Politik

Anschläge in Norwegen +++ 21:07 Einsatzkräfte bergen Jugendliche aus dem See +++

+++ 21:07 Einsatzkräfte bergen Jugendliche aus dem See +++

Einsatzkräfte haben Jugendliche schwimmend aus dem See. "Wir haben heute Leute aus dem Wasser gerettet", sagt Rotkreuz-Sprecher Jahn Petter Berendsen in Sundvollen, dem Ort, der der Insel am nächsten liegt. "Sie waren noch am Schwimmen." Der Einsatz dauere nach wie vor an. "Wir suchen immer noch Leute, es werden immer noch Menschen vermisst." Zur Zahl der Vermissten konnte er jedoch keine Angaben machen.

+++ 20:37 Sicherheitsrat verurteilt Anschläge +++

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilt die Anschläge von Norwegen scharf. Den Familien der Opfer und dem norwegischen Volk gehöre das tiefe Mitgefühl des Rates. "Terrorismus in all seinen Formen ist eine der größten Bedrohungen der internationalen Sicherheit und des Friedens", sagt der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig, der das UN-Gremium in diesem Monat leitet. "Alle terroristischen Anschläge sind verbrecherisch und ungerechtfertigt, unabhängig von den Motiven, wo auch immer, wann auch immer und von wem auch immer verübt."

+++ 19:30 Stoltenberg: keine erhöhte Terror-Bedrohung +++

Norwegens Ministerpräsident Stoltenberg sieht keine erhöhte Terror-Bedrohung mehr im Land. Die Polizei habe nicht zu weiter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen geraten, sagt er dem Fernsehsender NRK. Allerdings sei noch immer nicht sicher, ob der festgenommene mutmaßliche Täter allein gearbeitet habe. Gebe es Hinweise auf weitere, nicht gefasste Attentäter, müsse die Situation neu überdacht werden, so Stoltenberg.

+++ 18:50 König Harald: Wir stehen fest zu unseren Werten +++

Der norwegische König Harald V. lobt die Arbeit von Ministerpräsident Stoltenberg nach den Terroranschlägen. Er glaube fest daran, dass Freiheit stärker sei als Angst und dass es weiter möglich sei, frei und sicher in Norwegen zu leben, sagt der König in einer Fernsehansprache. Was niemand für möglich gehalten habe, sei geschehen. Nun werde es lange dauern, bis Norwegen die Terroranschläge verdaut habe. Die ganze Nation sei auf die Probe gestellt. "Jetzt stehen wir fest zu unseren Werten", sagt der König.

+++ 18:25 Mutmaßlicher Täter legt Teilgeständnis ab +++

Der Terrorverdächtige hat nach Polizeiangaben ein erstes Geständnis abgelegt. Der Verdächtige habe zugegeben, bei dem Jugendlager auf Utøya das Feuer auf Teilnehmer eröffnet zu haben, teilt die Polizei mit. Die Ermittler gehen weiter Hinweisen auf einen zweiten Schützen nach.

+++ 18:15 Polizei sucht noch "vier oder fünf" Vermisste +++

Mehr als 24 Stunden nach den Anschlägen sucht die norwegische Polizei noch vier Vermisste. Das teilt ein Polizeisprecher auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Möglicherweise seien insgesamt 98 Menschen getötet worden. Bislang war die Polizei von 92 Toten ausgegangen.

+++ 17:15 Merkel fordert Solidarität gegen Hass auf Fremde +++

Bundeskanzlerin Merkel ruft dazu auf, gemeinsam gegen Ausländerfeindlichkeit einzustehen. Nach ersten Erkenntnissen sei der Hass auf Andersartige das Motiv für die Anschläge. "Dieser Hass ist unser gemeinsamer Feind", so die Kanzlerin.

