Panorama

Heftiger Regen sorgt für ChaosMenschen in Manila schwimmen im Müll

12.08.2026, 11:52 Uhr
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Manilas Vorort hat ein riesiges Müllproblem. (Foto: REUTERS/Noel Celis)

Das philippinische Müllproblem nimmt ein neues Ausmaß an. Nach einem starken Unwetter schwimmen Hunderte Tonnen Unrat auf einem Kanal. Die Filipinos stellt das vor eine große Herausforderung. Derweil kündigen sich neue Unwetter an.

Heftige Regenfälle stürzen die Philippinen ins Chaos. Die Region um die Hauptstadt Manila versinkt im Müll, nachdem es tagelang geregnet hatte. Der Monsun ist zu dieser Jahreszeit zwar kein außergewöhnliches Phänomen, doch diese Intensität ist in dem Inselstaat nicht üblich. Gleichzeitig wirbelte am Wochenende ein Taifun über die Region, in der über 14 Millionen Menschen leben.

Das Wasser stand auf den Straßen der Region Manila teilweise hüfthoch. Schulen blieben vorübergehend geschlossen, das öffentliche Leben kam weitgehend zum Erliegen. Problematisch: Die Wassermassen rissen Unrat, Müll und sogar Möbel aus den Wohngebieten und von Deponien mit sich. Hunderte Tonnen Müll landeten so auf den Straßen und in Flüssen.

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Bagger sollen den Redemptorist-Kanal schnell vom Müll befreien. (Foto: Getty Images/Ezra Acayan)

Den größten Müllteppich sehen Philippinerinnen und Philippiner auf dem Redemptorist-Kanal in Parañaque City. Die Stadt ist ein Vorort von Manila. Dort sind Menschen mit Booten im Einsatz, um den Müll aus dem Wasser zu fischen. Manche Arbeiter und Freiwillige schwimmen sogar durch den Unrat. Sie sind auf der Suche etwa nach gefährlichem Sondermüll.

Am Ufer und auf eigens errichteten Inseln stehen Bagger, die Lastwagen mit dem nassen Abfall befüllen. Lokalen Medienberichten zufolge sind bereits 400 bis 500 Tonnen Müll herausgeholt worden. Dutzende LKW würden täglich zwischen dem Kanal und den Mülldeponien in der Region pendeln, heißt es. Wird er nicht herausgeholt, könnte der Unrat die Abflüsse anderer Gewässer und die Kanalisation verstopfen.

Die Stadtregierung spricht von einer "Müllkrise". Vince Dizon, Minister für öffentliche Arbeiten und Straßenbau auf den Philippinen, sagt laut "Inquirer", es sei das erste Mal, dass solch eine Menge das Gewässer verschmutze. Seinen Aussagen zufolge besteht das Müllproblem bereits seit Jahren - und könne nicht so bald gelöst werden.

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Hunderte Tonnen Müll schwimmen auf dem Wasser. (Foto: dpa/AP/Aaron Favila)

Dizon zufolge gelangt immer neuer Müll aus der Manila-Bucht in den Kanal. "Tatsächlich ist unsere Erfahrung, dass man ihn einen Tag lang reinigt und am nächsten Tag ist er wieder fast genauso voll", sagt der Minister.

Lokale Behörden schlagen nun härtere Strafen für unsachgemäße Müllentsorgung vor, um derartige Katastrophen in Zukunft zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. unterstützt das. "Wir appellieren an alle Beteiligten, unsere lokalen Behörden und alle Filipinos, besonders vorsichtig zu sein, denn es entstehen enorme Zerstörungen, wenn die Abfallentsorgung nicht ordnungsgemäß erfolgt und Müll wahllos abgelagert wird", sagt Marcos Jr.

Tote nach Taifun und tagelangem Regen

Bei dem Unwetter am Wochenende sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, 13 weitere wurden verletzt. Eine dreiviertel Million Menschen waren laut Regierungsangaben von dem Monsun und dem Taifun betroffen. 8000 Personen mussten vorübergehend in Notunterkünften unterkommen.

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Manche Arbeiter trauen sich in das Wasser und ziehen speziellen Müll mit ihren Händen heraus. (Foto: AP Photo/Aaron Favila)

Vorbei ist die Schlechtwetterphase noch nicht: Es sind neue Unwetter mit starken Regenfällen angekündigt. Auch ist die Taifun-Saison noch nicht zu Ende. Experten fürchten, es könnte in dieser Region eine der schlimmsten Unwetter-Saisons aller Zeiten werden.

Quelle: ntv.de, mpa

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