Panorama

Frauen sind besonders oft Opfer Partner-Mord ist in Deutschland alltäglich

Häusliche Gewalt, Vergewaltigung und Mord sind nur einige der Straftaten, die zwischen Partnern verübt werden. Fast 139.000 Menschen sind 2017 Opfer einer solchen Tat geworden. Gerade die Gewalt gegen Frauen ist alarmierend, wie eine BKA-Studie zeigt.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 138.893 Menschen Opfer von vollendeten und versuchten Delikten der Partnerschaftsgewalt. Das ist das Ergebnis der kriminalistischen Untersuchung des Bundeskriminalamts (BKA), die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gemeinsam mit der Behörde vorstellt. Gemessen an der Gesamtzahl der unter diesen Straftaten registrierten Opfer entspricht das einem Anteil von 16,5 Prozent. Zu den untersuchten Straftaten gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution.

Die Zahl der Beziehungstaten ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent leicht zurück. Von 2013 bis 2016 aber gab es jedes Jahr mehr Geschädigte. Eines macht die Studie besonders deutlich: In vier von fünf Fällen sind die Frauen die Opfer, sie werden zur Zielscheibe von Ehemännern, Partnern und Ex-Freunden. Laut der BKA-Auswertung wurden im vergangenen Jahr 147 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, im Schnitt starb also jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau durch die Hand ihres aktuellen oder ehemaligen Lebensgefährten.

"Diese Zahlen sind schockierend, denn sie zeigen: Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort - ein Ort, an dem Angst herrscht", erklärte Familienministerin Giffey. Sie kündigte an, die Hilfseinrichtungen für Frauen auszubauen. Im Jahr 2020 sollen 35 Millionen Euro in ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen fließen und Länder wie Kommunen beim Ausbau von Hilfsstrukturen unterstützen. Derzeit gebe es 350 Frauenhäuser und 600 Beratungsstellen, die rund 30.000 Frauen und Kinder versorgen. Der Bedarf sei aber wesentlich größer.

Größter Teil der Täter ist deutsch

Bei den Delikten Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking, Nötigung sowie Freiheitsberaubung ist der prozentuale Anteil von Frauen an allen Opfern von Partnerschaftsgewalt besonders hoch. Bei rund 92 Prozent handelte es sich um Erwachsene (ab 21 Jahre). Am häufigsten betroffen waren Menschen in der Altersklasse der 30- bis 39-Jährigen (44.238 Personen), gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen.

Das BKA hat auch ein Bild der Tatverdächtigen erstellt: So handelt es sich in fast 68 Prozent der Fälle um deutsche Staatsbürger, dahinter folgen mit etwa 6 Prozent Menschen mit türkischem Pass und 2,5 Prozent der Tatverdächtigen stammen aus Polen.

Gewalt im eigenen Haushalt

In der Auswertung des BKA wird auch deutlich, dass die Taten meistens in einem gemeinsamen Haushalt stattfinden. Mit fast 50 Prozent lebt jedes zweite Opfer der Partnerschaftsgewalt in einer Wohnung mit dem Tatverdächtigen.

Die kriminalstatistischen Auswertungen der Partnerschaftsgewalt bilden seit 2011 die Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung im Hinblick auf die Beziehungsarten sowie auch in Bezug auf den räumlich-sozialen Kontext ab. Seit 2017 erfasst das BKA neben Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking zusätzlich noch die Delikte Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution in dieser Statistik.

Quelle: n-tv.de, sgu

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