Panorama

Leichter Rückgang verzeichnet Spanien lockert Corona-Maßnahmen wieder

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Die Region Segià, in der die Stadt Lleida liegt, war zuletzt abgeriegelt.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Während Madrid und Mallorca zuletzt die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wieder hochfuhren, vermelden andere Regionen Spaniens jetzt eine leichte Entspannung der Lage. In Teilen Kataloniens werden die dort geltenden Ausgangsbeschränkungen und Abriegelungen aufgehoben.

In Spanien gibt es nach Angaben der Behörden Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida. Die erneute Ausbreitung des Virus vor allem in diesen beiden Regionen hat den für das Land wichtigen Tourismussektor schwer geschädigt, weil europäische Länder wie etwa Deutschland wieder von Urlaubsreisen in bestimmte Gebiete abraten und Großbritannien sogar eine Zwangsquarantäne für alle Rückkehrer aus Spanien anordnete. Viele Urlauber stornierten deshalb ihre Reservierungen.

Die Zeitung "La Vanguardia" berichtete nun unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsbehörden, die Reproduktionszahl (R), die angibt, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt, sei in beiden Gebieten Kataloniens deutlich gesunken. In der im Landesinneren gelegenen Stadt Lleida und umliegenden Gemeinden in der Region Segià liege der R-Wert seit vergangenem Samstag unter 1, was nach Angaben der Polytechnischen Universität Kataloniens (UPC) zeige, dass das Virus hier auf dem Rückzug sei. Die Behörden hoben inzwischen einen Teil der strikten Ausgangsbeschränkungen für die dort etwa 70.000 betroffenen Menschen auf und beendeten ebenso die Abriegelung der Region.

Barcelona behält Vorsichtsmaßnahmen bei

Auch in der Touristenmetropole Barcelona und dem südlichen Vorort L'Hospitalet de Llobregat, wo der R-Wert zeitweise bei 3 gelegen hatte, sinke die Ansteckungsrate, liege aber immer noch leicht über 1, schrieb die Zeitung weiter. "Die Tendenz ist gut, aber es gibt noch viele Fälle", sagte die Wissenschaftlerin der UPC, Clara Prats. Alle Vorsichtsmaßnahmen müssten aufrechterhalten bleiben, um den R-Wert unter 1 zu bekommen. Die Behörden hatten das Nachtleben weitgehend eingeschränkt, größere Versammlungen verboten und die Menschen aufgefordert, das Haus nur aus dringendem Anlass zu verlassen.

Mit mehr als 270.000 nachgewiesenen Infektionen und über 28.400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Landesweit sind die Zahlen zwar seit Mitte Mai stark gesunken. Aber nach dem Ende des Corona-Notstandes mit strikten Ausgangsbeschränkungen gibt es wieder lokale Ausbrüche. Insgesamt lag die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen zuletzt in etwa so hoch wie Anfang Mai, allerdings waren die Betroffenen viel jünger und oft ohne Symptome.

Quelle: ntv.de, nan/dpa