+++ 16:45 Verhafteter war Mitglied bei Rechtspopulisten +++

Der mutmaßliche Verantwortliche für die beiden Anschläge in Norwegen war früher Mitglied der rechtspopulistischen Fortschrittspartei (FrP) und seiner Jugendbewegung. Der Tatverdächtige sei zwischen 1999 und 2006 FrP-Mitglied gewesen, teilte die Partei mit. Zwischen 2002 und 2004 habe er eine verantwortliche Stellung innerhalb der Jugendorganisation FpU innegehabt. Laut der in Stockholm ansässigen Expo-Stiftung, die rechtsextreme Aktivitäten überwacht, war der festgenommene Norweger seit 2009 bei einem schwedischen Neonazi-Internetforum angemeldet. Auf dem Internet-Portal namens Nordisk ist demnach ein breites Rechtsaußen-Spektrum vertreten - von Abgeordneten der rechtspopulistischen Schwedendemokraten bis hin zu Neonazis.

+++ 16:30 Attentäter wurde aus der Luft betäubt +++

Der mutmaßliche norwegische Attentäter wurde nach offiziell unbestätigten Angaben von Antiterror-Spezialisten aus der Luft angegriffen und mit Tränengas betäubt. Der TV-Sender NRK berief sich auf "Polizeikreise" mit entsprechenden Angaben. Die Spezialeinheit soll am Vortag sofort nach den ersten Meldungen über Schüsse per Hubschrauber zu der 40 Kilometer entfernten Insel Utøya geflogen sein. Die Polizei wollte nichts über die Umstände der Festnahme des als rechtsradikal eingestuften Norwegers mitteilen.

+++ 16:15 Zahl der Todesopfer steigt +++

Die Zahl der Opfer beim Massaker in dem norwegischen Jugendlager auf der Insel Utøya steigt auf 85. Das berichtet der TV-Sender NRK unter Berufung auf die Polizei. Zusammen mit den sieben Toten der Bombenexplosion in Oslo kommen damit mindestens 92 Menschen bei den Anschlägen ums Leben. Die Polizei schließt weitere Opfer nicht aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB werden noch 28 Verletzte im Osloer Ullevål-Krankenhaus behandelt. Die meisten der Patienten erlitten demnach schwere oder lebensgefährliche Verletzungen.

+++15:50 König Harald besucht Opfer+++

Norwegens König Harald V., Kronprinz Haakon, Königin Sonja und Ministerpräsident Stoltenberg besuchen Überlebende, deren Angehörige und Familien der Todesopfer. "Wir sind ein Land in tiefer Trauer", sagt der Premier. "Es war wichtig für mich, den Angehörigen zu sagen, dass die ganze Welt mit ihnen fühlt."

+++ 15:00 Regierung prüft rechtsextremen Hintergrund +++

Norwegens Regierung will einem möglichen rechtsextremistischen Hintergrund für die zwei Anschläge auf den Grund gehen. Außenminister Støre sagte in Oslo: "Das ist ein Phänomen, das wir sehr ernst nehmen müssen." Støre warnte vor voreiligen Schlüssen, weil die Polizei erst am Anfang ihrer Ermittlungsarbeit stehe. "Es ist eigentlich unmöglich zu glauben, dass ein Mensch so etwas tun kann", sagte der norwegische Außenminister.

+++ 14:40 Premier spricht von "Tragödie" +++

Norwegens Regierungschef Stoltenberg spricht von einer "nationalen Trägödie". "Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg ist unser Land von einem Verbrechen dieses Ausmaßes getroffen worden", sagt Stoltenberg.

+++13:50 Bestürzung in Deutschland+++

Die Anschläge sorgen auch in Deutschland für Entsetzen und Trauer. "Ich bin tief erschüttert von den brutalen Gewalttaten", sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Schneider. Nichts und niemand könne solche feigen Anschläge rechtfertigen. FDP-Chef Rösler spricht von einem "barbarischen Akt". "Wir sind fassungslos und voller Trauer", so die Bundesvorsitzenden der Grünen, Roth und Özdemir.

+++13:05 Norwegischer Fußball ruht+++

Nach den verheerenden Attentaten ruht in der nationalen Fußballliga Tippligaen am Wochenende der Ball. "Das ist ein Zeichen des Respekts an alle, die von diesem schrecklichen Desaster betroffen sind', so der Fußballverband.

