Will Vater nie wiedersehenFabians Mutter wünscht sich lebenslange Haft für Gina H.

"Er hat Fabi ein zweites Mal sterben lassen": Die Mutter des getöteten Jungen erhebt schwere Vorwürfe gegen dessen Vater - weil er an die Unschuld der angeklagten Partnerin Gina H. glaubt. Für diese wünscht sie sich die volle Härte des Gesetzes.
Die Mutter des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow wünscht sich im Prozess gegen die Angeklagte Gina H. eine lebenslange Freiheitsstrafe. "Ich will, dass sie nie wieder in Freiheit lebt", sagte Dorina Lange dem "Stern". "Das bringt mir Fabian nicht wieder. Aber dann weiß ich wenigstens, dass sie so etwas nicht noch jemandem antun kann."
In dem Interview sprach Lange ausführlich über ihren Sohn. "Fabian war mein Sonnenschein. Ich war so stolz, Mutter zu sein", sagte sie. Ihr Sohn habe viel Empathie gehabt und "ein ganz, ganz großes Herz". Sie und ihr damaliger Partner hätten sich über die Schwangerschaft gefreut. Auch nach der Trennung sei der Vater immer liebevoll mit Fabian umgegangen.
Sie sei fassungslos, dass er sich nun auf die Seite der Angeklagten gestellt hatte und an deren Unschuld glaubt. "Er hat Fabi ein zweites Mal sterben lassen. So hat sich das angefühlt", sagte Lange. Der Vater von Fabian hatte eine Beziehung mit der Angeklagten Gina H., die er kurz vor der Tat beendete. Als mögliches Motiv für die Tötung des Jungen sehen die Ermittler die Idee, dass Gina H. glaubte, sie könnten die Beziehung wiederaufnehmen, wenn Fabian ihr nicht im Weg stehen würde. Vor Gericht sagte der Vater aus, dass er und Gina H. inzwischen wieder ein Paar sind und er glaubt, dass sie unschuldig ist. "Ich habe ihm nichts mehr zu sagen", sagte Fabians Mutter in dem Interview. "Ich will ihn auch nie wiedersehen."
"Es tut mir leid, dass ich ihn nicht beschützen konnte"
Lange betonte, sie habe Gina H. zunächst nicht verdächtigt. "Ich wollte diesen Gedanken lange nicht zulassen, weil ich ihr Fabian ja auch anvertraut hatte." Im Gericht falle es ihr schwer, die Schilderungen von Gina H. auszuhalten, die das Verhältnis zu Fabian als harmonisch und liebevoll beschrieb. Sie selbst habe ihrem Sohn einen Brief geschrieben, den sie ihm ins Grab mitgegeben habe. "Ich wollte ihm sagen, dass es mir leidtut. Es tut mir leid, dass ich ihn nicht beschützen konnte."
Fabian war am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) verschwunden. Vier Tage später wurde seine Leiche gefunden. Nach Angaben der Ermittler war der Junge erstochen und sein Leichnam anschließend angezündet worden.
Seit dem 28. April muss sich die 30-jährige Gina H. vor dem Landgericht Rostock verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian getötet zu haben. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.