Panorama

40.000 Covid-Tote im Jahr 2020Zahl der Todesfälle steigt um knapp fünf Prozent

04.11.2021, 10:49 Uhr
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Knapp 40.000 Menschen in Deutschland fielen im vergangenen Jahr einer Covid-Erkrankung zum Opfer. (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Die Corona-Pandemie fordert 2020 bundesweit Tausende Tote. Unter allen Verstorbenen machen sie etwa vier Prozent aus. Die meisten Deutschen sterben allerdings noch immer an Herzkreislauferkrankungen. Entgegen vieler Befürchtungen nimmt die Zahl der Suizide nur geringfügig zu.

In Deutschland hat es im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie fast fünf Prozent mehr Todesfälle gegeben. Insgesamt starben 985.572 Menschen, das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Vier Prozent aller Todesfälle gingen direkt auf Covid-19 zurück - bei 39.758 Menschen war dies die ausschlaggebende Todesursache. Nicht enthalten sind jene Fälle, bei denen Corona auf dem Totenschein als Begleiterkrankung dokumentiert wurde.

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33

  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Insgesamt bleiben Herzkreislauferkrankungen mit 34 Prozent die häufigste Todesursache. 338.001 Menschen starben im Jahr 2020 daran. 47 Prozent davon waren Männer, 53 Prozent Frauen. Die große Mehrheit der an einer Krankheit des Herzkreislaufsystems Verstorbenen war 65 Jahre und älter. An einem Herzinfarkt starben insgesamt 44.529 Menschen - und zwar deutlich mehr Männer als Frauen.

Jeder Vierte verstirbt an Krebs

Zweithäufigste Todesursache waren die Krebserkrankungen. Beinahe ein Viertel aller Verstorbenen - 23,5 Prozent oder 231.271 Menschen - erlag im vergangenen Jahr einem Krebsleiden. Bei Männern waren bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane beziehungsweise der Atmungsorgane wie Lungen- und Bronchialkrebs die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Frauen waren ebenfalls am häufigsten von einer bösartigen Neubildung der Verdauungsorgane betroffen. Häufigste Einzeldiagnose bei den Krebserkrankungen von Frauen war jedoch der Brustkrebs mit 18.425 Fällen.

Knapp 41.800 aller Todesfälle und damit 4,2 Prozent waren auf eine nicht natürliche Todesursache wie zum Beispiel eine Verletzung oder Vergiftung zurückzuführen. In 17.211 Fällen war ein Sturz die Ursache für den Tod.

ahl Insgesamt 9206 Menschen begingen Suizid, drei Viertel davon waren Männer. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Suizide leicht um 1,8 Prozent (2019: 9041 Fälle). In den längeren Lockdown-Phasen wurde gewarnt, viele Menschen könnten sich aufgrund der Ausgangsbeschränkungen das Leben nehmen. Diese Befürchtung scheint sich nicht zu bestätigen.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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