Panorama

Genua gleicht einer Geisterstadt Weiter schwere Unwetter in Italien

315p3019.jpg124442132936448964.jpg

Nach der Flut zeigen sich erst die Verwüstungen in Genua.

(Foto: dpa)

Gewitter und Starkregen wüten weiterhin über Norditalien. In Ligurien und Piemont kommt es zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Genua zeigen sich erst jetzt die Ausmaße der Verwüstungen vom Vortag. Die Bewohner protestieren gegen die Behörden. In Frankreich kommt derweil ein Deutscher in schweren Unwettern um.

Schwere Unwetter haben Norditalien weiterhin fest im Griff. Heftige Gewitter mit Starkregen entluden sich in Ligurien und im Piemont, es kam zu Überschwemmungen, Erdrutschen und mehreren vorsorglichen Evakuierungen. Wegen der befürchteten neuen Erdstürze zehn Tage nach den vergangenen starken Unwettern dort waren in der Gegend von Borghetto Vara bei La Spezia Straßenverbindungen für den Verkehr gesperrt worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Piemont mussten im Dauerregen Dutzende Menschen vor mehreren Erdrutschen in Sicherheit gebracht werden.

DAB1117-20111105.jpg1575311394281801758.jpg

Das Wasser drang in etliche Häuser und Geschäfte ein.

(Foto: AP)

Die am Vortag glich nach den Berichten nahezu einer Geisterstadt: Die Schulen blieben geschlossen, Autofahrten waren von der Stadt bis zum Ende der Unwetterphase verboten worden. In Genua waren am Freitag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Die Feuerwehren mussten mehr als 300 Einsätze fahren. Dort traten mehrere Flüsse über die Ufer, einige Stadtviertel standen nach starken Regenfällen unter Wasser. Nun rückte ein Pioniertrupp des Militärs aus Turin an, um beim Aufräumen zu helfen.

Bewohner fühlen sich allein gelassen

In Genua hätten entnervte Bürger die Stadtoberen beschimpft, weil sie sich von diesen alleingelassen fühlten, heißt es. Regierungschef Silvio Berlusconi meinte in einer Mitteilung, offensichtlich sei in der Stadt auch dort gebaut worden, wo man (wegen möglicher Gefahren bei Hochwasser) nicht hätte bauen dürfen. Er setze auf Maßnahmen, die dazu beitragen könnten, solche Desaster und Tragödien zu vermeiden.

Erst Mitte der vergangenen Woche hatten kräftige Unwetter in Ligurien und der Toskana erhebliche Schäden angerichtet, mindestens zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Rom rief daraufhin für diese Regionen den Notstand aus. Vorsorglich war der knapp 1000 Einwohner zählende Ort Vernazza in der Gegend der Cinque Terre zuvor evakuiert worden. Dort hatte das Unwetter den bei Touristen beliebten Hafen zerstört.

Deutscher stirbt in Frankreich

Ein 51-jähriger Deutscher kam derweil bei schweren Unwettern in Südfrankreich ums Leben. Die Besatzung eines Polizeihelikopters entdeckte die Leiche des Mannes am Ufer des Herault-Flusses, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der von seiner Ex-Frau identifizierte Mann war zuletzt am Freitag gesehen worden, als er sich im Wasser verzweifelt an einem Ast festzuklammern versuchte.

Der Mann hatte mit zwei Bekannten in einem Wohnwagen nicht weit vom Ort Lézignan-la-Cèbe entfernt in Flussnähe Quartier bezogen. Heftige Gewitter mit ergiebigen Niederschlägen haben im Süden des Landes mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen. Zahlreiche Straßen stehen nach Behördenangaben unter Wasser. Im Departement Gard waren mehrere hundert Haushalte ohne Strom, nachdem bei einem Sturm Oberleitungen zerstört worden waren.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.