Panorama

Tesla-Chef jetzt Corona-Leugner Elon Musk nennt Maßnahmen "faschistisch"

Tesla-Chef Elon Musk sorgt erneut mit einer Vielzahl an kruden Äußerungen für Wirbel. Erst verlangt er bei Twitter die "Freiheit", dann bezeichnet er die Ausgangsbeschränkungen in Kalifornien als "faschistisch".

Tesla-Chef Elon Musk hat die kalifornischen Ausgehbeschränkungen in der Corona-Krise öffentlich als "Faschismus" beschimpft. Dem milliardenschweren Konzernlenker brannten in der Telefonkonferenz zu Quartalszahlen des Elektroauto-Herstellers die Sicherungen durch. Seine Meinung sei, die Menschen würden durch die Maßnahmen "in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt", wetterte Musk in der Nacht zum Donnerstag.

Wer zu Hause bleiben wolle, solle nicht gezwungen werden, rauszugehen, schränkte er ein. "Aber den Leuten zu sagen, dass sie ihr Haus nicht verlassen können, dass sie dann festgenommen werden, das ist Faschismus, das ist nicht demokratisch", fuhr Musk mit einer verzerrten Darstellung der kalifornischen Maßnahmen fort. Zum Abschluss seiner Tirade forderte der Tesla-Chef, den Menschen "ihre gottverdammte Freiheit" wiederzugeben. Die Konferenz wurde danach abgebrochen und erst einige Minuten später fortgesetzt.

Jetzt postete er bei Twitter obendrein auch noch eine Grafik, die belegen soll, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser in Kalifornien nicht annähernd ausgeschöpft würden. Für ihn ist das offenbar ein weiterer Beleg dafür, dass das Coronavirus keine Gefahr darstellt und die Ausgehbeschränkungen völlig überzogen sind.

Vom Leugner zum Spender und zurück

Nachdem Musk zwischenzeitlich 1000 Beatmungsgeräte in China gekauft und an US-Krankenhäuser gespendet hatte, ist der 48-Jährige nun offenbar wieder ins Lager der Corona-Leugner zurückgekehrt. Bei Twitter hatte er sich bereits am Mittwoch geäußert und auch dort "Gebt den Menschen ihre Freiheit zurück!" gefordert. Und Anfang März twitterte er, die Coronavirus-Panik sei dumm, ehe er gut zwei Wochen später behauptete, den aktuellen Trends nach gäbe es Ende April in den USA nahezu keine Covid-19-Fälle und Kinder seien im Wesentlichen immun.

Bei der Einführung der Ausgehbeschränkungen hatte Musk zunächst versucht, eine Ausnahmeerlaubnis für den Weiterbetrieb des Tesla-Werks in Fremont bei San Francisco zu bekommen - scheiterte aber damit an den Behörden. Nur wenige Stunden vor Musks Ausraster hatte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg in der Telefonkonferenz zu dem Quartalszahlen des Online-Netzwerks im Gegenteil besorgt gezeigt, dass die Einschränkungen zu schnell gelockert werden könnten und das zu einem Anstieg der Infektionen führt.

Quelle: ntv.de, nan/dpa