Panorama

21.15 Uhr +++ Papst erreicht Apostolische Nuntiatur +++

Der Heilige Vater absolviert seinen ersten Staatsbesuch in Deutschland. Mehr als 6000 Polizisten sind im Einsatz, tausende Katholiken freuen sich über den Heimatbesuch. Doch es gibt auch Proteste. Verfolgen Sie die Ereignisse im n-tv.de-Liveticker

+++ 21.15 Papst erreicht Apostolische Nuntiatur +++
Knapp elf Stunden nach seiner Landung in Berlin und einem prall gefüllten Tagesprogramm kommt Papst Benedikt der XVI. in der Apostolischen Nuntiatur an. In der Vertretung des Vatikans in Berlin-Neukölln übernachtet der Pontifex, bevor er am Freitagvormittag nach Erfurt weiterfliegt. Vor der Nuntiatur versammeln sich mehrere Dutzend Demonstranten und Schaulustige.

n-tv.de beendet zugleich den Liveticker vom Papst-Besuch.

+++ 20.20 Papst-Gottesdienst endet mit lateinischem Segen +++
Papst Benedikt XVI. beendet seine Messe im Berliner Olympiastadion mit einem lateinischen Segensspruch. Nach dem fast zweistündigen Gottesdienst entlässt der Pontifex die 61.000 Gläubigen mit den Worten: "Benedicat vos omnipotens Deus: Pater et Filius et Spiritus Sanctus - Es segne Euch der allmächtige Gott: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist." Auch einen Teil der Liturgie hatte der Papst schon in lateinisch gelesen. In den meisten deutschen Kirchen ist das nicht mehr üblich.

+++ 19.50 61.000 Menschen im Olympiastadion +++
Das Erzbistum Berlin korrigiert die Zahl der Teilnehmer am Papst-Gottesdienst im Berliner Olympiastadion. Demnach nehmen 61.000 Menschen an der Messe mit Benedikt XVI. teil. Zuvor war von 70.000 Menschen die Rede gewesen.

+++ 19.00 Woelki nennt Papst-Besuch "Jahrtausendereignis" +++
Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki nennt den Besuch des Papstes in Berlin beim Gottesdienst im Olympiastadion ein "Jahrhundert-, nein, ein Jahrtausendereignis". Woelki spricht auch die abnehmende Bindung der Menschen an die Kirche an. Woelki sagt: "Heiliger Vater, Sie kommen heute in eine Stadt, in der nur noch etwa jeder Dritte einer christlichen Kirche angehört. Sie kommen in eine Stadt, die auch geprägt ist von Gottvergessenheit und von Atheismus." Allerdings suchten auch viele Menschen nach dem Glauben, sagte der Berliner Erzbischof. "Unsere Stadt ist also keine gottlose Stadt."

+++ 18.30 Papst-Messe im Olympiastadion beginnt +++
Im Berliner Olympiastadion beginnt die rund zweistündige Messe mit Papst Benedikt XVI.. Der 84-Jährige wird von etwa 70.000 Gläubigen begeistert gefeiert. Auch Bundespräsident Christian Wulff, Kanzlerin Angela Merkel und viele Kabinettsmitglieder kommen zum Gottesdienst. Wegen eines drohenden Regenschauers werden an Besucher Regenumhänge verteilt. Der feierliche Gottesdienst wird von rund 800 Priestern und Helfern mitgestaltet.

+++ 18.15 Papst kommt im Olympiastadion an +++
Papst Benedikt XVI. begrüßt zum Auftakt seiner Messe im Berliner Olympiastadion die rund 70.000 Gäste. Im schusssicheren Papamobil fährt der 84-Jährige auf der Innenbahn einen sogenannten Giro, eine Runde, um den Gläubigen zuzuwinken. Der Papst bekommt dabei mehrere Babys in das Papamobil gereicht, die er segnet. Er herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen, das Stadion wird streng bewacht. Im Zentrum Berlins protestieren derweil mehrere tausend Menschen gegen den Besuch des Papstes.

