Panorama

Auf 60 Kilometern geht nichts Mega-Stau: Polen öffnet weitere Übergänge

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LKW stauen sich auf der Autobahn A4 Dresden - Görlitz bei Bautzen

(Foto: picture alliance/dpa)

Bundesregierung und EU versprechen die Gewährleistung der Grundversorgung in der Corona-Krise. Doch wegen zahlreicher Grenzschließungen hakt es mächtig im Warenverkehr. Der polnische Grenzschutz reagiert und öffnet einige Übergänge.

Der Grenzschutz in Polen hat auf die langen Staus wegen der neuen Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze reagiert und vier weitere Übergänge für den Autoverkehr geöffnet. Sowohl Pkw- als auch Lastwagenfahrer könnten ab sofort die bislang nur für Fußgänger gedachten Grenzübergänge in Frankfurt (Oder), in Küstrin-Kiez und in Görlitz nutzen, teilte der Grenzschutz mit. Der Übergang in Guben/Gubin sei dagegen nur für Pkw möglich.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt. Internationale Flug- und Zugverbindungen wurden ausgesetzt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen.

Seitdem haben sich an den Grenzübergängen an den Autobahnen große Staus Richtung Osten gebildet. In Jedrzychowice an der Autobahn 4 (A4) bei Görlitz betrug die Wartezeit am Mittwochvormittag für Lkw 30 Stunden, für Pkw 16 Stunden, wie eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes sagte. Der Stau erstreckte sich auf 60 Kilometer Länge.

In Olszyna an der A15 in der Nähe von Cottbus mussten Autofahrer 13 Stunden warten, in Swiecko an der A12 bei Frankfurt/Oder zehn Stunden. "Wir raten dringend, auf die neuen Grenzübergänge in Guben/Gubin und in Kostrzyn nad Odra auszuweichen", sagte die Sprecherin. Dort gebe es derzeit noch keine Wartezeiten.

Auf deutscher Seite sei begonnen worden, alle Auffahrten auf der A4 ab Bautzen bis Görlitz zu sperren, erklärte die sächsische Polizei. Damit soll der Stau auf den Strecken im Nebenverkehr abgebaut oder vermieden werden. Die Polizei rät allen Autofahrern, die A4 weiträumig zu meiden. Entlang der A15 sind laut RBB seit der Nacht zu Mittwoch Einsatzgruppen des Landkreises Spree-Neiße im Einsatz, um die Fahrer mit Essen, Getränken und Medikamenten zu versorgen. Auch wurden mehrere Autobahnauffahrten gesperrt.

Quelle: ntv.de, shu/jog/AFP/dpa

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