Airport Nürnberg stoppt BetriebFehlalarm von Passagierflugzeug sorgt für Eurofighter-Einsatz

Alarm am Flughafen Nürnberg: Ein Flugzeug aus Korfu sendet offenbar einen Notfallcode. Daraufhin steigen Kampfjets auf - inzwischen gibt die Polizei Entwarnung. Nur wenige Stunden zuvor sorgt ein Drohnenverdacht für einen weiteren Einsatz.
Der vermeintliche Notruf eines Passagierflugzeugs auf dem Weg nach Nürnberg hat Sicherheitskräfte in Alarm versetzt. Die aus Griechenland kommende Maschine hatte vor ihrer sicheren Landung auf dem bayerischen Flughafen den Notfallcode "7500" gesendet, der für einen Entführungsfall steht. Möglicherweise habe ein Defekt des Funkgeräts im Cockpit dazu geführt, sagte ein Polizeisprecher, denn nach dem Absenden des Codes sei der Pilot der Maschine, die von der griechischen Insel Korfu kam, per Funk nicht mehr erreichbar gewesen. Sicherheitshalber seien daraufhin diverse Alarmstarts ausgelöst worden. Eurofighter waren laut Flughafensprecher im Einsatz, um die Maschine zu begleiten. Polizisten rückten in einem Großaufgebot an den Flughafen aus.
Gegen Mittag war der Zielflughafen der Maschine in Nürnberg wegen des möglichen Luftnotfalls abgeriegelt worden. "Die Überprüfungen vor Ort haben ergeben, dass keine Gefahr besteht", teilte die Polizei später mit. Die Ermittlungen zur Ursache für den Alarm laufen.
"Wir hatten auf etwa Hälfte der Strecke gegen kurz nach 11.00 Uhr einen Code direkt aus dem Cockpit, der auf eine Geiselnahme schließen ließ", erläuterte der Polizeisprecher die Lage kurz vor Mittag. "Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen, eben dass es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handeln könnte."
Die Airline Corendon erklärte, während des Fluges im kroatischen Luftraum sei aufgrund einer kurzzeitigen Störung des Funkkommunikationssystems ein Notfallcode übermittelt worden. Die Situation sei umgehend überwacht, Untersuchungen eingeleitet und alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen worden. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Notsituation vorgelegen. Weder Passagiere noch Besatzung oder Flugzeug seien gefährdet gewesen, erklärte die Fluggesellschaft.
Gegen 12.10 Uhr sei der Flieger dann "sehr pünktlich" auf dem Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg gelandet. "Wir hatten in diesem Zeitraum, also innerhalb dieser Stunde, den Airport aus Sicherheitsgründen erstmal abgesperrt mit einem Großaufgebot von Polizeieinsatzkräften", sagte der Sprecher. Nach Kontaktaufnahme mit der Crew im gelandeten Flieger gab die Polizei aber schnell Entwarnung, allen Insassen des betroffenen Fliegers gehe es gut. Kurz nach 13.30 Uhr lief der reguläre Flugbetrieb am Airport wieder an, wie ein Flughafensprecher sagte.
Bereits am frühen Morgen war es nach Polizeiangaben zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs am Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg gekommen. Zwischen 2.00 Uhr und 4:00 Uhr meldeten demnach drei Piloten während des jeweiligen Lande- oder Startvorgangs unabhängig voneinander, ein Objekt gesehen zu haben, "bei dem es sich möglicherweise um eine Drohne gehandelt haben könnte". Die Grenzpolizei leitete Maßnahmen ein. Die Suche, bei der auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, brachte den Angaben zufolge aber keinen Erfolg.