Panorama

Corona-Variante auf Vormarsch Mehrere Länder melden Delta-Wachstum

Es sei nicht die Frage, ob, sondern wann Delta das Corona-Geschehen in Deutschland dominieren werde, sagt Gesundheitsminister Spahn. In einigen Bundesländern steigt der Anteil schon spürbar an.

Trotz insgesamt sinkender Infektionszahlen ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Mehrere Bundesländer bestätigten, dass der Anteil der Variante an den Neuinfektionen zuletzt spürbar gestiegen sei. In Hessen macht sie nach Angaben von Gesundheitsminister Kai Klose bereits mehr als ein Fünftel der Neuansteckungen aus.

"Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert", sagte der Grünen-Politiker. Daran sehe man, "dass das sehr schnell geht". Die Variante sei noch infektiöser als die Alpha-Variante. Bisher habe man aber keine Hinweise darauf, dass diese Variante noch mehr schwere Erkrankungen auslöst. Er gehe davon aus, "dass Delta sich relativ schnell durchsetzen wird und die vorherrschende Variante sein wird". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt erklärt, es sei nicht die Frage, ob, sondern wann Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominieren werde. Nach den jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag der Anteil der zunächst in Indien entdeckten Variante an den Neuinfektionen Anfang Juni bei gut 6 Prozent. Erfasst ist der Zeitraum bis zum 6. Juni. In Großbritannien ist sie bereits die dominierende Variante. Dort waren im April erste Fälle nachgewiesen worden.

In Bayern hat sich die Zahl der bestätigten Infektionen mit der Delta-Variante im Verlauf einer Woche fast verdoppelt. Bisher seien bayernweit 229 Fälle bestätigt, in der vergangenen Woche seien es noch 132 gewesen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann. In einzelnen Laboren betrage der Anteil inzwischen fast ein Viertel.

Auch in Baden-Württemberg breitet sich die Variante aus, während die Zahl der Ansteckungen insgesamt zurückgeht. Der Anstieg bleibt allerdings auf geringem Niveau, wie aus den jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamtes (LGA) vom Dienstag hervorgeht. Demnach liegt die Zahl der Infektionen mit dieser Variante (Stand 22. Juni, 16 Uhr) bei bislang 408 von insgesamt 135.172 bestätigten Fällen, die laut LGA auf die sogenannten besorgniserregenden Varianten zurückgehen. Sie waren zunächst unter anderem in Großbritannien, Südafrika und Indien sowie Brasilien aufgetaucht. Der Anteil der Delta-Fälle an den Ansteckungen mit Varianten legte mit Blick auf die vergangenen beiden Wochen von 6,73 Prozent auf 8,99 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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