Panorama

Ostern ohne Gäste Mecklenburg-Vorpommern schottet sich ab

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Nicht nur in Kühlungsborn ist es in diesen Tagen ziemlich ruhig.

(Foto: dpa)

Über Ostern Ostseeluft schnuppern oder um einen See laufen, in Mecklenburg-Vorpommern wird das nichts. Das Land setzt die Einreiseverbote für auswärtige Touristen konsequent um. Die "Erwischten" sind meist kooperativ, aber die Tourismusbranche hofft auf Pfingsten.

Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ist wegen der Corona-Pandemie für Touristen derzeit kaum erreichbar. Am Karsamstag schickte die Polizei zahlreiche Menschen aus anderen Bundesländern zurück, die einen Ausflug in den Norden unternehmen wollten. Wie das Polizeipräsidium Rostock mitteilte, seien bei den Kontrollen an den Landesgrenzen und im Landesinneren 170 Fahrzeuge zurückgewiesen worden. Die 348 Auto-Insassen hätten sich kooperativ und freundlich verhalten.

Schon am Karfreitag hatte die Polizei fast 350 Menschen wegen verbotener Einreisen des Landes verwiesen. Tourismus, auch als Tagesausflug, ist wegen der Corona-Pandemie im Nordosten nicht zulässig. Besuche der Kernfamilie, also etwa von Eltern und Kindern, sind hingegen weiterhin erlaubt. Auch wer einen Zweitwohnsitz in MV hat, darf einreisen.

"Man muss konstatieren, dass nach einem Jahr der Tourismus am Boden ist mit allen Konsequenzen. Wir haben keine Perspektive", sagte der Präsident des Bäderverbands MV und Tourismuschef von Kühlungsborn, Ulrich Langer, der "Ostsee-Zeitung". Er wünsche sich, dass das öffentliche Leben und der Tourismus zu Pfingsten wieder teilweise hochgefahren werden. "Teilweise heißt dann, dass nicht alle kommen können, sondern diejenigen, aus den Regionen, wo es wenig bis gar kein Infektionsgeschehen gibt." Den Tourismus nur innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern zu öffnen, sei jedoch keine Alternative.

Weniger Tests an Ostern

Die Zahl der neu registrierten Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern stieg unterdessen am Samstag um 110. Das sind 198 weniger als am Vortag und 162 weniger als vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Vier Menschen starben im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion, womit die Zahl der Todesfälle im Land auf 875 stieg.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag um 6,5 auf nun 83,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Vor einer Woche lag dieser Wert den Angaben zufolge landesweit bei 103,2. Mit 115,7 ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Ludwigslust-Parchim derzeit am höchsten, gefolgt vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 98,4. Am niedrigsten ist der Wert laut dem aktuellen Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Landkreis Vorpommern-Rügen - dort liegt er bei 56,1.

Das RKI weist darauf hin, dass an den Osterfeiertagen meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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