Panorama

Hotelpersonal angeblich geflohenTouristen in kroatischem Waldbrandgebiet alleingelassen?

15.09.2026, 12:54 Uhr
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Manche Reisende haben Glück und werden mit Bussen evakuiert. Anderswo läuft es nicht so problemlos. (Foto: IMAGO/Pixsell)

Im Südosten Europas brennt es wieder großflächig. Während 500 Menschen auf Brač evakuiert werden sollen, habe ein Hotel seine Gäste einfach zurückgelassen, sagen die Reisenden. "Wir dachten, wir würden sterben."

Dutzende Touristen auf der kroatischen Urlaubsinsel Brač haben am Wochenende die Flucht vor Waldbränden ergreifen müssen. Sie erheben teils schwere Vorwürfe gegen ihr Hotel, das die Reisenden im Stich gelassen haben soll. Das Personal des Hauses soll die Zugangstüren verschlossen haben und anschließend, ohne weitere Informationen zu hinterlassen, geflohen sein.

Überlebt haben die Reisenden nur, weil sie die Haupteingangstür aufgehebelt haben, schildern sie in "The Sun". Anschließend seien die Touristen, die zu einem großen Teil aus Großbritannien stammen, in Richtung des Hafens geflohen. Dort sahen sie, wie etwa 50 Boote ankamen, um Menschen von der Insel zu retten. Es hätte sich den Angaben der Betroffenen nach komplett um einheimische Privatpersonen gehandelt, die die Initiative ergriffen haben.

Derweil, so die Anschuldigungen, sollen die plötzlich fliehenden Angestellten des Hotels ein Verkehrschaos verursacht haben, das es den Feuerwehrleuten nicht ermöglichte, das Hotel schnellstmöglich zu erreichen. Dieses war zu dem Zeitpunkt "von Feuer umgeben", schildern die Briten in der Zeitung. Aschewolken seien bereits auf der Anlage niedergegangen. Ein Hotelsprecher weist die Vorwürfe in "The Sun" zurück.

"Wir mussten um unser Leben rennen, als sich eine Flammenwand um uns schloss und wir von glühenden Funken getroffen wurden", sagt Josh Robbins der Zeitung. "Wären wir an Ort und Stelle geblieben, wären Menschen gestorben, und wir wären nur durch die kleinen Boote gerettet worden - es war wie in Dünkirchen." Robbins berichtet, das Personal hatte zuvor angewiesen, man solle aus Sicherheitsgründen auf den Zimmern bleiben. Es würde keine Gefahr bestehen, soll es geheißen haben.

"Personal war weg"

Als dann am Samstagabend der Strom in der gesamten Anlage ausgefallen sein soll, sei Panik ausgebrochen. Die Touristen, selbst behinderte Rentner, hätten sofort die Flucht ergreifen wollen. Doch dies gestaltete sich anfangs schwierig. "Das Personal war weg und wir konnten nicht raus, weil die Glasschiebetüren verschlossen waren - wir dachten, wir würden sterben", so Robbins. "Wir erkannten, dass das Hotel in Flammen stand und beschlossen, den Weg hinunter zum Holzsteg ins Meer zu rennen, um zu entkommen."

"Die Flammen rückten ringsum immer näher, und die Leute sprangen ins Wasser, als wir von heißen Glutstücken getroffen wurden", berichtet Robbins Freundin Shelby A'Court. "Josh und ich schnappten uns schließlich ein Paddle Board und klammerten uns einfach daran fest, während um uns herum die Leute schrien und in Panik gerieten." Erst danach bot sich den verängstigten Reisenden schließlich die lang erhoffte Hilfe in Form der Rettung per Boot.

Eine andere Reisende soll auf Facebook geschrieben haben, dass "die Einheimischen unglaublich nett waren". Sie hätten "uns Kleidung und Decken gegeben und uns Unterkünfte angeboten", zitiert "The Sun" aus dem Beitrag.

Anderswo wurden Reisende rechtzeitig mit Bussen evakuiert, wie Fotos aus Kroatien zeigen. Die Waldbrände entstanden wohl am Donnerstag, nachdem Blitze in dem äußerst trockenen Gebiet eingeschlagen waren. Die Flammen breiteten sich rasant aus. In der Nacht zu Sonntag waren 3500 Hektar Kiefernwald und Buschland abgebrannt, zwei Menschen wurden verletzt. Mehr als 200 Feuerwehrleute kämpften gegen das Feuer an. Die Regierung erließ eine Evakuierungsanordnung für etwa 500 Menschen.

Quelle: ntv.de, mpa

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