Panorama

Welche Drogen stecken im Abwasser? London ist die Hauptstadt des Kokains

91cd14fdfa4d2b9beb894924c0d5aa24.jpg

So sehen 300 Kilogramm Kokain aus.

(Foto: dpa)

Aus den Hinterlassenschaften im Abwasser können Experten auf den Drogengebrauch schließen, egal ob bei Speed, Ecstasy oder Kokain. Während die Menschen in London und Antwerpen vor allem Kokain konsumieren, hält in Ostdeutschland Crystal Meth Einzug.

London ist einer neuen Untersuchung zufolge die europäische Hauptstadt des Kokains - aber nur von Montag bis Freitag. An den Wochenenden hingegen ist die belgische Stadt Antwerpen auf Platz eins, ergab eine Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Die Organisation untersucht jedes Jahr kommunale Abwässer auf Spuren von Kokain und anderen Drogen.

*Datenschutz

Über das Londoner Abwasser konnte die Organisation demnach nachweisen, dass 1000 Menschen unter der Woche im Durchschnitt knapp 895 Milligramm Kokain täglich konsumieren. Am Wochenende sind es gar 999 Milligramm und damit etwas weniger als in Antwerpen, wo der Kokainkonsum samstags und sonntags bei 1042 Milligramm liegt.

Deutschland fällt beim Kokain ab

In Deutschland ist der Kokainkonsum geringer. In Dresden wiesen die Experten über das Abwasser 17,7 Milligramm pro Tag und 1000 Menschen nach. München kam auf fast 114 und Dortmund als deutscher Spitzenreiter auf knapp 421 Milligramm.

Dafür konnte die Beobachtungsstelle in Dresden erstmals erhöhte Werte von Methamphetamin nachweisen, dem Grundstoff von Crystal Meth. In der sächsischen Landeshauptstadt waren es 136,7 Milligramm auf 1000 Menschen pro Tag. In München entdeckten sie knapp 25 Milligramm und in Dortmund 3,7 Milligramm. In der Vergangenheit hatte die Organisation Methamphetamin-Spuren nur in einigen osteuropäischen Ländern wie der Slowakei gemessen.

Ecstasy ist in Oslo angesagt

Spuren von Amphetamin, dem Grundstoff von Speed, sind dem Report zufolge in nordeuropäischen Städten höher als im Süden des Kontinents. Von den untersuchten deutschen Städten kam Dülmen in Nordrhein-Westfalen auf den höchsten Wert mit 177 Milligramm pro 1000 Menschen am Tag.

Bei der chemischen Verbindung MDMA, aus der Ecstasy gewonnen wird, kam der höchste deutsche Wert mit 24 Milligramm pro Tag und 1000 Menschen aus München. In der norwegischen Hauptstadt Oslo wird dem Report zufolge etwa die vierfache Menge konsumiert.

Die Beobachtungsstelle hatte für die Untersuchung eine Woche lang Abwässer-Proben in mehr als 50 Städten aus 18 Ländern genommen.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

Mehr zum Thema