Panorama

Betrug mit Schneeballsystem Mann versteckt 20 Millionen Dollar im Bett

Manche Menschen haben einen Sparstrumpf, in dem sie ein paar Notgroschen verstecken. Ein Brasilianer soll in seiner Matratze ein unfassbares Sümmchen versteckt haben - rund 20 Millionen US-Dollar. Allerdings war es nicht sein eigenes, hart erarbeitetes Geld.

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Diesen Anblick bekommen wohl nur die allerwenigsten Menschen in ihrem Leben zu Gesicht: Anfang Januar entdeckten Bundesbeamte im US-Staat Massachusetts in einer Wohnung in Westborough ein Boxspringbett, dessen Matratze nicht mit Eisenfedern bestückt war - sondern prall gefüllt mit Geldscheinen. Die dicken grünen Batzen hatten einen Wert von 20 Millionen Dollar.

Der Besitzer des Bettes, der 28-jährige Brasilianer Cleber Rene Rizerio Rocha, wurde nach dem Fund wegen versuchter Geldwäsche angeklagt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, soll das Vermögen Teil eines global-agierenden Schneeballsystems sein, welches unter dem Deckmantel einer Internetfirma namens "TelexFree" Milliarden erwirtschaftetet haben soll.

Ermittler glauben, dass Rocha das Geld in Hongkong waschen, es in brasilianische Reais wechseln und dann nach Brasilien schicken wollte. Als Kurier für seinen Auftraggeber Carlos Wanzeler, dem Gründer von "TelexFree". Wanzeler hatte sich bereits im April 2014 nach Brasilien abgesetzt, wenige Monate bevor er und sein Mitbegründer James Merrill in den USA angeklagt wurde.

Zwei Millionen Promoter abgezockt

Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge erzielte das Unternehmen so gut wie keinen Gewinn durch den Verkauf seiner Produkte, stattdessen sollen Wanzeler und Co. ihren sogenannten "Promotern" mit Versprechen von großartigen Renditen eine Milliarde Dollar abgenommen haben. Diese hatten nur die Möglichkeit, etwas davon zurückzubekommen, wenn sie ihrerseits um weitere Promoter warben. Allein in Brasilien hatte die Firma über eine Million Promoter, weltweit waren es den Angaben zufolge fast zwei Millionen Menschen. Im April 2014 meldete "TelexFree" schließlich Konkurs an. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen Schulden von fünf Milliarden US-Dollar angehäuft.

Rocha flog auf, als er in einem Restaurant in der Nähe der Wohnung 2,2 Millionen Dollar von einem Mann entgegennahm, der mit den Gesetzeshütern zusammenarbeitet. So fanden die Ermittler das Appartement mit der 20-Millionen-Dollar-Matratze.

Die Staatsanwaltschaft sucht immer noch Geschädigte des gigantischen Betrugs. Wanzelers Komplize Merrill bekannte sich bereits im Sinne der Anklage schuldig und soll im März sein Strafmaß erfahren. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Quelle: n-tv.de, dsi

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