Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 23:51 Ukraine stellt erste Gelder für Wiederaufbau befreiter Gebiete bereit +++

Nach ihrem Abzug aus den befreiten Gebieten um Kiew, Tschernihiw und Sumy sowie Schytomir hinterlassen die russischen Truppen ein Feld der Verwüstung. Die ukrainische Regierung stellt nun erste Gelder für dringende Aufräum- und Reparaturarbeiten bereit. Ministerpräsident Denys Schmyhal nennt eine Summe von einer Milliarde Hrywnja (31,2 Millionen Euro). Zuvorderst sollen ihm zufolge die Netze für Wärme, Gas, Wasser und Strom repariert werden. Dann gehe es um die Reparatur von Dächern, den Austausch von Fenstern und Türen, die Beseitigung von Schlaglöchern auf den Straßen. Die Ukraine war schon vor dem russischen Angriff vom 24. Februar eins der ärmsten Länder Europas. Die Kriegsschäden werden auf viele Milliarden Euro geschätzt.

 

+++ 23:02 Selenskyj-Berater: Konflikte mit Russland auch nach Putin sehr wahrscheinlich +++
Der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj rechnet über den aktuellen Krieg hinaus nicht mit einem dauerhaften Frieden mit dem russischen Nachbarn. "Russland sucht eine neue Form des Imperiums, entweder mit Wladimir Putin oder mit Alexej Nawalny, so in 32 bis 35 Jahren werden wir mindestens noch zwei oder drei Runden mit Russland haben", sagt Olexeij Arestowytsch nach Angaben der Agentur Unian. Ob größerer Krieg oder nur Grenzscharmützel - die Wahrscheinlichkeit neuer Zusammenstöße sieht er bei 95 Prozent. Selbst ein Machtwechsel im Kreml würde nach Meinung von Arestowytsch die Konfrontation mit der Ukraine nicht beenden. "Da kann Einiges geschehen, es könnte sogar irgendein Liberaler übernehmen", spekulierte Arestowytsch. "Dann gibt es eben eine Auseinandersetzung auf Ebene der Informationen, der Wirtschaft oder der Geheimdienste, auch militärisch, wenn auch ohne direkten Krieg."

 

+++ 22:23 Weltbank: Ukraines Wirtschaftsleistung wird sich halbieren +++
Infolge des russischen Angriffskriegs wird sich die Wirtschaftsleistung der Ukraine in diesem Jahr nach einer Prognose der Weltbank fast halbieren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im Vergleich zum Vorjahr um rund 45 Prozent einbrechen, teilt die Weltbank mit. Die Organisation betont jedoch, dass "das Ausmaß des wirtschaftlichen Einbruchs" von "der Dauer und der Intensität des Kriegs" abhängen werde. Im Januar, also vor Beginn des Kriegs Ende Februar, erwartete die Weltbank in einer Prognose für die Ukraine noch ein Wirtschaftswachstum von rund 3 Prozent. Gemessen an der statistischen Armutsgrenze von 5,50 US-Dollar pro Tag für Länder mit vergleichbarem Einkommen dürfte der Anteil der ukrainischen Bevölkerung, der in Armut lebt, von 1,8 Prozent auf 19,8 Prozent hochschnellen, warnt die Weltbank.

+++ 22:00 Gouverneur: Zehn Zivilisten bei russischen Angriffen nahe Charkiw getötet +++
Bei russischen Angriffen nahe der ostukrainischen Großstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben zehn Zivilisten getötet worden, darunter ein Kind. Mindestens elf weitere Menschen seien bei Angriffen auf "zivile Infrastruktur" in den Orten Balaklija, Pesotschin, Solotschiw und Dergatschi verletzt worden, schreibt der Regionalgouverneur auf Twitter.

+++ 21:41 Ukrainischer Beamter: Isjum ist "heißester Punkt" in Charkiw +++
Oleg Synegubow, der Leiter der Militärverwaltung der Region Charkiw, bezeichnet die Stadt Isjum als den "heißesten Punkt" in der nordöstlichen Provinz inmitten der anhaltenden Kämpfe zwischen ukrainischen und russischen Streitkräften. Im Interview mit CNN sagt Syniehubov weiter, ein "großer feindlicher Militärkonvoi, der sich in Richtung Isjum bewegte, wurde von ukrainischen Streitkräften zerstört", nennt aber keine weiteren Einzelheiten. Die Angabe konnte bisher nicht unabhängig geprüft werden.

+++ 21:20 US-Republikanerin: "Das ist eindeutig Genozid" +++
Die prominente US-Republikanerin Liz Cheney bezeichnet die Gräueltaten Russlands im Ukraine-Krieg als Völkermord. "Das ist eindeutig Genozid", sagt Cheney dem Fernsehsender CNN. "Ich denke, dass Europa verstehen und sich mit der Tatsache auseinandersetzen muss, dass es sich um einen Völkermord handelt." Die Europäer müssten auch begreifen, dass sie diesen Feldzug von Russlands Präsident Wladimir Putin finanzierten. Cheney räumt ein, sie verstehe die wirtschaftlichen Folgen für die westeuropäischen Länder, wenn sie einen Importstopp für russisches Öl und Gas verhängen würden, aber sie müssten es tun.

