Panorama

Extremfrost hält an Zahl der Kältetoten steigt

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Der Frost hat auch Genf in der Schweiz fest im Griff.

(Foto: dpa)

In Europa bibbern die Menschen weiter bei extremen Minusgraden. Insgesamt fallen über 300 Menschen der Kälte zum Opfer. Auch in Deutschland stirbt ein Rentner wegen der eisigen Temperaturen.

Deutschland zittert weiter in klirrender Kälte: Die Nacht zum Dienstag hat Temperaturen um die minus 25 Grad gebracht. In Europa steigt die Zahl der Kältetoten weiter. Auch in Deutschland ist erneut ein Mann durch den eisigen Frost ums Leben gekommen. Vielerorts kam es zu Stromausfällen und massiven Behinderungen im Nahverkehr und auf den Straßen.

In Niedersachsen ist ein 75-jähriger Rentner Opfer der eisigen Kälte geworden. Der Mann wurde bereits vergangene Woche auf einem Feldweg zwischen Husum und Brokeloh gefunden. Insgesamt hat die Kältewelle in Europa bislang mehr als 300 Menschen das Leben gekostet. Allein in der Nacht zu Dienstag starben rund 11 weitere Menschen.

Schnee bedeckt westlichen Balkan

In Polen ist die Zahl der Kältetoten ebenfalls gestiegen. In der Nacht zu Dienstag erfroren sechs meist obdachlose Menschen, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums in Warschau mit. In Tschechien fanden Polizisten in einer Prager Kleingartenkolonie am Dienstag die Leiche eines 44 Jahre alten Obdachlosen. Die tiefste Temperatur wurde dort zuletzt mit minus 24,8 Grad in Sindelova im westlichen Erzgebirge gemessen.

In Rumänien sind in der Nacht zu Dienstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums ebenfalls zwei Menschen an der Kälte gestorben. Wichtige Fernstraßen sind gesperrt, Tausende Schulen geschlossen. Mindestens 130 Ortschaften blieben ohne Strom. In Ungarn starben nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI in den vergangenen 24 Stunden vier Menschen in der Kälte.

Die meisten Regionen auf dem westlichen Balkan sind nach einem massiven Schneesturm mit einer frischen Lage Schnee überdeckt, der vielerorts den Verkehr zum Erliegen und die Stromversorgung unterbrochen hat. Auf der griechischen Insel Symi wurde nach schweren Regenfällen eine Frau aus Großbritannien von den Wassermassen erfasst und ertrank.

Flüge in München fallen aus

Auch in Litauen überlebten zwei Menschen den nächtlichen Frost nicht. Am Wochenende hatten die Temperaturen im Baltikum noch minus 30 Grad und kälter betragen. In Belgrad wurde Polizeiangaben zufolge eine Frau von einem vier Kilogramm schweren Eiszapfen erschlagen, der von einem zwölfstöckigen Gebäude auf den Gehweg herunterkrachte.

Auf den Straßen in Deutschland ist der ADAC derzeit im Dauereinsatz. Zweistellige Minusgrade sorgten dafür, dass deutschlandweit teils mehr als 9000 Anrufe pro Viertelstunde beim ADAC eingingen. Häufigste Ursache für Pannen, zu denen die Straßenwacht gerufen wurde, waren kaputte oder leere Batterien, Zündanlagen und Reifen.

Auf dem Münchner Flughafen fielen nach Angaben eines Sprechers insgesamt zehn Flüge aus, etliche Flugzeuge gingen verspäte in die Luft, weil beide Start- und Landebahnen abwechselnd geräumt und die Flieger enteist werden mussten. Für den Münchner S-Bahn-Verkehr werden derzeit die Züge über Nacht in Bewegung gehalten, damit sie nicht einfrieren, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Es wird etwas milder

Zahlreiche Bahnreisende mussten sich auch im Fernverkehr der Bahn gedulden. Wegen Weichen- und Signalstörungen in Frankfurt und Hannover hatten die Züge aus dem Norden in Mannheim im Laufe des Vormittags teilweise bis zu 30 Minuten Verspätung.

Auf der Elbe treiben inzwischen viele Eisschollen. Viele Binnenschiffe machten notgedrungen fest, sagte Klaus Kautz, Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden. Er schätzte, dass zwischen Riesa und Torgau mittlerweile 50 Prozent des Flusses mit Schollen bedeckt sind, an engen Stellen unterhalb Torgaus sogar bereits 80 Prozent.

In den kommenden Tagen erwarten die Meteorologen zumindest eine leichte Linderung. Von Osten ziehen viele Wolken auf. Da vielerorts die Sonne aber nicht mehr durch die Wolkendecke dringt, könnte es tagsüber noch einmal mit den Temperaturen runtergehen. In Nordrhein-Westfalen erwartet Meteomedia für Mittwoch und Donnerstag wieder ein Ansteigen der Temperaturen auf bis zu null Grad.

Quelle: ntv.de, dpa

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