Panorama

Vermisst, totgeglaubt, abgezockt "Kanu-Mann" gesteht Betrug

Ein jahrelang totgeglaubter Brite hat jetzt vor Gericht Versicherungsbetrug eingestanden. Durch die Vortäuschung seines Todes habe er sich größere Geldmengen ergaunert, räumte der 57-jährige John Darwin bei der Eröffnung seines Prozesses ein. Seine zwei Jahre jüngere Ehefrau, die als Komplizin angeklagt ist, wies alle Vorwürfe zurück. Ihr Prozess wurde daraufhin von dem Verfahren ihres Mannes abgetrennt.

Darwin war im März 2002 unweit seiner Heimatstadt Hartlepool scheinbar während einer Kanufahrt auf der Nordsee ertrunken. Das Boot war am Strand angespült worden, während von dem Hobby-Kanusportler jede Spur fehlte. Am 1. Dezember des vergangenen Jahres tauchte er dann überraschend bei einer englischen Polizeistation auf und gab an, sich an nichts erinnern zu können.

Die Ermittler fanden rasch heraus, dass Darwin und seine Frau versucht hatten, sich von der Versicherungssumme ein angenehmes Leben in Panama zu machen. Das Paar war durch das Auftauchen eines Fotos aufgeflogen, auf dem es bei der Wohnungssuche in Panama mit einem Makler zu sehen war. Bei seiner Vernehmung gab Darwin als Grund für sein Erscheinen bei der Polizei an, er habe Heimweh gehabt - auch nach seinen beiden Söhnen - und versucht, sich wieder eine legale Existenz in Großbritannien zu verschaffen.

Bei der Prozesseröffnung in der englischen Stadt Leeds bekannte sich Darwin in sieben Anklagepunkten für schuldig, darunter der Verwendung eines gefälschten Passes. Er räumte finanzielle Betrügereien im Umfang von insgesamt 250.000 Pfund (328.000 Euro) ein. Bei neun weiteren Anklagepunkten wies er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.

Darwins Frau Anne (55) war zwar nach England zurückgekehrt und hatte sich der Polizei gestellt, nachdem ihr Aufenthaltsort in Panama durch die Fotoveröffentlichung bekannt geworden war. Jedoch bestritt sie nun, an dem eigentlichen Betrug beteiligt gewesen zu sein. Nach Überzeugung der Ermittler hat sie jedoch ihren Mann jahrelang im Haus der Familie in Hartlepool versteckt und zugleich daran mitgewirkt, dass er für tot erklärt wurde.

Zudem soll die Frau am Verkauf des Hauses und der Flucht nach Panama aktiv beteiligt gewesen sein. Sie hat laut Anklage auch geholfen, nicht nur Behörden, sondern sogar die beiden Söhne des Paares hinters Licht geführt werden. Der Prozess gegen Anne Darwin soll im Juli fortgesetzt werden.

Quelle: ntv.de

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