+++ 12:40 Polizei sucht möglichen zweiten Täter +++

Die norwegische Polizei sucht nach einem möglichen zweiten Täter bei den Anschlägen vom Freitag. Das berichten der TV-Sender NRK und die Nachrichtenagentur NTB unter Berufung auf die Polizei. Als Hintergrund werden die Angaben von Augenzeugen genannt.

+++ 12:30 Massaker in Feriencamp dauerte 45 Minuten +++

Der mutmaßlich norwegische Attentäter schoss nach Augenzeugenberichten mehr als 45 Minuten auf Jugendliche im Ferienlager auf der Insel Utøya. Das berichtet die 22- jährigen Nicoline Bjerge Schie in der Online-Ausgabe der Zeitung "Dagbladet". "Die Schüsse kamen mit etwa zehn Sekunden Zwischenraum und über etwa eine Dreiviertelstunde." Die junge Frau hatte sich selbst mit Freunden hinter einem Felsen am Wasser versteckt. Über ihre Eindrücke berichtete sie: "Ich hab ihn nicht gesehen, aber gehört. Er schrie und jubelte und gab mehrere Siegesrufe von sich."

+++ 12:15 London: Briten in Norwegen sollen zu Hause bleiben +++

Die britische Königin Elizabeth II. drückt in einem Brief an den norwegischen König Harald V. ihr Mitgefühl nach den Anschlägen in Oslo aus. Sie sei tief betroffen und geschockt, heißt es nach Angaben eines Palastsprechers in dem Brief. "Unsere Gebete und Gedanken sind bei all denen, die von diesen schrecklichen Gräueltaten betroffen sind." Das britische Außenministerium weist derweil Briten, die sich derzeit in Norwegen aufhalten, an, in Häusern und Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Straße zu gehen. Die Terrorbedrohung sei weiterhin groß und es sei besondere Vorsicht geboten. Eine offizielle Reisewarnung gibt es allerdings nicht.

+++ 12:00 Mutmaßlicher Täter kaufte massenhaft Kunstdünger +++

Der mutmaßliche norwegische Attentäter hat seit dem Frühjahr große Mengen Kunstdünger eingekauft, der zur Herstellung von Sprengstoff geeignet ist. Das teilt eine Sprecherin des Agrar-Großhändlers Felleskjøbet im TV-Sender NRK mit. Wie die Sprecherin der Felleskjøbet-Einkaufszentrale angibt, hatte der festgenommene 32- Jährige im Frühjahr mit dem Einkauf von Kunstdünger begonnen. Man habe keinen Verdacht geschöpft, weil er einen Agrarhandel "Geofarm" für Gemüse und Früchte betrieb.

+++ 10:45 Cameron zeigt sich "tief betroffen" +++

Der britische Premierminister Cameron bietet Norwegen nach dem Doppelanschlag Hilfe an - unter anderem durch eine enge Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder. "Wir werden mit Norwegen zusammenarbeiten, um die Mörder zu jagen, die das getan haben, und um den Tod von noch mehr Unschuldigen zu verhindern", sagte Cameron. Er sei geschockt und tief betroffen von den Ereignissen. Er habe dem norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg in einem Telefonat sein Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten.

+++ 10:30 Medwedew verurteilt Doppelanschlag +++

Kremlchef Dmitri Medwedew hat den Doppelanschlag in Norwegen als ungeheures Verbrechen verurteilt und eine schonungslose Bestrafung der Täter gefordert. "Die Organisatoren dieser sinnlosen Tat müssen zur Verantwortung gezogen werden", schrieb Medwedew in einem Telegramm an die Führung in Oslo. Für die Ermordung friedlicher Bürger gebe es keine Rechtfertigung, hieß es in dem Schreiben, das der Kreml veröffentlichte. Russland stehe in dieser schwierigen Stunde an der Seite Norwegens. "Wir fühlen mit den Angehörigen der Opfer", betonte der Staatschef.

+++ 10:20 Österreich sichert Unterstützung zu +++

Der österreichische Bundeskanzler Faymann zeigt sich erschüttert über die Terrorakte in Norwegen. In einer E-Mail an Regierungschef Stoltenberg bietet Faymann Oslo Hilfe und Unterstützung an. Österreichs Außenminister Spindelegger sagt: "Norwegen ist immer mit kreativen Ideen und Initiativen für Menschenrechte eingetreten." "Auch deshalb war ein solch hinterhältiger Anschlag in Norwegen nicht erwartbar. Österreich steht Norwegen in dieser schweren Stunde zur Seite", sagte Spindelegger der Nachrichtenagentur APA.