+++ 17.55 Gysi: Auch andere religiöse Würdenträger einladen +++
Linksfraktionschef Gregor Gysi spricht sich dafür aus, nach dem Papst auch Würdenträger anderer Religionen als Redner in den Bundestag einzuladen. Benedikt XVI. habe klargemacht, dass er als Religionsführer im Parlament rede und nicht als Staatsoberhaupt des Vatikans, sagt Gysi dem Sender Phoenix. Damit habe er "den Trick des Bundestagspräsidenten" entlarvt, der ihn als Staatsoberhaupt eingeladen habe. Inhaltlich kritisiert Gysi, dass der Papst zwei Themen ausgelassen habe: Krieg und Frieden sowie die zunehmende Armut und den wachsenden Reichtum.

+++ 17.40 Tausende Menschen protestieren gegen den Papst +++
Parallel zur Papst-Rede im Bundestag protestieren in Berlin mehrere Tausend Menschen gegen die Politik der katholischen Kirche. Nach Polizeiangaben versammeln sich zwischen 6000 und 8000 Papst-Kritiker auf dem Potsdamer Platz im Zentrum der Hauptstadt. Die Demonstranten halten Plakate mit Sprüchen wie "Den Papst verhüten" oder "Gebt die Ehe frei" hoch. Auch Vertreter der Grünen, der Linken und der FDP sind unter den Demonstranten und schwenken Parteifahnen.

+++ 17.10 Stehende Ovationen für den Papst +++
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages bedenken die Rede von Papst Benedikt XVI. mit stehenden Ovationen. Der Papst hatte in seiner Rede im Reichstag davor gewarnt, die christlichen Wurzeln Europas zu kappen. Menschenrechte, Menschenwürde und die Gleichheit aller Menschen seien Ideen, die in der Überzeugung eines Schöpfergottes wurzelten, sagte er. Gleichzeitig warnte er vor einer Wissenschaft ohne Moral und würdigte die Ökobewegung.

+++16.40 Lammert: Kirchenspaltung für Menschen ein Ärgernis +++
Bundestagspräsident Norbert Lammert hat gegenüber Papst Benedikt XVI. den Wunsch vieler Deutscher nach Fortschritten in der Ökumene zum Ausdruck gebracht. Viele Menschen in Deutschland würden die Fortdauer der Kirchenspaltung als Ärgernis empfinden, sagte Lammert bei seiner Begrüßung des Papstes im Bundestag. Es gebe "ehrlich begründete Zweifel", ob die Unterschiede zwischen den Konfessionen die Aufrechterhaltung der Trennung zwischen den Kirchen rechtfertigen. Gleichzeitig nannte Lammert die Trennung von Staat und Kirche eine Errungenschaft der Aufklärung, die zu den "unaufgebbaren Fortschritten unserer Zivilisation" gehöre.

+++ 16.37 Benedikt wird mit Applaus begrüßt +++
Benedikt XVI. betritt den Plenarsaal des Bundestags und wird von den Abgeordneten und anderen Gästen mit Applaus begrüßt. Einige Plätze sind leer.

+++ 16.26 Papst betritt den Reichstag +++
Papst Benedikt XVI. wird am Osteingang des Reichstags von Bundestagspräsident Norbert Lammert empfangen. Er hat ein wenig Verspätung, seine Rede sollte ursprünglich um 16.15 Uhr beginnen. In der Päpstlichen Nuntiatur, in der Benedikt XVI. in Berlin wohnt, hatte er zuvor einen Mittagsschlaf gehalten. Vor seiner Rede trifft der Papst die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsparteien.

+++ 15.57 Merkel im Reichstag eingetroffen +++
Bundeskanzlerin Merkel betritt den Reichstag. Um 16.15 Uhr wird Papst Benedikt XVI. hier zu den Abgeordneten des Deutschen Bundestags sprechen. Rund 100 der 620 Abgeordneten werden die Veranstaltung boykottieren. Benedikt XVI. ist das dreizehnte Staatsoberhaupt, das vor dem Bundestag spricht.

+++ 15.49 Missbrauchsopfer demonstrieren am Brandenburger Tor +++
Knapp 100 frühere Heimkinder und Opfer des Missbrauchs in katholischen Einrichtungen demonstrieren vor dem Brandenburger Tor. Ganz in der Nähe, im Reichstag, wird der Papst in Kürze vor den Abgeordneten des Bundestags sprechen.

