Panorama

Durch Nase in den Körper gelangtHirnfressende Amöbe befällt Mann in US-Badesee

21.08.2026, 15:43 Uhr
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Beim Baden im Claiborne-See im US-Bundesstaat Louisiana ist der Mann mit dem Organismus in Kontakt gekommen. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Beim Schwimmen in einem Badesee infiziert sich ein Mann aus den USA mit einem gefährlichen Parasiten. Laut Experten liegt die Sterblichkeitsrate bei einem Befall bei fast 100 Prozent. Auch in Europa wurden bereits erste Fälle der hirnfressenden Amöben gemeldet.

Umgeben von Bäumen, lädt der idyllische Clairborne-See im US-Bundesstaat Louisiana zum Fischen und Baden ein. Nun aber hat das Gesundheitsministerium von Louisiana eine Warnung herausgegeben, nachdem es dort zu einer lebensbedrohlichen Infektion gekommen ist.

Wie das US-amerikanische "People"-Magazin berichtet, wurde ein Mann von dem Parasiten Naegleria fowleri befallen, als er im Lake Clairborne schwimmen war. Der einzellige Organismus ist auch als "hirnfressende Amöbe" bekannt und kann bei Menschen eine zwar seltene, aber fast immer tödliche Hirnhautentzündung verursachen. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC liegt die Sterblichkeitsrate bei 95 bis 99 Prozent.

Die Symptome einer Infektion treten laut CDC in der Regel ein bis neun Tage nach dem Kontakt auf. Viele Betroffene sterben innerhalb von 18 Tagen nach dem ersten Auftreten von Symptomen. Dazu gehören im ersten Stadium starke Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie im zweiten Stadium ein steifer Nacken, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen und Koma.

Die durch die Amöbe verursachte Infektion ist aufgrund des raschen Krankheitsverlaufs nur schwer zu diagnostizieren. Oft erfolgt die Diagnose erst nach dem Tod.

Gelangt über Nase ins Hirn

Naegleria fowleri lebt in warmem Süßwasser, etwa in Seen, Flüssen und heißen Quellen, und bevorzugt Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad Celsius. Gelangt kontaminiertes Wasser beim Schwimmen durch die Nase in den Körper, kann der Parasit entlang der Riechnerven ins Gehirn gelangen und dort das Gewebe zerstören.

"Die Infektion ist verheerend", schreibt die Mikrobiologin Manal Mohammed von der University of Westminster in einem Beitrag für "The Conversation". Das Trinken von befallenem Wasser sei allerdings ungefährlich. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei auszuschließen. Nur das Eindringen von Wasser in die Nase sei gefährlich, etwa beim Tauchen oder bei Nasenspülungen mit ungekochtem, belastetem Leitungswasser.

Klimawandel erhöht Risiko

Der Organismus kommt zwar vor allem in tropischen und subtropischen Gegenden vor. Doch durch den Klimawandel, längere Hitzeperioden und intensivere Nutzung von Badegewässern könne sich sein potenzieller Lebensraum vergrößern, so Mohammed.

In Europa wurden bereits einzelne Fälle gemeldet. 2018 überlebte ein zehnjähriges Mädchen aus Spanien eine Infektion, was in Anbetracht der hohen Sterblichkeit eine Ausnahme darstellt. Auch aus Italien und Belgien sind Infektionen bekannt - aus Deutschland hingegen bislang nicht, wie das Robert-Koch-Institut meldet. Über den Zustand des infizierten Mannes aus Louisiana gibt es keine aktuellen Informationen.

Für die meisten Menschen bleibt das Risiko gering. Eine gute Wasserhygiene und regelmäßiges Reinigen und Chloren von Swimmingpools sind entscheidend. Und beim Baden in warmen Seen oder Flüssen: Entweder den Kopf nicht unter Wasser tauchen oder eine Nasenklammer aufsetzen.

Quelle: ntv.de, apr

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