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Ermittlungen im Fall Inga Polizei durchsuchte Kinder-Verlies

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Auf der Suche nach der vermissten Inga hat die Polizei das Haus eines Pädophilen gestürmt.

(Foto: dpa)

Vor mehr als eineinhalb Jahren verschwindet die kleine Inga spurlos. Nun wird bekannt, dass die Polizei vor einem Jahr auf der Suche nach ihr das Haus eines Pädophilen stürmt und dort grausige Entdeckungen macht. Von dem Mädchen fehlt indes weiter jede Spur.

Bei den Ermittlungen im Fall der seit inzwischen mehr als eineinhalb Jahren vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt hat die Polizei eine Wohnung sowie ein Haus eines offenbar Pädophilen gestürmt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, stießen die Beamten bei der bereits im vergangenen November angesetzten Aktion in dem Haus auf schalldicht umgebaute Räume, Mädchenspielzeug und Fesselvorrichtungen. Bei der Durchsuchung der Berliner Wohnung des 55 Jahre alten Verdächtigen seien zudem lebensnahe Kinder-Sexpuppen und Pornos gefunden worden. Einen Zusammenhang zum Fall Inga konnten die Ermittler jedoch nicht herstellen.

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Die kleine Inga aus Sachsen-Anhalt ist seit eineinhalb Jahren spurlos verschwunden.

Demnach handelte es sich um eine gemeinsame Aktion der Polizei Sachsen-Anhalts und Berlins. Das durchsuchte Haus befindet sich einem Polizeisprecher zufolge in Scheuder bei Dessau-Roßlau. Der Besitzer sitzt demnach seit seiner Verhaftung in einer Einrichtung für psychisch kranke Straftäter.

Im Oktober 2015 stand das Ermittlungsteam im Fall Inga mit Potsdamer und Berliner Ermittlern in engem Austausch, nachdem diese kurz zuvor den Tatverdächtigen im Fall der vermissten und getöteten Jungen Elias und Mohamed gefasst hatten. Ein Zusammenhang mit dem Fall Inga ergab sich auch hier nicht.

Polizei übergibt Akten an Staatsanwaltschaft

Inga war Anfang Mai 2015 im Alter von fünf Jahren bei einem Ausflug in der Nähe von Stendal in einem Wald spurlos verschwunden. Die Polizei hatte daraufhin tagelang die Umgebung durchkämmt. Spezialhunde kamen zum Einsatz, mehrere TV-Aufrufe und bundesweite Bitten um Zeugenhinweise wurden gestartet - vergeblich.

Ohne heiße Spur hat die Polizei nun die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft übergeben. In den kommenden Monaten werde über das weitere Verfahren entschieden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stendal. Es seien 16 Kartons mit 150 Bänden Akten zu sichten. Trotz intensiver Fahndung und fast 2000 Zeugenhinweisen konnte die Polizei bisher keine Spur zu dem kleinen Mädchen finden. Auch eine vorläufige Einstellung der Ermittlungen ist daher denkbar.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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