+++ 15.17 Papst liest "leider" vor allem deutsche Bücher +++
Die Nachrichtenagentur AFP verbreitet folgende Meldung: "Anlässlich seines Besuchs in Deutschland hat Papst Benedikt XVI. eingeräumt, weiterhin vornehmlich deutschsprachige Literatur zu lesen. 'Leider muss ich gestehen, dass ich immer noch mehr deutsche als andere Bücher lese', sagte er am Donnerstagvormittag während seines Flugs von Rom nach Berlin. Seine deutsche Wurzel könne und solle aber auch 'nicht abgeschnitten werden'."

+++ 14.36 Papst lobt Wulff-Rede +++
Vatikansprecher Federico Lombardi lobt die Rede von Bundespräsident Wulff zum Empfang des Papstes als "klar und ehrlich". Der Papst habe Wulffs Worte "sehr geschätzt" und dies auch zum Ausdruck gebracht, indem er die Ansprache abweichend von seinem Redemanuskript als "tief" bezeichnet habe, sagt Lombardi in Berlin. Wulff hatte in seiner Rede in Frageform heikle Themen wie den Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von der Kommunion und die Probleme in der Ökumene angesprochen.

+++ 13.50 Goppel beklagt "Hetzkampagne" gegen den Papst +++
Der CSU-Politiker Thomas Goppel wirft einigen Medien eine "Hetzkampagne" gegen den Papst vor. Konkret spricht er die "taz" an, die den Papst auf ihrer Titelseite mit dem Jedi-Ritter Yoda aus der Filmserie "Krieg der Sterne" verglichen hatte.

+++ 13.20 Merkel sprach mit Papst über Finanzmärkte +++
Bundeskanzlerin Merkel sagt, sie habe mit dem Papst über die Finanzmärkte gesprochen und "über die Tatsache, dass die Politik schon die Kraft haben sollte, für die Menschen zu gestalten und nicht getrieben zu sein". Am Nachmittag will Benedikt XVI. als erster Papst im Bundestag eine Rede halten. Es wird erwartet, dass die Finanzkrise ein inhaltlicher Schwerpunkt des Papstes sein wird.

+++ 13.14 Gespräch mit Merkel beendet +++
Kanzlerin Merkel verlässt die Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. In ihrem kurzen Statement vor der Presse sagt sie, sie freue sich, dass der Papst nach Deutschland gekommen sei.

+++ 12.50 Papst trifft Merkel +++
Benedikt XVI. empfängt Bundeskanzlerin Merkel in der Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. Im Anschluss will Merkel ein Statement vor der Presse abgeben.

+++ 12.17 Papst verabschiedet sich von Wulff +++
Die Unterredung mit dem Bundespräsidenten ist beendet, Benedikt XVI. verabschiedet von Bettina und Christian Wulff. Seine Kolonne fährt durch leere Berliner Straßen.

+++ 11.58 Oppermann: Keine Glaubenskriege mehr  +++
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Oppermann, sagt mit Blick auf Abgeordnete, die der Rede des Papstes im Bundestag nicht beiwohnen wollen: "Die Teilnahme ist für jeden Abgeordneten eine höchstpersönliche Entscheidung. Ich wünsche mir Respekt in Glaubensfragen und Gelassenheit im Umgang mit denjenigen Abgeordneten, die heute nicht dabei sein wollen. Die Zeit der Glaubenskriege ist vorbei."

+++ 11.45 Papst beklagt religiöse Gleichgültigkeit +++
Papst Benedikt bedankt sich für den Empfang in Deutschland. Dieser sei "liebenswürdig". Er beklagt aber eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der Religion. Notwendig sei aber die Religion als Grundlage für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft. Benedikt zitiert den Sozialreformer Wilhelm von Ketteler mit den Worten: "Wie die Religion der Freiheit bedarf, so bedarf auch die Freiheit der Religion". Freiheit brauche die Rückbindung an eine höhere Instanz, sagt der Papst.

