Panorama

Behandelt wie ein "Mafia-Boss" Madoff richtet sich ein

Der Milliardenbetrüger Madoff sieht auch die positiven Seiten in seinem Leben als Häftling. Das Gefängnis erinnere ihn an einen Unicampus, er sei ein "ziemlicher Promi".

23132792.jpg

Madoff hat Tausende um Milliarden geprellt.

(Foto: picture alliance / dpa)

US-Milliardenbetrüger Madoffs erstes Interview scheint sein neues Leben hinter Gittern zu genießen. Das Gefängnis in North Carolina, in dem er seine Haftstrafe absitzt, erinnere ihn eher an einen Universitätscampus, er selbst werde mit ebenso viel Respekt behandelt wie ein "Mafia-Boss", schrieb Madoff wenige Wochen nach Antritt seiner 150-jährigen Strafe im Sommer 2009 in einem Brief an seine Schwiegertochter Stéphanie Mack, wie der Fernsehsender ABC enthüllte.

"Wie Du Dir denken kannst, bin ich hier ein ziemlicher Promi. (...) Wo immer ich hingehe, ruft man mir Worte der Ermutigung zu - es ist wirklich süß, wie besorgt jeder um mein Wohlbefinden ist, selbst die Wachen", schrieb Madoff damals darin. Seine Schwiegertochter, deren Mann Madoff-Sohn tot aufgefunden im vergangenen Dezember wegen des Skandals Selbstmord begangen hatte, sagte im Gespräch mit ABC, nach dem Brief sei ihr "speiübel" geworden.

Madoff war im Dezember 2008 festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzte 65 Milliarden Dollar geprellt hatte. Im Juni 2009 wurde er zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben.

Zu seinen Opfern zählen Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen. Ihre traumatischen Erfahrungen mit dem Skandal verarbeitete Stéphanie Mack in einem Buch, das am Donnerstag in die US-Buchläden kam.

Quelle: n-tv.de, AFP

Mehr zum Thema