurteilt worden. Dutroux entführte und vergewaltigte in den 1990er Jahren sechs Mädchen und junge Frauen. Vier von ihnen starben. Seine damalige Frau ließ zwei Mädchen im Kellerverlies jämmerlich verhungern, während Dutroux eine Haftstrafe verbüßte. Als Begründung dafür gab sie an, dass ihr Julie und Melissa "wie wilde Tiere" vorgekommen seien, "die mich angreifen würden". Die Kinder waren zuvor von ihr und Dutroux entführt und missbraucht worden.

Michelle Martin war im August 2012 nach sechzehn Jahren unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen worden. Ursprünglich war sie zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie lebt in einem Nonnenkloster im Örtchen Malonne. Dutroux selbst soll lebenslang hinter Gittern bleiben. Sie darf sich den Familien der Opfer nicht nähern und muss eine Psychotherapie machen.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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