+++ 21:00 Gouverneur: Zahl der Toten nach Angriff auf Bahnhof in Kramatorsk steigt auf 57 +++
Die Zahl der Todesopfer des Raketenangriffs auf den Bahnhof von Kramatorsk ist nach ukrainischen Angaben auf 57 gestiegen. 109 Menschen seien verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, mit.

+++ 20:42 Hofreiter plädiert für schnellen Öl-Boykott gegen Russland +++
Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter, ist für einen schnellen Boykott russischer Öllieferungen. "In meinen Augen müsste beim Öl innerhalb der nächsten Tage, Wochen gehandelt werden", sagt der Grünen-Politiker im ZDF. Hier sei Deutschland nicht zwingend auf Lieferungen aus Russland angewiesen. "Mit Öl verdient das System Putin am meisten Geld." Er teile zudem die Kritik, dass zu wenige Waffen und zu spät geliefert werde. So sollten Schützenpanzer vom Typ Marder dringend geliefert werden. Beim Unternehmen Rheinmetall stünden davon 70 ausgemusterte, die erst aufgearbeitet werden müssten. Hofreiter schlägt daher vor, 20 bis 30 funktionsfähige Marder-Panzer aus Bundeswehr-Beständen zu liefern und aus den ausgemusterten diese Anzahl innerhalb weniger Wochen zu ertüchtigen.

+++ 20:20 USA: Neuer russischer Befehlshaber bringt neue Ära von "Verbrechen und Brutalität" +++
Der neu ernannte Befehlshaber der "russischen Militäraktion in der Ukraine", Alexander Dwornikow, wird wahrscheinlich eine neue Ära von "Verbrechen und Brutalität" gegen die Zivilbevölkerung einläuten, so die USA. "Dieser General hat einen Lebenslauf, der Brutalität gegen Zivilisten auf anderen Schauplätzen - in Syrien - einschließt, und wir können mehr davon erwarten", sagt Jake Sullivan, der nationale Sicherheitsberater in Washington, zum Sender CNN. Dvornikovs Aufstieg, der am Sonntag von US-Beamten bekannt gegeben wurde, signalisiere einen Versuch Moskaus, eine Kampagne militärisch zu ordnen, die schwere Rückschläge erlitten hat.

+++ 20:01 Kuleba kritisiert Deutschlands Unterscheidung von defensiven und offensiven Waffen +++
Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba wirft Deutschland Versäumnisse bei der Unterstützung seines Landes vor. Einige Länder in Europa, wie etwa Deutschland, dächten mit Blick auf militärische Ausrüstung für die Ukraine immer noch in Kategorien von defensiven und offensiven Waffen, sagt Kuleba dem US-Fernsehsender NBC. Hieran müsse man noch arbeiten. "Hätten wir nicht so viel Zeit mit der Diskussion über die Frage von defensiv versus offensiv vergeudet und darüber, was die Ukraine braucht und was nicht, dann wären wir jetzt in einer anderen Position - in einer viel stärkeren Position."

+++ 19:34 Merz: Höhepunkt des Wohlstandes liegt vorerst wohl hinter uns +++
CDU-Chef Friedrich Merz stellt die Menschen in Deutschland vor dem Hintergrund der starken Preissteigerungen auf einen Verlust an Wohlstand ein. "Wir haben wahrscheinlich - jedenfalls für eine gewisse Zeit - den Höhepunkt unseres Wohlstandes hinter uns. Es wird schwieriger", sagt Merz in der ARD. "Wir werden auch das ein oder andere uns nicht mehr leisten können. Das wird für eine bestimmte Zeit so sein." Das müsse nicht nur der Oppositionsführer sagen. "Das sollte auch der Bundeskanzler sagen, der es weiß". Merz betont, die Politik könne nicht jeden Schaden ausgleichen und nicht jede Teuerung mit staatlichen Mitteln kompensieren. Es gebe aber Bevölkerungsgruppen, denen man gezielt helfen müsse wie kinderreiche Familien mit wenig Einkommen. "Aber es wird für die normale Familie, auch für viele auf Land, teurer werden."

+++ 19:17 Berlin rügt "Wahlen" in besetztem Teil Georgiens +++
Die Bundesregierung kritisiert die heute stattfindenden "Präsidentschaftswahlen" in der international nicht anerkannten Republik Südossetien. Weil Südossetien völkerrechtlich ein Teil Georgiens ist, sind die sogenannten Wahlen unzulässig. "Die Bundesregierung steht fest an der Seite Georgiens in Bezug auf die Souveränität und territoriale Integrität innerhalb der international anerkannten Grenzen", sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Die Regierung erkenne damit weder den Verfassungs- noch den Rechtsrahmen der sogenannten Wahlen an. "Wir betrachten diese 'Wahlen' und ihr Ergebnis ebenso wie alle sonstige Entscheidungen der de-facto Behörden in Südossetien, die gegen die territoriale Integrität Georgiens verstoßen, als illegal", heißt es.

