Hunderte Einsätze für Air CanadaPilot soll 16 Jahre ohne Lizenz geflogen sein

Ein ehemaliger Pilot der Fluggesellschaft Air Canada soll jahrelang ohne gültige Lizenz Passagiermaschinen geflogen haben. Die Rede ist von Hunderten Einsätzen im In- und Ausland. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.
Er soll mehr als 900 Passagierflüge um die ganze Welt gesteuert haben, 16 Jahre lang - und das ohne die dafür nötige Genehmigung: Das wird einem ehemaligen Air-Canada-Piloten vorgeworfen. Der Mann aus der Stadt Barrie nahe Toronto wurde festgenommen und muss sich nun wegen Betrugs, Urkundenfälschung und weiterer Delikte verantworten. Das geht aus einem Bericht der Peel Regional Police hervor.
Der 59-Jährige soll zwar eine gültige Berufspilotenlizenz besessen haben, eine Verkehrspilotenlizenz aber offenbar nicht. Diese sei allerdings nötig, um Passagiermaschinen wie etwa eine Boeing 777 zu fliegen. Laut Polizeibericht schied der Mann vergangenes Jahr bei Air Canada aus. Zwischen 2009 und 2025 soll er ohne die erforderliche Lizenz Passagiere um die Welt geflogen haben.
Nachdem die Aufsichtsbehörde Transport Canada eine behördliche Prüfung seiner Lizenzen angeordnet hatte, wurden Anfang des Jahres die Ermittlungen eingeleitet. Ende Juni muss der Ex-Pilot vor einem Gericht im kanadischen Brampton erscheinen.
Airline beruhigt Passagiere
In einer Stellungnahme der Fluggesellschaft heißt es, die Passagiere seien durch die fehlende Lizenz zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Ihre Pilotinnen und Piloten müssten halbjährlich eine obligatorische Auffrischungsschulung sowie eine jährliche Flugprüfung mit einem zugelassenen Prüfer absolvieren.
"Während seiner gesamten Beschäftigungszeit bei Air Canada war der betreffende Mann ein voll ausgebildeter Pilot, der über eine gültige Berufspilotenlizenz verfügte und die erforderlichen regelmäßigen Schulungen erfolgreich absolvierte oder sogar übertraf, was ein hohes Maß an Kompetenz im sicheren Betrieb großer Flugzeuge unter Beweis stellte."
Doch da der Erwerb der nötigen Lizenzen ein wichtiger Bestandteil des "mehrschichtigen Sicherheitsansatzes" der Lauffahrtbranche sei, werde man die Angelegenheit mit "größter Ernsthaftigkeit" behandeln. Der Ex-Pilot sei zudem mit einer Geldstrafe belegt worden, wie Air Canada weiter erklärt.