Panorama

Vorwurf sexueller Belästigung Pixar-Mitgründer Lasseter nimmt Auszeit

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Disneys-Animationschef John Lasseter räumt ein, nicht für eine Kultur von Vertrauen und Respekt gesorgt zu haben.

(Foto: imago/MediaPunch)

Immer weitere Kreise ziehen die Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Größen der US-Unterhaltungsindustrie. Auch der Chef von Disneys-Animationssparte und Pixar-Mitgründer John Lasseter soll Mitarbeitern zu nahe gekommen sein. Dieser gibt sich reuig.

Nach Vorwürfen der Belästigung von Mitarbeiterinnen nimmt der Chef der Disney-Animationsfilmsparte, John Lasseter, eine Auszeit. Er entschuldige sich bei allen, die von ihm "unerwünschte Umarmungen" oder andere Gesten erhalten hätten, die "in irgendeiner Weise oder Form eine Grenze überschritten" hätten, schrieb der 60-Jährige in einem von Disney veröffentlichten internen Memo.

Der "The Hollywood Reporter" berichtete unter Berufung auf zahlreiche, nicht namentlich genannte Quellen von einem "Muster mutmaßlichen Fehlverhaltens", das Insider von Disney und Lasseters vorherigem Arbeitgeber Pixar beschrieben hätten. Ein Pixar-Angestellter wurde mit den Worten zitiert, Lasseter sei bekannt gewesen für "Grapschen, Küssen und Kommentare über körperliche Attribute".

Viele der Quellen behaupteten, Lasseter habe bei Betriebsveranstaltungen sehr viel getrunken - einige Frauen bei Pixar hätten gewusst, dass sie sich schnell abwenden mussten, um nicht geküsst zu werden.

"Gutartige Absichten"

Der Oscar-gekrönte Regisseur von Erfolgsfilmen wie "Toy Story" und "Cars" räumte ein, er habe in den Animationsfilmstudios nicht ausreichend für eine Kultur von Vertrauen und Respekt gesorgt. In jüngster Zeit habe er "eine Reihe schwieriger Gespräche gehabt, die sehr schmerzhaft für mich waren". Dabei sei ihm zu verstehen gegeben worden, dass er einigen Mitarbeitern das Gefühl gegeben habe, nicht ausreichend respektiert zu werden.

Seine Angestellten hätten das Recht, ihre eigenen Grenzen zu ziehen und deren Einhaltung durchzusetzen, "egal, wie gutartig meine Absichten sind", fügte Lasseter hinzu. Mit dem Disney-Management habe er sich auf eine sechsmonatige Sabbatzeit geeinigt, während der er sich über sein künftiges Verhalten klar werden wolle. Ein Sprecher von Disney erklärte, das Unternehmen schätze die "Aufrichtigkeit" Lasseters und seine "ehrliche Entschuldigung" und unterstütze seine Auszeit.

Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen US-Produzent Harvey Weinstein mehren sich Berichte über sexuelle Belästigung und Übergriffe. Zuletzt waren Vorwürfe gegen den Senator und früheren Entertainer Al Franken, CBS-Moderator Charlie Rose sowie gegen den Senatskandidaten in Alabama, Roy Moore, laut geworden.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

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