Panorama

Wütend an geschlossenen Grenzen Lkw-Fahrer rangeln in Dover mit der Polizei

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Nachvollziehbare Wut: Viele Lkw-Fahrer werden Weihnachten ohne ihre Familien verbringen müssen.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Als London die Existenz einer mutierten Corona-Variante bestätigt, schließen viele Länder ihre Grenzen. Tausende Lkw-Fahrer aus Kontinentaleuropa sitzen deshalb in Großbritannien fest. Mit einem negativen Schnelltest dürfen sie ab sofort wieder einreisen. Das Prozedere ist lang, die Stimmung hitzig.

Nahe der südenglischen Hafenstadt Dover kommt es zu Rangeleien zwischen aufgebrachten Lkw-Fahrern und der Polizei. Der britische TV-Sender Sky News berichtet, dass sich eine Gruppe aufgebrachter Lkw-Fahrer heute Morgen am Hafen versammelt und die Polizei ausgebuht habe. Wenig später hätten einzelne Fahrer versucht, die Blockade zu durchbrechen, mutmaßlich um nach Frankreich zu gelangen.

Tausende Lkw-Fahrer aus Kontinentaleuropa sitzen seit Tagen in Südengland fest, weil Frankreich wegen der in Großbritannien entdeckten neuen Coronavirus-Variante seine Grenzen geschlossen hat. Viele werden deshalb nicht mit ihren Familien zu Hause Weihnachten feiern können. Inzwischen hat die französische Regierung zugesagt, die Grenzblockade zu lockern. Fahrer mit Wohnsitz in der EU und einem negativen Corona-Test dürfen ab sofort wieder einreisen. Der britische Wohnungsbauminister Robert Jenrick sagte Sky News, Soldaten würden bei den Tests helfen. Es werde aber dauern, bis sich der Rückstau aufgelöst habe.

Nach Angaben des französischen Verkehrsministers Jean-Baptiste Djebbari wird auch der Verkehr mit Schiffen, Zügen und Flugzeugen wieder aufgenommen. Der für die Einreise benötigte Corona-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein und muss auch die neue Variante des Coronavirus nachweisen können. Auch der Frachtverkehr aus Großbritannien in Richtung Frankreich soll ab Mittwoch wieder anlaufen, wie aus diplomatischen Kreisen in Brüssel verlautete.

"Bis zu 70 Prozent ansteckender"

Auch die belgische Regierung hat ihre Reisebeschränkungen gelockert. Sie erlaubt wieder die Einreise von aus Großbritannien kommenden Menschen, wenn sie die belgische Staatsangehörigkeit besitzen oder ihren Hauptwohnsitz in Belgien haben. Die Aufhebung der Einreiseverbote gelte zudem für "dringend notwendige Reisen", die nicht verschoben werden könnten, erklärte die Regierung in Brüssel.

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Zum wiederholten Male wurden Grenzen dieses Jahr kurzfristig geschlossen.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Ähnlich ist die Regelung in den Niederlanden, auch dort sind Reisende aus Großbritannien nach der dreitägigen Blockade wieder zugelassen. Voraussetzung ist ebenfalls ein negativer Corona-Test. Fluggesellschaften und Reeder sind verpflichtet, dies zu kontrollieren, teilte die Regierung in Den Haag mit. Auch Reisende aus Südafrika sind unter diesen Bedingungen wieder willkommen. Der Test ersetzt demnach nicht die Pflicht zur Heimquarantäne von zehn Tagen.

Die Regierung in London hatte am Wochenende wegen der raschen Verbreitung der mutierten Corona-Variante vor allem in Südostengland die internen Pandemie-Maßnahmen erheblich verschärft. Die britische Regierung warnte, die neue Virus-Form sei "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die ursprüngliche Variante. Viele EU-Länder reagierten daraufhin mit Grenzschließungen und Einreiseverboten für mindestens 48 Stunden, was Chaos auslöste. Flug- und Zugverbindungen mit dem Vereinigten Königreich wurden eingestellt. Frankreich schloss zudem auch die Grenzen für den Frachtverkehr.

Quelle: ntv.de, chr/rts/AFP/dpa

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