+++ 18:52 Österreichs Kanzler trifft Putin am Montag +++
Als erster westlicher Regierungschef seit Beginn des Ukraine-Krieges trifft der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer am Montag in Moskau mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu Gesprächen zusammen. Mit seiner Reise wolle Nehammer den Dialog zwischen den Kriegsparteien fördern, erklärt das Kanzleramt. Aus dem Umfeld des österreichischen Kanzlers heißt es, er agiere abgestimmt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz. Damit widerspricht Österreich anderslautenden Darstellungen über Verärgerung in der Ukraine. Die "Bild"-Zeitung berichtete von einem ukrainischen Diplomaten, der gegenüber der Zeitung von "Selbstüberschätzung des österreichischen Kanzlers" sprach.

+++ 18:30 Bericht: 60 russische Fallschirmjäger verweigerten Kriegseinsatz +++
Rund 60 Fallschirmjäger aus der russischen Region Pskow sollen sich geweigert haben, in der Ukraine zu kämpfen. Das berichtet die kremlkritische Zeitung Pskowskaja Gubernia auf Telegram. Demnach seien die Soldaten wenige Tage nach Kriegsbeginn nach Weißrussland geschickt worden. Weil sie anschließend den Kampfeinsatz in der Ukraine verweigerten, sollen sie nach Pskow zurückgeschickt und entlassen worden sein. Einigen droht laut dem Bericht auch eine Anklage wegen Desertion. Laut der Zeitung "The Moscow Times" bestätigt der örtliche Aktivist Nikolaj Kusmin den Vorfall. Er habe mit einem Fahrer gesprochen, der beim Rücktransport der Truppen geholfen habe.

+++ 18:08 Slowakei könnte Ukraine Radhaubitzen verkaufen +++
Der NATO-Mitgliedstaat Slowakei verhandelt mit der ukrainischen Regierung über einen Verkauf von Radhaubitzen vom Typ Zuzana. Darüber werde gesprochen, sagt Verteidigungsminister Jaroslav Nad im öffentlich-rechtlichen Sender RTVS. Die slowakische Eigenentwicklung verfügt über ein 155-Millimeter-Geschütz. Im Gespräch sei auch die Reparatur beschädigter ukrainischer Militärfahrzeuge wie T-72-Kampfpanzern in der Slowakei.

+++ 17:45 Russischer Patriarch ruft zu Unterstützung der russischen Regierung auf +++
Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, ruft zur Unterstützung der Regierung in Moskau im Ukraine-Konflikt auf. "Der Herr möge jedem von uns in dieser für unser Vaterland schwierigen Zeit helfen, eine Einheit zu bilden, auch um die Macht herum", wird Kirill von der Nachrichtenagentur Tass zitiert. "Auf diese Weise wird in unserem Volk echte Solidarität entstehen und die Fähigkeit, äußere und innere Feinde zurückzudrängen." Kirill ist eine wichtige Stütze von Kreml-Chef Wladimir Putin und unterstützt Moskaus Militäreinsatz in der Ukraine.

Im Februar verurteilte der Patriarch die "Kräfte des Bösen", die sich seiner Ansicht nach der historischen "Einheit" zwischen Russland und der Ukraine entgegenstellen.

Im Februar verurteilte der Patriarch die "Kräfte des Bösen", die sich seiner Ansicht nach der historischen "Einheit" zwischen Russland und der Ukraine entgegenstellen.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

+++ 17:25 Prorussische Demos treffen auf Gegenproteste mit Tausenden +++
In Frankfurt am Main sind nach Polizeiangaben rund 800 Demonstranten bei einer prorussischen Demo durch die Innenstadt gezogen. An zwei Gegenveranstaltungen haben rund 2500 Menschen teilgenommen. In Hannover hat die Polizei 600 pro-russische Demonstranten registriert, auch dort hat die Zahl der Gegendemonstranten mit 3500 deutlich höher gelegen. Nach Angaben der Frankfurter Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen ist, ist es den Beamten weitgehend gelungen, beide Gruppen auseinanderzuhalten. Es hat jedoch verbale Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zudem seien Tonaufnahmen angefertigt worden, da es aufgrund von Äußerungen aus den Reihen der prorussischen Demonstranten den Anfangsverdacht der Billigung eines Angriffskriegs im Sinne des Völkerstraftrechts gebe, teilt die Polizei auf Twitter mit.

Es kam durchaus zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern der verschiedenen Proteste.

Es kam durchaus zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern der verschiedenen Proteste.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 17:04 Selenskyj: "Mariupol ist das Herz des Kriegs" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält den Kampf um die ukrainische Stadt Mariupol für entscheidend für den weiteren Kriegsverlauf. Im Interview mit der Nachrichtenagentur AP erklärt Selenskyj, dass der Ausgang der Schlacht um die belagerte Hafenstadt die Richtung im bevorstehenden Kampf um die Region im Donbass angeben wird. "Mariupol ist das Herz dieses Kriegs. Wenn es aufhört zu schlagen, werden unsere Positionen schwächer sein." Dies gelte auch für die Verhandlungen mit Russland, so der Präsident.

