Panorama

Schneechaos, Sturm und Glätte Tief "Benjamin" bringt ungemütliche Tage

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In Österreich ist die Lawinengefahr noch längst nicht gebannt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Winter zwischen Schnee, Orkanböen und Eis: Die Menschen in Bayern und Österreich blicken mit Bangen auf die Entwicklung der nächsten Tage. Und auch Sachsen muss mit starkem Schneefall rechnen. An der Nordsee warnen die Behörden vor einer Sturmflut.

Nach einem der schneereichsten Wochenenden der vergangenen Jahre gönnt der Winter den Menschen im südlichen Bayern und in Österreich am Dienstag voraussichtlich eine Atempause. Doch die wird nur kurz sein. Dafür wird unter anderem in Sachsen ab Dienstag starker Schneefall erwartet.

Für Teile der Nordseeküste warnt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie vor einer Sturmflut, verursacht von Sturmtief "Benjamin". In Hamburg liegt der Wasserpegel bereits etwa 1,50 Meter über Normal. Im Verlauf des Tages werden knapp 2 Meter über Normal erwartet.

Am wichtigen Drehkreuz Amsterdam Schiphol strich die niederländische Fluggesellschaft KLM vorsorglich etwa 160 Flüge. Die Deutsche Bahn schloss zunächst auch Auswirkungen des Sturmtiefs auf den Bahnverkehr nicht aus. Reisende sollten sich vorab informieren.

Bis Freitag wird sich der Schneefall im Süden Bayerns wieder intensivieren. In Lagen um 1000 Meter sind nochmals 60 bis 100 Zentimeter Neuschnee zu erwarten, sagt n-tv Wetterexperte Björn Alexander. Schüler können sich allerdings freuen: Vielerorts in Südbayern ist die ganze Woche schulfrei.

Auch am Montag hatten die Schneemassen im regionalen Zugverkehr in Bayern noch zahlreiche Verspätungen und Ausfälle verursacht. Im Fernverkehr gab es dagegen keine Probleme, ebenso wenig am Münchner Flughafen. Um die Aufräumarbeiten besser koordinieren zu können, rief das Landratsamt Miesbach den Katastrophenfall aus. Die Lawinengefahr in den Allgäuer, den Ammergauer und den Werdenfelser Alpen sank von der zweithöchsten Stufe 4 auf 3.

Lawinengefahr in Alpen

In Österreich wächst die Sorge vor Lawinen. Die Gefahr bleibt mindestens bis zum Wochenende erhalten. Die Neuschneesummen zeigen rund einen Meter Neuschnee mit 3 Schwerpunkten: einmal ganz im Osten (Obersteiermark), einmal Dreieck Obertauern-Dachstein-Berchtesgaden und schließlich das Arlberggebiet. Der anfangs ebenfalls stürmische Wind macht die Sache nicht besser, weil durch Triebschnee weitere Wächten im Gelände entstehen können.

Schnee wird in den kommenden Tagen auch im Schwarzwald, im Erzgebirge und im Bayerischen Wald erwartet. In Sachsen soll es laut des Deutschen Wetterdienstes DWD von Dienstagmittag an auch im Tiefland schneien. Innerhalb von 48 Stunden könne es in höheren Lagen 40 bis 60 Zentimeter Neuschnee geben.

In den Niederlanden könnte durch den erwarteten Nordweststurm am Dienstag erneut Ladung aus den Containern des Frachtschiffes "MSC Zoe" an Land spülen. Vor allem die Strände der Wattenmeerinseln Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog müssten sich auf weiteres Treibgut einstellen, warnten die Behörden in der Provinz Friesland. Die "MSC Zoe" hatte in der vergangenen Woche auf dem Weg nach Bremerhaven 281 Container in der Nordsee verloren. Die meisten wurden inzwischen geortet und befinden sich auf dem Meeresboden.

Die Behörden schließen aber nicht aus, dass Container, die noch nicht geortet wurden, durch die hohen Wellen beschädigt werden und aufbrechen. Bürger wurden auch aufgerufen, während des Sturmes die Säuberungsaktionen der Strände einzustellen. In Deutschland hält der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz weitere Anlandungen auf Borkum, Juist und Norderney für denkbar.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa