Panorama

14 Verdächtige werden überprüft Kinderporno-Razzia in vier Bundesländern

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Die Verdächtigen sollen unter anderem kinderpornografische Fotos und Filme miteinander geteilt haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie agieren mit Decknamen, anonymen Mails oder verschlüsselten IP-Adressen. Konsumenten von Kinderpornografie wissen, dass sie sich strafbar machen, und verstecken ihre Aktionen und Daten meist gründlich. Die Polizei geht nun mit einer großangelegten Razzia gegen Verdächtige vor.

In vier Bundesländern ist es zu Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie gekommen. Insgesamt wurden 15 Wohnungen in Berlin, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein durchsucht. Zahlreiche Datenträger wie Computer und Telefone wurden beschlagnahmt, außerdem Drogen, eine Waffe und ein Messer.

14 Verdächtige im Alter von 30 bis 47 Jahren sollen kinderpornografische Fotos und Filme sowie Erfahrungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern ausgetauscht haben. Einige sollen auch kinderpornografische Filme im Rahmen sogenannter Sexpartys vorgeführt oder angesehen und dabei Drogen konsumiert haben.

47-Jähriger führt Ermittler zu weiteren Verdächtigen

Bereits im April und November 2019 hatte die Berliner Polizei Räume eines 47-jährigen Mannes, der Kinderpornografie besessen und verbreitet haben soll, durchsucht. Bei der Auswertung der Daten auf beschlagnahmten Computern oder Telefonen stießen die Experten vom Landeskriminalamt auf Hinweise zu weiteren Tätern. Sie konnte 14 weitere Verdächtige, die mit dem 47-Jährigen in engem Kontakt standen, identifizieren. Deren Wohnungen wurden nun durchsucht.

Elf Einsätze erfolgten in Berlin in den Stadtteilen Wilmersdorf, Friedrichshain, Kreuzberg, Pankow, Neukölln, Reinickendorf, Schöneberg und Spandau. In einem Fall in Berlin wehrte sich ein Verdächtiger und verletzte einen Polizisten. Auch ein weiterer Beamter wurde bei dem Einsatz verletzt. Die Federführung der Ermittlungen unter dem Titel "OP Gartenhaus" lag bei der Berliner Staatsanwaltschaft.

Wie schwer es für die Ermittler ist, Verdächtige ausfindig zu machen, stellte die Gewerkschaft der Polizei heraus: "Wir müssen leider feststellen, dass wir aufgrund personeller und technischer Ausstattung sowie fehlenden länderübergreifenden Rechtsgrundlagen oftmals nur an der Oberfläche graben." Das Internet sei ein Raum, der die Sicherheitsbehörden immer wieder an ihre Grenzen treibe. Es sei Aufgabe der Gesellschaft, das zu ändern und Kinder besser zu schützen.

Quelle: ntv.de, hek/dpa/AFP