+++ 16:46 Ukraine untersucht 5600 mutmaßliche Kriegsverbrechen russischer Truppen +++
Die Ukraine ermittelt in 5600 Fällen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen. Die Untersuchungen richten sich gegen 500 Verdächtige aus den Reihen des russischen Militärs und der Regierung in Moskau, unter ihnen Kreml-Chef Wladimir Putin, sagt die ukrainische Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa dem britischen Sender Sky News. "Wladimir Putin ist der Hauptkriegsverbrecher des 21. Jahrhunderts." Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zuvor erklärt, es sei ein "spezieller Mechanismus" zur Untersuchung russischer "Kriegsverbrechen" in der Ukraine geschaffen worden. An den Ermittlungen sollen sich nach Angaben Selenskyjs internationale Experten, Staatsanwälte und Richter beteiligen.

+++ 16:22 Ukraine: Tödliche radioaktive Substanzen aus Tschernobyl gestohlen +++
Die Ukraine wirft den russischen Streitkräften, die das ehemalige Kernkraftwerk Tschernobyl besetzt haben, vor, tödliche radioaktive Substanzen aus Forschungslabors gestohlen zu haben. Die Staatliche Agentur der Ukraine für das Sperrzonenmanagement schreibt auf Twitter, russische Soldaten seien in einen Lagerbereich der Forschungsbasis eingedrungen und hätten 133 giftige Stoffe entwendet. "Selbst ein kleiner Teil dieser Aktivität ist tödlich, wenn er unprofessionell gehandhabt wird", heißt es weiter. Der Verbleib der "gestohlenen Substanzen ist derzeit unbekannt". Die Erklärung der ukrainischen Agentur kann derzeit nicht unabhängig geprüft werden.

+++ 15:59 Staatsanwältin: Bereits mehr als 1200 Tote in Region Kiew entdeckt +++
In der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach ukrainischen Angaben bislang mehr als 1200 Tote gefunden worden. Staatsanwältin Iryna Wenediktowa sagt im Interview mit dem britischen Sender Sky News: "Bis heute Morgen haben wir allein in der Region Kiew 1.222 Tote. Natürlich sind das, was wir vor Ort in allen Regionen der Ukraine gesehen haben, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und wir tun alles, was wir können, um dies zu korrigieren." Die russischen Truppen hatten sich in den vergangenen Tagen aus der Region zurückgezogen.

+++ 15:41 Unionsfraktionsvize fordert Scholz und Baerbock zu Kiew-Reise auf +++
Unionsfraktionsvize Johann Wadephul ruft Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock zu baldigen Reisen nach Kiew und zu zusätzlichen Schritten zur Unterstützung der Ukraine auf. "Die Besuche von Ursula von der Leyen und Boris Johnson sind Demonstrationen der Solidarität mit dem Freiheitskampf der Ukraine. Und sie sind ein Signal an Wladimir Putin, dass er seinem Ziel, die Ukraine zu zerstören, ferner ist denn je", sagt Wadephul dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Wadephul fügt hinzu, ein solches Zeichen wäre umso wichtiger, weil "viele in der Ukraine zutiefst enttäuscht sind von der zaghaften Politik der Bundesregierung in Fragen des Energieembargos und der Waffenlieferungen". Deshalb sollte die Bundesregierung in Kiew "nicht mit leeren Händen erscheinen", sagt der Verteidigungspolitiker.

+++ 15:25 Bericht: Ukraine will 35 "Marder"-Panzer direkt von Rheinmetall kaufen +++
Die Ukraine will laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" 35 "Marder"-Panzer direkt bei dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall kaufen. Diese könnten allerdings erst nach und nach bis Jahresende geliefert werden, heißt es. Schnellere, direkte Lieferungen habe das Bundesverteidigungsministerium verhindert. Laut der Zeitung bemüht sich die Ukraine außerdem um eine Genehmigung der Bundesregierung für den Kauf von hundert Panzerhaubitzen von dem Konzern Kraus-Maffei Wegmann.

+++ 15:05 Russische Opposition setzt auf Sturz Putins nach internem Streit +++
Die russische Opposition um den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny setzt auf einen Umsturz in Moskau durch interne Konflikte im inneren Zirkel von Staatspräsident Wladimir Putin. Das sei inzwischen "das wahrscheinlichste Szenario", sagt der langjährige Stabschef Nawalnys, Leonid Wolkow, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Allerdings sei die Vorstellung des Westens, man könne Putin mal eben durch ein paar große Protestmärsche hinwegfegen, naiv, betont Wolkow. "Putins Entmachtung wird kommen, aber auf andere Weise." In Kreisen der politischen und ökonomischen Elite in Moskau gebe es eine enorme Unruhe. Putins militärische Pläne hätten sich als irreal entpuppt, zugleich aber erleide Russland realen Schaden durch die Wirtschafssanktionen. "Diese beiden Faktoren addieren sich zu einem Druck auf Putin, der ihn früher oder später das Amt kosten wird, da bin ich sehr zuversichtlich", so Wolkow.

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+++ 14:46 Wladimir Klitschko: "Wir brauchen mehr Waffen, jede Stunde zählt" +++
Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko fordert dringend schnelle Hilfe aus Deutschland für die von Russland angegriffene Ukraine. Der Bruder von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko wendet sich per Videobotschaft an die Ukrainer in Deutschland und an die deutschen Unterstützer. "Macht alle gemeinsam Druck auf die deutsche Bundesregierung. Wir brauchen jetzt ein Embargo von Öl und Gas aus Russland. Wir brauchen jetzt mehr Waffen. Hier in der Ukraine zählt jede Stunde, jede Minute." Weiter sagt er: "Es ist so wichtig, dass ihr weitermacht. Dass ihr helft, dass die Menschen, die von diesem brutalen Krieg betroffen sind, nicht vergessen werden."

