Panorama

Mysteriöses Verschwinden von Flug MH370 Satellit entdeckt mögliche Wrackteile

2014-03-12T172146Z_340809647_GM1EA3D03PA01_RTRMADP_3_MALAYSIAAIRLINES-FLIGHT.JPG1137753634484051976.jpg

Weiter vermisst: Der Flug MH370.

(Foto: REUTERS)

Im Fall der verschwundenen Boeing 777 der Malaysia Airlines gibt es vielleicht eine Spur. Chinesische Satellitenaufnahmen zeigen mehrere Objekte, die zum Flug MH370 gehören könnten. Derweil wächst die Kritik an der offiziellen Informationspolitik.

Bei der Suche nach der in Südostasien verschollenen Passagiermaschine hat ein chinesischer Satellit drei "schwimmende Objekte" entdeckt. Die im Meer zwischen Vietnam und Malaysia georteten Teile könnten eine Spur zu der seit Samstag vermissten Boeing 777-2000 sein, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur China News Service. Die Teile seien etwa 13 mal 18 Meter, 14 mal 19 Meter und 22 mal 24 Meter groß.

Die Fundstelle liegt etwa dort, wo die Maschine auf ihrem Kurs von Kuala Lumpur nach Peking ursprünglich zuletzt vermutet worden war. Wie China News Service berichtete, sind die Satellitenbilder schon am Sonntag aufgenommen worden. Die Bilder seien von der staatlichen Verwaltung für Wissenschaft, Technologie und Verteidigungsindustrie (SASTIND) in Peking veröffentlicht worden. Der Fundort wurde mit 105.63 östlicher Längengrad und 6.7 nördlicher Breitengrad angegeben.

Ob es sich bei den gesichteten Objekten tatsächlich um Wrackteile handelt, ist allerdings offen. Ähnliche Hinweise auf schwimmende Gegenstände im Meer hatten sich zuvor schon als falsch erwiesen. Zuletzt hatte das malaysische Militär berichtet, dass 45 Minuten nach dem Verschwinden der Malaysia-Airlines-Maschine Hunderte Kilometer weiter westlich ein Flugzeug auf dem Radar gesehen worden sei. Malaysia habe die US-Behörden um Hilfe bei der Analyse der Daten gebeten um zu klären, ob es sich um die vermisste Boeing 777-2000 gehandelt habe.

Sollte das zutreffen, wäre sie allerdings in einem Luftraum mit hohem Verkehrsaufkommen mindestens 20 Minuten unerkannt unterwegs gewesen. Rätselhaft wäre zudem, wieso sich die Piloten nicht meldeten, wieso die Bordcomputer nicht wie üblich automatisch Daten an die Bodenkontrolle sendeten - und wo die Maschine mit ihren Passagieren nun ist.

Keine Explosionen registriert

Der Grund für das Verschwinden der Maschine ist weiterhin völlig unklar. Die Behörden schließen einen Anschlag oder eine Entführung ebenso wenig aus wie technisches Versagen. Aus Kreisen zuständiger US-Behörden hieß es allerdings, Spionagesatelliten hätten zum möglichen Unglückszeitpunkt keine Explosionen im Luftraum registriert.

Derweil wurde bekannt, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA im September vor "Rissen und Korrosion" bei Flugzeugen der Boeing-777-Familie gewarnt hatte. Die Probleme könnten zu einem "plötzlichen Druckabfall" in der Kabine oder gar zum "Auseinanderbrechen" des Flugzeugs in der Luft führen, hieß es damals in einem Entwurf für eine Direktive.

Nicht alle Informationsquellen genutzt?

Fünf Tage nach dem spurlosen Verschwinden des Fluges MH370 wächst unterdessen die Kritik an der Informationspolitik der malaysischen Behörden. Die widersprüchlichen Angaben über das vermisste Flugzeug seien "ziemlich chaotisch", kritisierte das chinesische Außenministerium. Es habe seit dem Verschwinden der Boeing am Samstag "sehr viele Informationen" gegeben.

Das Nachrichtenportal "Malaysian Insider" schrieb, die Stimmung unter den Malaysiern schlage von Geduld in "Betretenheit und Wut" um. Grund seien Unstimmigkeiten bei Angaben über Passagiere und Gepäck sowie "verheimlichte Informationen zur letzten bekannten Position" des Flugzeugs.

David Learmount vom Fachmagazin "Flightglobal" sagte, es sei schlimm genug, dass ein Passagierflugzeug mit 239 Menschen an Bord verschwinde. Doch es sei "unverzeihlich", wenn die verantwortliche Landesregierung die Informationen dazu mit "völliger Inkompetenz" handhabe. Laut Learmount gebe es zahlreiche Informationsquellen, die scheinbar nicht effektiv genutzt worden seien. Als Folgewirkung würden die Angehörigen im Dunkeln gehalten.

Der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein verteidigte das Vorgehen seiner Behörden: Es gebe keinerlei "Verwirrung" bei der "beispiellosen" Suche nach der Maschine, versicherte Hussein. Der Leiter der malaysischen Luftfahrtbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Suche konzentriere sich nun auf "ein sehr großes Gebiet" vor der Westküste Thailands.

An der Suchaktion an Land, zu Wasser und in der Luft beteiligen sich etwa zehn Staaten mit mehr als 40 Schiffen und 35 Flugzeugen. Auf Bitten Chinas wurden für die Suche auch die Bilder von Satelliten mehrerer Staaten zur Verfügung gestellt, wie der internationale Satelliten-Pool mitteilte. Dem Pool gehören 15 Weltraumagenturen an, unter anderem aus der EU, den USA, Japan, China und Indien.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen