Hohe Spritpreise als Grund?Mehr Menschen nutzen öffentlichen Nahverkehr

Ob Regionalbahnen, Straßenbahnen oder Linienbusse: Die Zahl der Menschen, die im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sind, steigt weiter leicht. Unattraktiver scheint hingegen der Fernverkehr geworden zu sein - besonders mit der Bahn.
Drei Jahre nach Einführung des Deutschlandtickets steigen die Fahrgastzahlen im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen weiterhin - wenn auch nur noch geringfügig. Im ersten Halbjahr 2026 wurden gut 5,7 Milliarden Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gezählt und damit zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. "Drei Jahre nach Einführung des Deutschlandtickets gab es somit noch einen geringen Anstieg der Fahrgastzahlen im Nahverkehr", erklärten die Statistiker. Im ersten Halbjahr 2024 hatte der Anstieg sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum betragen, in der ersten Jahreshälfte 2025 war es ein Prozent.
Beim Nahverkehr mit Regionalbahnen gab es demnach einen Anstieg um ein Prozent auf 1,4 Milliarden Fahrgäste. Das Fahrgastaufkommen in Straßenbahnen stieg ebenfalls um ein Prozent auf rund zwei Milliarden Fahrgäste. Den Nahverkehr mit Bussen nutzten 2,7 Milliarden Fahrgäste - zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Deutschlandticket ermöglicht für derzeit 63 Euro im Monat bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr. Angesichts der rekordhohen Spritpreise wurden zuletzt Forderungen nach einem günstigeren Deutschlandticket wieder lauter. Die Bundesregierung setzt stattdessen auf einen erneuten Tankrabatt und einen Spritpreisdeckel.
Weniger Fahrgäste im Fernverkehr
Im Fernverkehr, der in Deutschland von der Deutschen Bahn dominiert wird, sank die Anzahl der Fahrgäste in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen um ebenfalls zwei Prozent auf 75 Millionen. Im Eisenbahnfernverkehr fuhren dabei im ersten Halbjahr 2026 mit 69 Millionen Fahrgästen drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Eine Ursache dürften nach Einschätzung der Statistiker witterungsbedingte Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs in den ersten drei Monaten des Jahres sowie zu Beginn des Sommers gewesen sein. Im Januar und Februar hatten Schnee und Eis die Pünktlichkeit im Fernverkehr der DB massiv beeinträchtigt, im Juni sorgte eine Hitzewelle für viele Ausfälle und Verspätungen.
Der Fernverkehr mit Bussen bleibt als oft kostengünstige Alternative zur Bahn beliebt: Etwa 5,4 Millionen Fahrgäste nutzten das Angebot im Zeitraum Januar bis Ende Juni - ein Plus von zehn Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr 2025.
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