+++ 9:55 Militär sichert Innenstadt +++

Am Tag nach den beiden Terroranschlägen in Norwegen mit mindestens 91 Toten sichert Militär die Osloer Innenstadt. Wie Ministerpräsident Stoltenberg bestätigt, sollen die Einheiten vor allem die Ermittlungsarbeit der Polizei im Regierungsviertel absichern. Die Fahndungsleitung nimmt unterdessen ihre Aufforderung an alle Bürger zurück, sich aus der Innenstadt fernzuhalten.

+++ 9:50 Polizei verdächtigt christlichen Fundamentalisten +++

Die beiden Anschläge in Norwegen sind nach Einschätzung der Polizei die Tat eines christlichen Fundamentalisten. Internet-Einträge des Verdächtigen offenbarten einen "christlichen Fundamentalismus", sagte ein Vertreter der Osloer Polizei am Samstag. Außerdem vertrete er "rechte" politische Überzeugungen. Die Polizei macht nach eigenen Angaben einen Mann für beide Taten verantwortlich. Dafür seien "Gründe gefunden" worden, weitere Festnahmen seien dennoch nicht ausgeschlossen, sagte der Beamte.

+++ 9:20 Polizei spricht von mehr als 90 Toten +++

Bei den Anschlägen in Norwegen werden nach Angaben der Polizei mindestens 91 Menschen getötet. Allein auf der Insel Utöya seien 84 Menschen ums Leben gekommen, erklärt die Polizei. Zudem wurden in Oslo durch die Explosion einer Autobombe früheren Angaben zufolge sieben Menschen in den Tod gerissen.

+++ 8:45 Stoltenberg: Tat ist eine "nationale Tragödie" +++

Der norwegische Ministerpräsident Stoltenberg bezeichnet das mutmaßliche Doppelattentat in Oslo und auf Utöya als "nationale Tragödie". "Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg ist unser Land von einem Verbrechen dieses Ausmaßes getroffen worden", sagt Stoltenberg bei einer Pressekonferenz. Er verweist auf "die Angst, das Blut und den Tod", mit denen die jugendlichen Teilnehmer eines politischen Sommercamps auf der Fjordinsel Utöya bei dem bewaffneten Angriff mit mindestens 80 Todesopfern konfrontiert gewesen seien.

+++ 8:00 Attentäter hatte zwei Waffen +++

Der Attentäter beim Anschlag auf ein norwegisches Ferienlager auf der Insel Utøya ist offenbar mit einer Pistole und einem Gewehr ausgerüstet gewesen. Mindestens 80 Jugendliche starben bei dem Massaker am frühen Freitagabend. Als Augenzeuge berichtet ein von der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF beauftragter Wachmann, der mutmaßliche Attentäter sei in einem silbergrauen Lieferwagen gekommen. Er habe sich an Land als Polizist ausgewiesen und über der entsprechenden Uniform auch eine schusssichere Weste getragen. Er sei mit den zwei Waffen gekommen.

+++ 4:15 Mindestens 80 Tote bei Angriff auf Jugendcamp +++

Bei dem Angriff auf ein norwegisches Jugendlager werden nach Polizeiangaben mindestens 80 Menschen getötet. Polizeichef Öystein Maeland erklärt, die Tat habe "katastrophale Dimensionen" erreicht. Weitere Todesfälle könnten nicht ausgeschlossen werden, da es Schwerverletzte gebe. Das Lager norwegischer Sozialdemokraten lag auf der Insel Utöya nahe der Hauptstadt Oslo. Die Polizei nimmt einen 32-jährigen Mann norwegischer Abstammung als Verdächtigen fest. Einem unbestätigten Medienbericht zufolge soll er Verbindungen zur rechtsextremen Szene haben.

Quelle: n-tv.de, n-tv.de/AFP/dpa/rts