Vor rund einer Woche traf Klitschko Bundeskanzler Olaf Scholz, Außenministerin Annalena Baerbock und weitere Minister in Deutschland.

Vor rund einer Woche traf Klitschko Bundeskanzler Olaf Scholz, Außenministerin Annalena Baerbock und weitere Minister in Deutschland.

(Foto: picture alliance / photothek)

+++ 14:25 Gouverneur: Flughafen von Dnipro durch Beschuss "vollständig zerstört" +++
Nach Angaben des Gouverneurs der ostukrainischen Stadt Dnipro ist der Flughafen der Stadt bei einem russischen Angriff "völlig zerstört" worden. Die Angriffe dauern den Angaben zufolge noch an: "Die Raketen fliegen und fliegen", schreibt der Gouverneur auf Telegram. Sowohl der Flughafen als auch die umliegende Infrastruktur seien bereits zerstört worden, erklärt er weiter. Es werde derzeit geprüft, ob es Todesopfer gebe. Dies schreibt auch die ukrainische Abgeordnete Lesia Vasylenko auf Twitter. "Der russische Artillerieangriff auf den Flughafen Dnipro hinterlässt keine Infrastruktur und zerstört alles rund um den Flughafen Das ist eine Schande, denn der Flughafen wurde erst letztes Jahr komplett renoviert."

+++ 13:55 Vandalismus-Opfer: Oligarchen-Pool blutrot gefärbt +++
Mutmaßliche Vandalen haben auf das Villengrundstück des russischen Putin-Propagandisten und TV-Moderators Wladimir Solowjow in Italien vor kurzem einen Anschlag verübt. Dabei wurde der Pool des Talkshow-Moderators blutrot gefärbt. Die Villa befindet sich in Pianello del Lario am Comer See. Im Rahmen der EU-Sanktionen wird Solowjow derzeit der Zugriff auf seinen Immobilienbesitz verwehrt.

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Der Solovjov-Besitz liegt am Ufer des Comer Sees.

(Foto: REUTERS)

+++ 13:30 Prorussische Demos in Frankfurt und Hannover unter strengen Auflagen +++
Unter strengen Auflagen haben in Frankfurt und Hannover prorussische Kundgebungen begonnen. In Frankfurt versammelten sich am Mittag mehrere hundert Teilnehmer auf dem Opernplatz. Bis zu 2000 Menschen wurden erwartet. Angemeldet wurde die Demonstration unter dem Motto "Gegen Hetze und Diskriminierung der russischsprachigen Mitbürger/Gegen Krieg - Für Frieden". Ein ursprünglich angemeldeter Autokorso mit 700 Fahrzeugen durfte nach einer Entscheidung der Stadt nicht stattfinden. In Hannover trafen sich am Mittag laut Polizei mehr als 600 Menschen mit rund 350 Autos, um sich einem prorussischen Autokorso durch die Stadt anzuschließen. Zu sehen waren Russlandfahnen und deutschen Flaggen. Derzeit verzögere sich die Abfahrt des Autokorsos, weil die Motorhauben durch aufspannbare Flaggen nicht verdeckt sein dürften, sagte ein Polizeisprecher. Gleichzeitig versammelten sich in der Innenstadt rund 850 Gegendemonstranten.

+++ 13:11 Johnson lobt ukrainische Eisenbahner +++
Der britische Premierminister Boris Johnson hat bei seinem Überraschungsbesuch in Kiew die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Eisenbahner gelobt. "Man nennt euch hier 'eiserne Menschen'. Das hat mit eurem Beruf zu tun", sagte Johnson in einer am Sonntag veröffentlichten Videobotschaft. Es spiegele aber auch die Mentalität der Ukrainer wider, die sich gegen die "entsetzliche Aggression" Russland zur Wehr setzten. Die ukrainische Bahn spielt eine Schlüsselrolle bei der Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften Gebieten. "Ich reise in einem fantastischen Zug der ukrainischen Eisenbahn von Polen nach Kiew", sagt Johnson in dem Video. Er reiste am Samstag überraschend nach Kiew, wo er der Ukraine unter anderem neue Waffenlieferungen versprach. Es war das erste Mal seit Beginn der russischen Invasion, dass ein führender Vertreter der G7 die Ukraine besuchte.

+++ 12:52 Selenskyj und Scholz sprachen über Sanktionen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat heute mit Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert und über mögliche weitere Sanktionen gegen Russland gesprochen. Auch zusätzliche finanzielle Unterstützung und Waffenlieferungen für die Ukraine seien Thema gewesen, schreibt Selenskyj auf Twitter. Beide hätten betont, dass alle Schuldigen an Kriegsverbrechen identifiziert und bestraft werden müssten. Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte, es sei auch um den Verhandlungsprozess zwischen der Ukraine und Russland gegangen.

