Panorama

Hoffnung auf Sommerurlaub wächst Maas will bis 15. Juni Reisewarnungen aufheben

Die Bundesregierung macht den Deutschen Hoffnung, dass sie trotz Corona-Krise im Sommer verreisen können. Sogar Reiseziele außerhalb Europas wären vorstellbar. Doch "normal" werde der Urlaub dieses Jahr keineswegs sein, dämpft Außenminister Maas die Vorfreude.

Außenminister Heiko Maas hat sich zuversichtlich geäußert, dass ein Sommerurlaub trotz der Corona-Pandemie zumindest in Europa möglich wird. "Es gibt vielfach positive Entwicklungen", sagte der SPD-Politiker der ARD. Einige Länder hätten angekündigt, ab Juni oder Juli ihre Grenzen für Touristen wieder zu öffnen.

Und auch die Bundesregierung wolle ihre Beschränkungen lockern, kündigte er an. "Wir wollen nach dem 15. Juni eigentlich keine weltweite Reisewarnung mehr haben. Sondern wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise, aus denen die Leute erkennen können: Wo kann man hinfahren? Ist es verantwortbar? Ist man willkommen? Und vor allem: Welche Regelungen gelten da?"

Auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht gute Chancen, "dass wir unsere Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen können". Ziel sei es, dass alle Länder in Europa wieder bereist werden könnten, sofern die Krankheitsentwicklung es zulasse und vertrauenswürdige Schutzkonzepte zur Anwendung kämen, sagte Bareiß der Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Er betonte, man müsse sichergehen, dass man nicht zu früh starte. Gerade in den besonders vom Tourismus abhängigen Regionen Südeuropas sei der Druck zur Wiedereröffnung von Hotels und Ferienanlagen groß. Er sei jedoch "überzeugt, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird".

Sogar Ziele außerhalb Europas könnten schrittweise wieder angesteuert werden. Eine Voraussetzung dafür müssten die Fluggesellschaften schaffen. "Es bringt ja nichts, wenn man am Strand Abstand wahrt, aber davor dicht an dicht schutzlos im Flieger gesessen ist", sagte Bareiß.

"Normalität wird es nicht geben"

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Maas will an diesem Montag mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Griechenland, Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, Malta sowie Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen. Maas warb zugleich dafür, die Quarantänebestimmungen innerhalb der EU aufzuheben, sie sollten nur noch für Menschen gelten, die aus Drittstaaten von außerhalb einreisen.

Der Außenminister wies allerdings auch darauf hin, dass es in allen Urlaubsländern Einschränkungen wegen der Virus-Pandemie geben werde. "Das, was wir als normal empfinden im Sommerurlaub, wird es dieses Jahr nirgendwo geben."

Quelle: ntv.de, hny/dpa