+++ 11.34 Wulff dankt Papst für "moralische Mahnungen" +++
Bundespräsident Wulff dankt dem Papst für dessen "moralische Mahnungen". Sie seien wertvoll für die ganze Welt. Er freue sich aber auch über den Dialog-Prozess, den die katholische Kirche gestartet habe.

+++ 11.30 Gäste in Schloss Bellevue +++
Rund 1100 Gäste sind Zeugen der Papst-Rede im Schlosspark Bellvue. Benedikt wird in einer kurzen Ansprache das Wort an die Deutschen richten.

+++ 11.18 Wulff empfängt den Papst +++
Bundespräsident Wulff empfängt den Papst im Schloss Bellevue. Zahlreiche Vertreter der Kirche sind anwesend. Es gibt eine militärische Zeremonie.

+++ 11.01 Papst: Komme mit Freude +++
"Ich komme freudig nach Deutschland. Ich bin in Deutschland geboren, die Wurzel kann und soll nicht abgeschnitten werden", sagt der Papst.

+++ 10.50 Papst fährt ins Schloss Bellevue +++
Papst Benedikt ist auf dem Weg zum Amtssitz des Bundespräsidenten. Im Schloss Bellevue wird es eine kleine Ansprache geben.

+++ 10.36 Merkel und Wulff begrüßen Benedikt +++
Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff begrüßen auf dem Rollfeld des Flughafens Tegel Papst Benedikt. Es gibt Salutschüsse.

+++ 10.24 Merkel und Wulff stehen bereit +++
Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff stehen am Flughafen bereit, den Papst zu empfangen.

+++ 10.18 Papst landet in Berlin +++
Papst Benedikt XVI. trifft zu seinem ersten offiziellen Deutschlandbesuch in Berlin ein. Die Maschine aus Rom landet sicher auf dem Flughafen Tegel.

+++ 10.04 Papst Top-Thema bei Twitter +++
Auch die Netzwelt wartet auf das Kirchenoberhaupt: Der #Papstbesuch hat es beim Kurznachrichtendienst Twitter in Deutschland bereits in die Top 5 der wichtigsten Themen geschafft.

+++ 09.51 Papst weiß um Stimmung in Deutschland +++
Der Papst macht sich nach Angaben seines Sprechers keine Illusionen über die kirchliche Stimmungslage in seiner Heimat. "Benedikt XVI. weiß um die geteilte Stimmung in Deutschland", sagt der Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. "Er weiß, dass viele ihn mit einer sehr positiven Haltung erwarten, und dass es andere gibt, die ihm sehr kritisch zuhören werden."

+++ 09.29 Özdemir bittet um Respekt +++
Der Grünen-Vorsitzende Özdemir fordert die Abgeordneten des Bundestags zu einem respektvollen Umgang mit Papst Benedikt XVI. auf. "Der Bundestag hat den Papst eingeladen, und man sollte ihm in der Tradition guter Gastfreundschaft freundlich und höflich begegnen", sagt Özdemir. Wer die Ansichten des Papsts nicht teile, solle seine Meinung "auch kundtun können". "Aber deshalb sollte man einen Gast trotzdem respektvoll aufnehmen", so Özdemir. Er selbst freue sich auf die Rede des Papsts und werde sie "gespannt" verfolgen.

+++ 08.58 Wulff erwartet "Botschaften" +++
Bundespräsident Wulff hofft, dass die Kirche ihr Verhältnis zu geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken ändert. "Die Millionen Menschen, die in konfessionsverschiedenen Ehen leben, und die Millionen wiederverheirateten Katholiken, aber auch viele andere Gruppen erwarten befreiende Botschaften", sagt Wulff.

+++ 08.30 Papst ist gestartet +++
Papst Benedikt XVI. bricht in Rom zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland auf. Gegen 10.30 Uhr soll die Maschine mit dem Pontifex auf dem Flughafen Berlin-Tegel landen. Die Erwartungen an den 84-Jährigen in seinem Heimatland sind riesig. Vor allem der Skandal um den vielfachen Missbrauch von Minderjährigen in katholischen Einrichtungen hat das Vertrauen der Gläubigen in ihre Kirche erschüttert.

Quelle: n-tv.de, n-tv.de/AFP/dpa/rts