Panorama

Festnahmen wegen Kinderpornos Polizeirazzia in Kita - Haftbefehl erlassen

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Die Opfer sollen kleine Jungen sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Würzburg nimmt die Polizei zwei Männer wegen Verdacht auf Kinderpornografie fest. Zuvor hatte es mehrere Razzien gegeben. Darunter auch in einer Kindertagesstätte. Die Festgenommen sollen einen Bezug zur Kita haben.

Weil sie Kinderpornos gedreht und im Internet verbreitet haben sollen, hat die Polizei in Würzburg zwei Männer festgenommen. Die Ermittler durchsuchten mehrere Häuser in der bayerischen Stadt, darunter eine Kindertagesstätte, wie die Polizei mitteilte. Einer der Festgenommenen habe einen Bezug zu der Einrichtung, hieß es weiter. Gegen einen Tatverdächtigen wurde Haftbefehl erlassen. Er soll mehr als hundert Kinderpornos selbst hergestellt und über Jahre im Darknet verbreitet haben. Gegen den anderen habe sich der Tatverdacht nicht erhärtet. Laut "Bild"-Zeitung soll es sich bei den Festgenommenen um den stellvertretenden Kitaleiter und dessen Lebensgefährten handeln. Letzterer komme nun in Untersuchungshaft.

Bei der festgestellten Kinderpornografie handle es sich um Fotos und Videos. Es seien nicht nur nackte Kinder, sondern auch sexuelle Handlungen zu sehen. Alle Opfer seien Jungen etwa im Kindergartenalter, sagte ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime. Es sei noch offen, wie viele Kinder betroffen seien, sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle. "Jetzt muss man im Einzelnen sehen: Welche Bilder gehören zusammen" - möglicherweise in einer Art Serie. Auch im Darknet seien Täter immer vorsichtiger und achteten darauf, dass der Hintergrund der Aufnahmen und auch die Opfer nicht erkennbar seien.

Die beschlagnahmten Dateien sollten nun ausgewertet werden. Erst danach werde feststehen, um welche Opfer es sich handle. Es sei nicht auszuschließen, dass Kinder aus der Kita unter den Opfern seien. Die zahl der Fotos und Videos liege im dreistelligen Bereich.

Die Polizei schickte Beamte als Ansprechpartner für besorgte Eltern und Personal zu der Kita. Der Verdacht gegen die beiden Männer war demnach im Rahmen eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens zur Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet aufgekommen.

Im Kampf gegen Kinderpornografie ist im Freistaat die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) zuständig. Nach eigenen Angaben hatte die Behörde, die zur Generalstaatsanwaltschaft Bamberg gehört, im vergangenen Jahr in 705 Verfahren wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ermittelt. Meist ging es um die Verbreitung kinderpornografischer Bilder und Videos sowie den sexuellen Missbrauch von Kindern.

Quelle: n-tv.de, vck/jpe/jwu/dpa/AFP

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