+++ 12:33 Papst ruft zu Waffenruhe an Ostern auf +++
Papst Franziskus ruft zu einer Waffenruhe an Ostern auf, die zu Verhandlungen und Frieden führen soll. "Legt die Waffen nieder", sagt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am Palmsonntag zum Ende eines Gottesdienstes vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom. "Lasst eine Waffenruhe an Ostern beginnen. Aber nicht, um aufzurüsten und den Kampf wieder aufzunehmen, sondern eine Waffenruhe, um durch echte Verhandlungen Frieden zu schaffen."

Papst Franziskus begrüßte vor kurzem ukrainische Flüchtlinge.

Papst Franziskus begrüßte vor kurzem ukrainische Flüchtlinge.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

+++ 12:16 Russland will Wirtschaft mit mehr Geld stabilisieren +++
Die russische Regierung teilt mit, den Reservefonds zur Stabilisierung der Wirtschaft aufzustocken. Gut 273 Milliarden Rubel - umgerechnet 3,23 Milliarden Euro - kämen hinzu. Die Gelder sollen eingesetzt werden, um Verwerfungen im Zuge der westlichen Sanktionen zu kontern.

+++ 11:55 Russische Großbank VTB verliert Kontrolle über Europa-Tochter +++
Die russische Großbank VTB hat der deutschen Finanzaufsichtsbehörde BaFin zufolge keine Kontrolle mehr über ihre hiesige Tochter. Das ist die Konsequenz aus dem fünften Sanktionspaket der EU gegen Russland, das gerade verhängt wurde. Die BaFin hat am Samstag der Muttergesellschaft aus Sankt Petersburg die Ausübung ihrer Stimmrechte bei der Tochter VTB Bank Europe untersagt. Das russische Geldhaus sei Teil der neuen Sanktionen. Die Tochter dürfe keine Weisungen der Muttergesellschaft mehr befolgen, so die BaFin. Die Tochtergesellschaft ist nun vollständig abgeschirmt, Einleger können weiterhin frei über ihr Geld verfügen.

+++ 11:42 Butscha: Forensiker dokumentieren Tode der Opfer aus dem Massengrab +++
Am Freitag haben ukrainische Forensiker damit begonnen, systematisch das Massengrab im Vorort Butscha auszuheben und die Todesart sowie Identitäten der dort Verscharrten festzustellen. Zunächst hatten lokale Behörden die Zahl der Leichname auf etwa 70 geschätzt. Inzwischen rechnet man damit, auf etwa 150 Begrabene zu stoßen. Viele Menschen, die Angehörige verloren haben, begleiten die Arbeiten, um womöglich deren Tod zu bestätigen. Laut eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung von Butscha verweigerten die russischen Soldaten während der Besatzung zunächst die Erlaubnis, Tote zu begraben. "Sie sagten uns, es sei noch kalt genug und darum nicht nötig", berichtet Serhiy Kaplychnyy dem britischen "Guardian". "Dann begannen die Hunde, an den Leichen zu fressen. Schließlich konnten wir die Russen überzeugen, dass ein Begräbnis aus hygienischen Gründen notwendig sei."

+++ 11:22 Melnyk fordert Verbot russischer Fahnen bei Demos +++
Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat ein Verbot russischer Fahnen und anderer staatlicher Symbole bei pro-russischen Demonstrationen in Deutschland gefordert. "Das Tragen aller offiziellen Symbole eines Aggressor-Staates - wie der russischen Fahne - müsste per Gesetz verboten werden, solange Russland diesen Vernichtungskrieg gegen die ukrainische Nation führt", sagt Melnyk. Das Zeigen der russischen Symbole habe nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit "Verherrlichung einer barbarischen Aggression" mitten in Europa. Er will darüber "sehr konkrete Gespräche" mit der Bundesregierung führen. "Wenn man mit einer russischen Fahne demonstriert, dann unterstützt man automatisch einen Staat, der einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine und unsere Zivilbevölkerung führt."

+++ 10:58 Luhansker Gouverneur: Es steht "die Hölle" bevor +++
Der Gouverneur des Gebiets Luhansk geht von einer baldigen Offensive der Russen im Osten der Ukraine aus. "Es ist eine Frage von Tagen", sagte Serhij Hajdaj der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". "Sie stellen sich an der Grenze neu auf und bombardieren uns weiter. Sie kennen keine Moral mehr: Sie machen Krankenhäuser, Schulen und Häuser dem Erdboden gleich." In den selbst ernannten "Volksrepubliken" Luhansk und Donezk haben prorussische Separatisten das Sagen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat beide im Februar als unabhängige Staaten anerkannt und danach den Überfall auf die Ukraine begonnen. Auf die Frage, was nun bevorstehe, sagt Hajdaj: "Die Hölle."

+++ 10:39 Union unterstützt Ausbau des Zivilschutzes +++
Die CDU/CSU unterstützt die Pläne der Regierung, wegen der deutlich verschlechterten Sicherheitslage in Europa den Zivilschutz in Deutschland auszubauen. Fraktionsvize Andrea Lindholz fordert zudem einen nationalen Sicherheitsrat und mehr Schutz vor Cyberattacken. "Wir müssen endlich Innenpolitik, Außenpolitik und Verteidigungspolitik zusammen denken", verlangt die CSU-Politikerin. Zivile Schutzräume seien wichtig, "aber nicht erste Priorität". Notwendig sei ein "nationaler Sicherheitsrat im Kanzleramt, der kontinuierlich und vernetzt an Deutschlands nationaler Sicherheit arbeitet". So könnten auch Cyberattacken auf kritische Infrastrukturen oder hybride Bedrohungen mittels Desinformationskampagnen in den Medien und sozialen Netzwerken "bei uns schwere Krisen auslösen".

