Betrug bei Sozialleistungen?Großrazzia in Flüchtlingsunterkunft in Hamburg

In Hamburg kontrolliert die Polizei am Morgen mit einem Großaufgebot eine Flüchtlingsunterkunft. Sie unterstützt einen Einsatz der Agentur für Arbeit. Die Behörde geht dem Verdacht auf Betrug und vorgetäuschte Identitäten in mehr als hundert Fällen nach.
Die Hamburger Polizei hat eine große Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Winterhude wegen des Verdachts auf Kindergeldbetrug am frühen Morgen umstellt und Bewohner kontrolliert. Im Auftrag der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit wurden die Personalien überprüft, wie ein Sprecher der Bundesagentur sagte. "Gegenstand der Überprüfungen ist insbesondere der Verdacht von vorgetäuschten Identitäten und Staatsangehörigkeiten."
Kontrolliert wurde auch, ob die gemeldeten Personen tatsächlich dort leben, wie er weiter sagte. Das betreffe sowohl Eltern als auch Kinder. Insgesamt seien 150 Verdachtsfälle geprüft worden. Gegen 6.00 Uhr gab es eine Lagebesprechung und kurz danach startete der Einsatz im sogenannten Ukraine-Haus, wie es im Polizeilagezentrum hieß. Die Kontrollen dauerten weniger als zwei Stunden. Im Einsatz waren Beamtinnen und Beamte der Landespolizei und des Landeskriminalamts.
Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, bei der Razzia im sogenannten Ukraine-Haus gehe es um Betrug bei Sozialleistungen. Der NDR berichtet, es gehe um den Verdacht des Betrugs mit Kindergeld. Rund 200 Polizisten sollen im Einsatz gewesen sein. Hintergrund seien demnach mögliche Betrugsfälle organisierter Banden aus dem Ausland. Die Kriminellen beschafften sich die ukrainische Staatsbürgerschaft, um so Sozialleistungen in Deutschland zu kassieren.
Die Flüchtlingsunterkunft in Hamburg bietet Platz für 1500 Menschen und ist aktuell nicht voll belegt. Laut NDR gerät sie immer wieder wegen Polizeieinsätzen, Lärm und Hygienemangel in die Schlagzeilen.