Panorama

Sprengungen in der Ostsee Wale womöglich bei Marine-Aktion getötet

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Sprengung von Wasserbomben aus dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee im Jahr 2013.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundeswehr sprengt alte Weltkriegsmunition auch im Ostsee-Naturschutzgebiet. Aktivisten finden dort vermehrt tote Schweinswale und vermuten einen Zusammenhang. Kritik am Verteidigungsministerium kommt auch vom Umweltministerium in Schleswig-Holstein.

Die Marine hat mit der Sprengung von 39 alten Seekriegsminen im Ostsee-Naturschutzgebiet Fehmarnbelt Kritik auf sich gezogen. "Die Sprengungen der Marine gefährden den Bestand der streng geschützten Schweinswale in der Ostsee", sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht von den Grünen.

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Schweinswale stehen unter Naturschutz und leben unter anderem in der Ostsee.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte erklärt, im Zeitraum nach den Sprengungen im Rahmen eines Nato-Manövers im August seien insgesamt 18 tote Schweinswale gefunden worden. Wie viele durch die Sprengungen während der Fortpflanzungszeit tatsächlich verletzt oder getötet worden seien, sei unklar, sagte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller.

Im vergangenen Jahr waren an der deutschen Ostseeküste insgesamt 203 tote Schweinswale gefunden worden: in Schleswig-Holstein 134 und in Mecklenburg-Vorpommern 69. Der Nabu vermutete, das Nato-Manöver könnte eine gute Gelegenheit gewesen sein, kostengünstig zu sprengen und aufwändige Abstimmungsprozesse mit Naturschutzbehörden zu umgehen. Nach Angaben der Organisation liegen noch mehr als 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition in der deutschen Nord- und Ostsee.

Landesumweltminister Albrecht forderte den Bund auf, umgehend auf Alternativen zur Sprengung im Meer zu setzen und Projekte zur Unterwasserentschärfung per Roboter zu fördern. "Ich erwarte von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, dass sie den umfangreichen internationalen Schutzstatus der Schweinswale endlich achtet und auf Sprengungen von Munition verzichtet", sagte er.

Quelle: ntv.de, fhe/dpa