Panorama

Keine Panik Farbenzauber durch Aschewolke

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(Foto: dpa)

Verdunkelt die Aschewolke am Wochenende den Himmel? Ist gar ein Ascheregen zu befürchten? n-tv Meteorologe Björn Alexander gibt Entwarnung und verspricht Frost und Sonne statt Asche und Regen.

n-tv.de: Wo liegt die Aschewolke derzeit und wohin wird sie sich verlagern?

Björn Alexander: Großräumig gesehen hat sich die Vulkanasche in der Atmosphäre auf einen Bereich vom Süden und Osten der britischen Inseln über den Norden Frankreichs, Benelux, den Norden und die Mitte Deutschlands über Teile Skandinaviens bis herüber nach Russland ausgebreitet. Für Deutschland heißt das: die Vordergrenze der Aschewolke hat sich jetzt bis etwa an die Mainlinie ausgedehnt. Später dürfte dann mit dem Wind aus nördlicher Richtung der Alpenrand erreicht werden.

Können wir diese Aschwolke denn auch am Himmel erkennen?

Zu Beginn der Ausbreitung, also in den ersten Stunden nach der Eruption, war die Aschewolke auf den Satellitenbildern noch ganz gut zu erkennen. Mit der Ausbreitung wurde die Wolke aber immer dünner, weil sie sich durch die Winde immer weiter ausgedehnt hat. Die Partikelkonzentration hat also deutlich abgenommen. Dadurch kann am wolkenarmen Himmel vielleicht mal ein Schleier oder eine Eintrübung erahnt werden. Besser sind die Chancen, wenn das Licht der Sonne einen langen Weg durch die Atmosphäre nimmt, also zum Sonnenauf- oder -untergang. Dann kann es ein intensiveres Farbspiel aus Gelb-, Rot- oder Purpurfarben geben.

Haben wir einen Ascheregen zu befürchten?

Björn Alexander n-tv Wetter

Björn Alexander

Nein, bislang ist kein Regen in unseren Wettermodellen in Sicht. Damit bleiben die Partikel in der Luft und werden von Wind weiter verfrachtet.

Und wie lange kann das anhalten?

Das kann ich leider nur schwer beurteilen. Grundsätzlich wird die Aschewolke mit der weiteren Verteilung immer dünner und ist mit den uns zur Verfügung stehenden Daten, wie Radar oder Satellit, nicht mehr auszumachen. Die Vorhersage beruht also dann auf Windprognosen und wird immer schwieriger.

Haben wir denn auch langfristige Folgen des Vulkanausbruches für unser Wetter zu befürchten? Stichwort: kalter Sommer?

Also, sollte es keine weiteren Ausbrüche mehr geben, dann würde ich sagen, dass es wenig bis gar keine langfristigen Auswirkungen auf unser Wetter gibt. Natürlich können Vulkenausbrüche aber grundsätzlich unser Klima beeinflussen. Nimmt man beispielsweise ein extremes Ereignis, nämlich den Ausbruch des Tambora auf Indonesien 1815, dann wird schnell klar, wie drastisch die Auswirkungen sein können. Der Tambora stieß seine Asche bis in die zweite Atmophärenschicht, die Stratosphäre, die in etwa bis 50 Kilometer hoch reicht. Vor der Eruption war der Vulkan über 4000 Meter hoch, heute sind es nur noch 2850 Meter. In den Folgejahren kühlte sich das Weltklima erst einmal deutlich ab. Im Jahr 1816 folgte beispielsweise das "Jahr ohne Sommer". Aber wie gesagt, das war eine ganz andere Dimensionen und das aktuelle Ereignis ist kaum damit zu vergleichen.

Die letzte Frage betrifft natürlich noch unser Wetter: Wie wird's denn am Wochenende? Haben wir Chancen auf farbenprächtige Sonnenunter- und -aufgänge?

Auf jeden Fall. Mal abgesehen vom Norden, wo sich immer wieder dichtere Wolken durchmogeln, erwartet uns ein oft sonniges Wochenende. Am Sonntag gibt's sogar verbreitet Frühlingswärme bei 15 bis 21 Grad. Nur bei Seewind bleibt es frischer. Die "Sonnenaufgangsbeobachter" unter uns sollten sich allerdings warm anziehen. Denn die kommenden Nächte bringen verbreitet Bodenfrostgefahr.

Wie wird das Wetter in meiner Region?

 

Quelle: n-tv.de

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