+++ 10:22 Billie Eilish ruft Staatschefs der Welt auf, der Ukraine zu helfen +++
Die weltweite Spendenaktion #StandUpForUkraine hat mehr als zehn Milliarden Euro für ukrainische Flüchtlinge gesammelt, allein eine Milliarde stellt die EU-Kommission gemeinsam mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung bereit. Die Hilfskampagne für die ukrainischen Flüchtlinge ist von der EU und Kanada gemeinsam mit der NGO Global Citizen organisiert worden. Stars wie Elton John, Alanis Morissette, Annie Lennox und Chris Rock unterstützen die Initiative. Die Songwriterin Billie Eilish widmet ihr Lied "Your Power" der ukrainischen Bevölkerung und ruft die Staatschefs der Welt dazu auf, ihren Hilferuf zu beantworten.

+++ 09:58 Russland bestätigt Gefangenenaustausch mit Ukraine +++
Die russische Menschenrechtskommissarin Tatiana Moskalkowa bestätigt einen Gefangenenaustausch mit der Ukraine vom Samstag. Heute Morgen seien die an Russland übergebenen Personen auf russischem Boden angekommen, erklärt sie in einem Post im Internet. Unter ihnen seien vier Angestellte der staatlichen Atomenergiegesellschaft Rosatom und Soldaten.

+++ 09:42 Moderator nennt Ukrainer im russischen Fernsehen "satanische Nazis" +++
Der von der EU sanktionierte russische TV-Moderator Wladimir Solowjow hat die ukrainische Bevölkerung im Fernsehen als "satanische Nazis" bezeichnet. Ferner behauptet er, Präsident Wolodymyr Selenskyj sei gar kein Jude. Laut der US-amerikanischen Publizistin Julia Davis, Expertin für russische Medien, wird im russischen Staatsfernsehen auch offen darüber gesprochen, Generationen von Ukrainern müssten zukünftig umerzogen werden, um ihre ukrainische Vergangenheit zu vergessen. Der Rest der Bevölkerung werde sterben müssen. Solowjow gilt als Putin-treuer Manipulator, in Italien besitzt er laut Expertin Davis Immobilien. Zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine wurde er aus Rom mit einem Einreiseverbot belegt.

+++ 09:21 Russland: Haben ukrainischen Militärkonvoi zerstört +++
Russische Militärhubschrauber vom Typ KA-52 haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen ukrainischen Militärkonvoi angegriffen und zerstört. Dabei seien Waffen und militärische Ausrüstung vernichtet worden, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium. Der ukrainische Konvoi habe aus gepanzerten Fahrzeugen und Flugabwehrgerät bestanden. Ort und Zeitpunkt des Angriffes wurden nicht angegeben.

+++ 08:55 Heil: Deutsche müssen diesmal länger hilfsbereit sein +++
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat die Deutschen aufgerufen, gegenüber den Flüchtlingen aus der Ukraine eine länger andauernde Hilfsbereitschaft zu zeigen als sie es bei den syrischen Flüchtlingen 2015 getan haben. "Die Großherzigkeit muss diesmal länger tragen als ein paar Monate", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". "Dieser Krieg kann noch sehr lange dauern. Darauf müssen wir uns als Gesellschaft einstellen." Eine erneute Spaltung der Gesellschaft wegen der Aufnahme vieler tausend Geflüchteter will Heil verhindern und verspricht einen "robusten Arbeitsmarkt".

+++ 08:39 CDU-Außenexperte fordert Scholz zu Kiew-Reise auf +++
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat Bundeskanzler Olaf Scholz aufgefordert, wie andere westliche Politikerinnen und Politiker in die Ukraine zu reisen. "Ich wünsche mir, dass auch unser Bundeskanzler diesem Beispiel folgt und sich vor Ort ein Bild macht", sagte der Unions-Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages dem "Handelsblatt". Deutschland solle "seine so wichtige Scharnierfunktion in Europa ausfüllen und bei der Unterstützung der Ukraine, der Bewältigung der Krise und dem erforderlichen Erlassen von Maßnahmen, die hoffentlich zum Kriegsende führen, vorangehen". In den vergangenen zwei Tagen reisten der britische Premierminister Boris Johnson, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und der österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer nach Kiew.

+++ 08:18 Großbritannien: Russland rekrutiert Exsoldaten, um Verluste bei Truppen auszugleichen +++
Russland versucht, die zunehmenden Verluste seiner Invasionstruppen durch Soldaten auszugleichen, die seit 2012 aus dem Militärdienst entlassen wurden. Zu dieser Erkenntnis kommt der britische Militärgeheimdienst, wie das Verteidigungsministerium aus seinem regelmäßig veröffentlichten Bulletin auf Twitter mitteilt. Das Militär bemühe sich, seine Kampfkraft zu stärken. Dazu gehöre auch der Versuch, Rekruten aus der von Russland gestützten und international nicht anerkannten Region Transnistrien im Osten der Republik Moldau zu gewinnen. Moldau grenzt im Westen an das EU-Mitglied Rumänien und im Osten an die Ukraine. Das kleine arme Land hat zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen.

