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Posse um Beamten-Dienstreisen Zweiter leerer Platz laut Bahn nicht möglich

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Mehr Polizei als Fahrgäste im Zug: In Corona-Zeiten ist die Auslastung drastisch gesunken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während überall im Land der Corona-Abstand hochgehalten wird, ist das bei Bahnreisen bisher nicht ... - und hier unterscheiden sich die Versionen: Nötig, sagt das Verkehrsministerium. Möglich, sagt die Bahn. Dass Ministeriale jetzt einen zweiten leeren Sitzplatz dazu buchen dürfen, geht wohl gar nicht.

Zum Schutz vor dem Coronavirus sollen Behörden und Ministerien des Bundes ihren Mitarbeitern für Dienstreisen zwei Plätze buchen können - damit der Nebenplatz frei bleibt. Der Haken an der Idee: Das ist so nicht möglich, erklärt die Bahn auf Anfrage. In den Beförderungsbedingungen heiße es, der Anspruch auf einen Sitzplatz erlösche 15 Minuten nach Abfahrt, wenn der Platz nicht eingenommen werde. Das gilt ausdrücklich nicht nur für Reservierungen, sondern auch für Fahrkarten.

In einem Schreiben des Bundesinnenministeriums vom 12. November heißt es dagegen, für Bahnfahrten könne ein zusätzlicher Nachbarsitzplatz gebucht werden, "um so im Sinne des Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu gewähren". Die erweiterte Erstattungsmöglichkeit wird im Bundesreisekostengesetz zunächst befristet bis Ende März 2021 eingeräumt. Die aktuellen Regelungen im Zusammenhang mit Dienstreisen "entsprechen dem Ziel der Bundesregierung, die Kontakte in größtmöglichem Umfang zu reduzieren und die allgemein geltenden Abstandsregeln von 1,50 Meter - soweit möglich - umzusetzen", teilte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mit.

Verkehrsministerium lehnt Anträge auf Doppelplatz ab

Ob es nun geht oder nicht, dass das Bundesinnenministerium den Doppel-Platz überhaupt ermöglichen will, passt schlecht zu den wiederholten Aussagen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, dass die Bahn kein Hotspot für Corona-Infektionen sei. Auch eine Reservierungspflicht für Reisende, die in anderen Ländern überfüllte Züge verhindert, lehnt der CSU-Politiker bislang ab.

Sein Ministerium stellte deshalb auf Anfrage klar, dass es keine Doppel-Buchungen für seine Mitarbeiter plant: Man beabsichtige nicht, diese "Kann-Regelung" anzuwenden. Entsprechende Anfragen von Beschäftigten seien bisher abgewiesen worden, "da Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen", hieß es. Solche Anfragen habe es aber auch nur vereinzelt gegeben.

Niedrige Auslastung der Züge

In der Bahn ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben. Insgesamt sind die Züge deutlich schwächer ausgelastet als sonst. Dennoch gibt es immer wieder Kritik, dass Reisende ohne Maske unterwegs seien. Auch kommt es vor, dass Züge doch manchmal recht voll sind. Die Bahn teilte dazu mit, sicheres Reisen sei gewährleistet, denn die Fernverkehrszüge seien derzeit nur zu rund 20 bis 25 Prozent ausgelastet. "Das heißt: vier von fünf Sitzplätzen sind nicht belegt." Für Reservierungen seien Fensterplätze voreingestellt, sodass der Gangplatz frei bleibe. Zusätzlich achte das Zugpersonal auf eine gleichmäßige Verteilung der Fahrgäste im Zug.

Auch bei Dienstreisen mit dem Flugzeug zeigen sich die Behörden kulant. Da könne ein Mittelsitzplatz hinzugebucht werden, um mehr Abstand zu gewähren. Darüber hinaus empfehle der Bund den Mitarbeitern auch das Auto: Die Nutzung eines Mietwagens könne anerkannt werden, da das Infektionsrisiko mangels Mitreisender geringer ausfalle. Dienstreisen von Bundesbeamten sollen wegen der Corona-Pandemie grundsätzlich vermieden werden. Nach dpa-Informationen liegt die Zahl der Dienstreisen zurzeit um rund 70 Prozent unter dem Niveau des vergangenen Jahres.

Quelle: ntv.de, mau/dpa