Panorama

Markige Parolen Russlands Militär "erklärt" Zeichen auf Fahrzeugen

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So erklärt das russische Militär die Bedeutung des "Z" auf Fahrzeugen seiner Invasionstruppen.

(Foto: Instagram/@mil_ru)

Russlands Militär postet Bilder mit Sprüchen, die für die auf Militärfahrzeuge gepinselten Buchstaben stehen sollen. Die Frage ist nur, was zuerst da war, die Parolen oder die Symbole?

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine rätselt man darüber, was die in weißer Farbe auf Militärfahrzeuge gemalten Symbole bedeuten sollen. Am wahrscheinlichsten galt bisher die Erklärung, dass sie dazu dienen, ukrainische und russische Einheiten auseinanderhalten zu können, die oft das gleiche Kriegsgerät nutzen. Außerdem sollen die Zeichen für Operationsziele beziehungsweise Herkunft der Einheiten stehen.

Jetzt hat das russische Militär selbst eine "Erklärung" geliefert, indem es auf Instagram martialische Bilder mit markigen Parolen gepostet hat, die für die meistgesehenen Buchstaben "Z" und "V" stehen sollen.

Die "FAZ" hat die Sprüche übersetzt. Das "Z" soll demnach transkribiert "Sa pobjedu" bedeuten, was übersetzt "Für den Sieg" heißt. Für das "V" liefert das Militär die Parole "Sila w prawdje" aus dem russischen Kultfilm "Brat 2" ("Bruder 2") aus dem Jahr 2000. Um den Tod eines Kriegskameraden aufzuklären, reißt darin ein junger Russe in die USA. Dort sagt er in einer Szene einem Amerikaner die Übersetzung des Spruchs: "Die Kraft liegt in der Wahrheit." Das russische Verteidigungsministerium liefert für das "V" aber noch eine andere Variante: Auf einem dritten Bild steht "Sadatscha budjet wuipolnjena", übersetzt "Die Mission wird erfüllt werden."

Die Buchstaben-Propaganda läuft auch auf anderen Kanälen an. Unter anderem spielt die in den USA wegen Spionage und Verschwörung verurteilte und jetzige Duma-Abgeordnete Maria Butina eine Rolle darin. In ihrem Facebook-Profil trägt sie jetzt ein schwarzes T-Shirt mit einem weißen "Z" darauf. In einem Post unterstützt sie die Gesetzesinitiative, die erlaubt, in Russland Verbreiter angeblicher Fake News zu harten Strafen zu verurteilen. Am Ende schreibt sie: "In der Wahrheit liegt Kraft."

Zweifel angebracht

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Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass die Buchstaben und Symbole tatsächlich von Anfang an für die Parolen standen, allerdings sind Zweifel an dieser Auslegung angebracht. Einerseits gibt es etliche weitere Symbole, für die das russische Militär bisher keine Parolen lieferte. Andererseits wäre es eine seltsame Vorgehensweise, so eine Propaganda-Kampagne zu starten, aber erst über eine Woche später damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Eine plausible Erklärung für das Verhalten wäre, dass der Kreml dem Eindruck einer schlecht ausgerüsteten und demotivierten Invasionsarmee, die nicht mal über eine Freund-Feind-Erkennung verfügt, etwas entgegensetzen möchte.

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 04. März 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, kwe

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