Panorama

Hoch zur Ross Türkei schickt die Kavallerie

Zur Zeit des Osmanischen Reiches wurden die Gäste des Topkapi-Palastes in Istanbul durch berittene Soldaten empfangen. An diese alte Tradition knüpft nun die aktuelle türkische Regierung wieder an. Für die Bundeswehr ist das kein Thema.

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In der Türkei leben alte Traditionen wieder auf.

(Foto: Screenshot hürriyet-tv)

Das türkische Militär ist wieder hoch zu Ross. Bei einem Besuch des lettischen Staatspräsidenten Andris Berzins in Ankara erwies die Präsidentengarde dem Gast erstmals aus dem Sattel die Ehre.

Vor laufenden Fernsehkameras sammelten sich die berittenen, türkis-weiß uniformierten Soldaten auf dem Gelände des Präsidentenpalastes, um den Konvoi mit dem Gast zu grüßen und ihn dann im Trab zu eskortieren. Die neue Zeremonie erinnere an die Zeit des Osmanischen Reiches, als Gäste auf dem Gelände des Topkapi-Palastes in Istanbul auf diese Weise empfangen worden seien, schrieben türkische Medien.

Aber nicht nur in der Türkei führen einige Regimenter aus Traditionsgründen ihre alten Kavallerie-Bezeichnungen, obwohl sie längst mit modernen Panzerfahrzeugen ausgestattet sind. Bei der US-Armee wurden beispielsweise ab 1964 für den Krieg in Vietnam aus ehemaligen Kavallerie-Regimentern Luftlandeverbände mit Hubschraubern aufgestellt; auch hier hielt man an der Bezeichnung Kavallerie fest.

Bei der Bundeswehr werden solche Verbandstraditionen nicht mehr gepflegt. Deren Heeresaufklärungstruppe – zuvor Panzeraufklärungstruppe – hat zumindest die goldgelbe Waffenfarbe der Kavallerie für Kragenspiegel und Litzen der Uniformen sowie die Verbandsabzeichen geerbt. Zudem befinden sich im Barettabzeichen der Heeresaufklärungs- und Fernspähtruppe als Symbol zwei stilisierte gekreuzte Lanzen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa