Panorama

Nach Corona-Ausbruch in Leer Restaurantchef: Drei Gäste hatten zuvor Symptome

Drei Gäste sollen bereits erste Symptome für eine Covid-19-Erkrankung gezeigt haben, bevor sie das Restaurant in Leer am 15. Mai besuchten.

Drei Gäste sollen bereits erste Symptome für eine Covid-19-Erkrankung gezeigt haben, bevor sie das Restaurant in Leer am 15. Mai besuchten.

(Foto: dpa)

Ein Restaurantbesuch Mitte Mai in Ostfriesland hat bislang zu 27 nachgewiesenen Corona-Infektionen und 154 Menschen in Quarantäne geführt. Die zuständige Behörde ermittelt wegen Corona-Verstößen, dagegen wehrt sich der Restaurantchef entschieden.

Nach mehreren Corona-Infektionen in einem Restaurant im Kreis Leer hat der Gaststättenbetreiber die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. So habe es sich bei der Wiedereröffnungsveranstaltung im Restaurant "Alte Scheune" in Moormerland am 15. Mai nicht um eine private Party gehandelt. Es seien seitens des Betreibers alle Voraussetzungen erfüllt worden, die gemäß Paragraf 6 der niedersächsischen Corona-Verordnung vorgeschrieben seien, hieß es in einer schriftlichen Erklärung der Rechtsanwälte des Restaurantbetreibers.

Anfang der Woche hatte die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann von der SPD angekündigt: "Sollte sich der begründete Verdacht bestätigen, dass mit dieser Veranstaltung gegen die Corona-Auflagen verstoßen wurde, werden die Behörden vor Ort nicht nur gegen die Organisatoren, sondern auch gegen die Besucherinnen und Besucher Ordnungswidrigkeiten einleiten - mit empfindlichen Geldstrafen als Folge." Im Restaurant im Landkreis Leer sei es offenbar zu mehreren Verstößen gegen die Auflagen gekommen, unter anderem habe es Händeschütteln und Umarmungen gegeben, sagte die Ministerin. Auch soll es Hinweise geben, dass es sich nicht um einen regulären Restaurantbetrieb gehandelt habe.

Die Anwälte des Restaurantbetreibers dagegen schreiben, die Tische seien in einem Mindestabstand von zwei Metern angeordnet gewesen und jeweils nur mit Gästen aus zwei Haushalten besetzt worden. Der Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen den Gästen sei jederzeit eingehalten worden. Auch habe es lückenlos geführte Listen mit den Daten der Gäste gegeben.

Gäste sollen schon Symptome gehabt haben

Nach aktueller Kenntnis hätten offenbar bereits drei Gäste vor dem Abend Symptome gezeigt, die auf eine Covid-19-Infektion hindeuteten. Diese seien im Nachhinein auch positiv getestet worden. "Ohne das unverzügliche Einschreiten des Betreibers wären die Neuansteckungen nicht zeitnah aufgefallen beziehungsweise nachverfolgt worden", heißt es in der Erklärung der Anwälte weiter.

Die Ansteckungskette unter Besuchern des Restaurants in Ostfriesland hat bislang zu 27 nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus geführt. Fünf neue Fälle seien am Dienstag dazugekommen, teilte der Landkreis Leer mit. Den Erkenntnissen nach zählen 23 Infizierte zu der geschlossenen Gesellschaft, die sich am 15. Mai in dem Restaurant in Moormerland getroffen hatte. Die Zahl der Menschen in Quarantäne sei seit Montag von 133 auf 154 gestiegen. Der Landkreis suche weiter nach Kontaktpersonen, um die Infektionskette zu unterbrechen. An dem Abend war auch eine Person aus dem Management der Meyer-Werft in Papenburg zu Gast. Deren Gesprächspartner in der Geschäftsführung und der Betriebsrat sind ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt worden.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa