Panorama

Umweltkatastrophe vor US-Küste Ölteppich immer größer

Es war nur eine Frage der Zeit: Aus der gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" strömen täglich bis zu 140 Tonnen Öl in den Golf von Mexiko, das Öl bedeckt inzwischen 1500 Quadratkilometer Meeresfläche. Es ist bereits der dritte Unglücksfall für BP innerhalb weniger Jahre.

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Der Ölteppich nähert sich der US-Küste.

(Foto: AP)

Der Ölteppich im Golf von Mexiko breitet sich weiter aus. Das Rohöl, das nach dem Versinken der Bohrinsel "Deepwater Horizon" ausläuft, bedeckt nach Angaben der Zeitung "Houston Chronicle" inzwischen etwa 1500 Quadratkilometer Meeresfläche vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana.

Starker Wind und hohe Wellen stören die Versuche, die Umweltkatastrophe einzudämmen. Schiffe, die das Öl aufsaugen sollten, mussten am Sonntag wegen des schweren Seegangs im Hafen von Venice in Louisiana bleiben. Das stürmische Wetter hält dem Bericht zufolge aber auch den Ölteppich von der Küste weg. Meteorologen hoffen, dass sich das Öl in den nächsten Tagen nicht weiter als bis etwa 50 Kilometer dem Festland nähert. An der Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi befindet sich ein Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken.

Mindestens zwei Lecks

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Unterwasser-Aufnahme der Unglücksstelle.

(Foto: AP)

Das Öl soll an zwei Stellen austreten: am letzten Bohrloch der versunkenen Plattform und aus einem Leck in einer Rohrverbindung, die zu dem Bohrloch führt. Der britische Ölkonzern BP, der die Bohrinsel geleast hatte, hatte gehofft, dass ein automatisches Ventil-Verschlusssystem einen Ölaustritt verhindern würde. Doch das scheint nicht geklappt zu haben. Ein Unterwasser-Roboter sollte das System aktivieren, berichtet der Sender CNN. Noch ist auch nicht klar, ob der Einsatz des ferngesteuerten Mini-U-Boots Erfolg hatte.

BP-Experten wollen nach Angaben des "Houston Chronicle" zudem versuchen, eine kuppelartige Konstruktion über das Bohrloch zu stülpen. Das austretende Öl könnte dann in einen Tank an der Meeresoberfläche geleitet werden. Insgesamt sind 1000 Helfer im Einsatz.

Aus dem Bohrloch der am Donnerstag gesunkenen Plattform tritt seit Samstag Öl aus. Etwa tausend Barrel pro Tag, rund 159.000 Liter liefen aus, sagte eine Sprecherin der Küstenwache. Auf der Bohrinsel befanden sich beim Untergang auch schätzungsweise mehr als 2100 Tonnen Diesel - was mit ihnen passiert, ist weiter unklar.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" gehörte dem weltgrößten Betreiber von Bohrprojekten auf See, Transocean. Sie war im Auftrag von BP im Einsatz. Nach einer Explosion war die Bohrinsel in der vergangenen Woche in Brand geraten und später rund 70 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana gesunken. Die meisten der 126 Beschäftigten konnten sich in Sicherheit bringen. Elf werden vermisst, die Suche nach ihnen ist inzwischen aber eingestellt.

Unglücksserie bei BP

Das Unglück ist für BP bereits der dritte Unglücksfall innerhalb von nur fünf Jahren. Im März 2005  explodierte in Texas eine 500-Hektar-Raffinerie, 15 Menschen starben, mehr als 170 wurden verletzt. Ein Untersuchungsbericht der US-Chemieaufsichtsbehörde CSB stellte später menschliches Versagen fest. 2006 liefen in Alaska mehr als 750.000 Liter Öl aus einer durchgerosteten Pipeline. Bereits damals attackierten Umweltschützer das Unternehmen heftig.

 

Quelle: ntv.de, ghö/rts/dpa

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