+++ 07:59 Behörden: Weiteres Massengrab nahe Kiew gefunden +++
Erneut ist in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein Massengrab mit Dutzenden toten Zivilisten entdeckt worden. Das Grab sei am Samstag im Dorf Busowa gefunden worden, sagt Taras Didytsch, der Vorsteher der Gemeinde Dmytriwka, zu der Busowa und weitere umliegende Dörfer gehören, dem ukrainischen Fernsehen. Die Leichen hätten in einem Graben in der Nähe einer Tankstelle gelegen. Um wie viele Tote es sich handele, sei noch nicht klar. Busowa stand wochenlang unter russischer Besatzung. Während der Belagerung Kiews durch russische Truppen lagen etliche Gemeinden rund um die Hauptstadt unter ständigem Beschuss - darunter Makariw, Butscha, Irpin und Dmytriwka. Nach dem Abzug der russischen Soldaten wurden bereits mehrere Massengräber und zahlreiche zivile Todesopfer gefunden.

+++ 07:39 Luhansk: Neun Züge zur Evakuierung bereit +++
Zur Evakuierung der ostukrainischen Region Luhansk stehen nach Angaben des Gouverneurs Serhij Gaidai heute neun Züge bereit. Diese könnten die Einwohnerinnen und Einwohner der belagerten Orte nutzen, um sich in Sicherheit zu bringen, schreibt Gaidai auf Telegram. Im Osten der Ukraine wird eine Offensive der russischen Truppen erwartet. Der Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Charkiw warnte am Samstag auf Twitter vor Bomben, die von den russischen Truppen per Fallschirm fallen gelassen würden.

+++ 07:16 Landesbank-Chefökonom fordert neuen Soli +++
Der Bund muss nach Ansicht des Chefvolkswirts der größten deutschen Landesbank wegen der gewaltigen Herausforderungen durch Ukraine-Krieg und Klimawandel die Steuern erhöhen. "Ich plädiere für die Wiedereinführung des Solidaritätszuschlags», sagt Moritz Kraemer, Chefökonom der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart. "Die Zeitenwende gibt es nicht zum Nulltarif." Zuletzt habe das Land nach der Deutschen Einheit solche "Herkulesaufgaben" vor sich gehabt. Die Politik müsse die Energiewende vorantreiben, um unabhängig von russischem Gas zu werden. Man müsse damit rechnen, dass sich die Wirtschaftskrise durch die Sanktionen gegen Russland verschärfe, was weitere Hilfspakete für Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher nötig machen könnte, so Kraemers Einschätzung. "Es gibt so viele Notwendigkeiten, jetzt auf einmal. Die sind alle entstanden, weil unsere Generation nicht richtig agiert hat und Antworten auf viele der gesellschaftlichen Herausforderungen verschleppt hat."

+++ 06:53 Selenskyj lobt Johnsons Führungsrolle bei Unterstützung +++
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj dankt dem britischen Premierminister Boris Johnson und dem österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer für ihre Besuche am Samstag in Kiew. Das Treffen mit Johnson zeige, dass es "keine Hindernisse für die Freiheit" gebe, sagt der Präsident in einer Videobotschaft. "Die Führungsrolle Großbritanniens bei unserer Unterstützung, insbesondere im Bereich der Verteidigung, und auch die Führungsrolle in der Sanktionspolitik - sie werden für immer in die Geschichte eingehen." Mit Johnson habe er auch über weitere finanzielle und verteidigungspolitische Hilfen für Kiew gesprochen. Der britische Premier hat angekündigt, die Sanktionen gegen Russland jede Woche zu intensivieren.

+++ 06:20 Söder bemängelt unzureichende Waffenlieferungen +++
CSU-Chef Markus Söder dringt auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung liefere bisher eher unzureichendes Material. "Die beste Form, der Ukraine zu helfen und die unmenschlichen Gräueltaten zu beenden, sind mehr und schnellere Waffenlieferungen", sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Sonntag. "Wir müssen die besten Waffen liefern und mit unseren Nato-Partnern gleichziehen", fordert Söder. "Wir müssen die Bestände der Bundeswehr durchforsten, aber auch schauen, was die Industrie sofort liefern könnte", so der CSU-Chef. "Waffen sind der Weg der schnellen und direkten Hilfe." Die Ukraine habe den russischen Großangriff auf Kiew mit Drohnen und Panzerabwehrwaffen abgewehrt, "die vor allem von den Amerikanern bereitgestellt worden sind".

+++ 05:55 Günther fordert Debatte über Fehler in Russland-Politik der CDU +++
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther fordert eine Diskussion über Fehler in der Russland-Politik auch innerhalb der CDU. "Mit dem Wissen heute gibt es kaum jemanden, der bestreitet, dass da Fehler gemacht worden sind, und dass man zu leichtgläubig war", sagt der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Die Debatte darüber dränge sich geradezu auf. Die Hoffnungen, die damit verbunden gewesen seien, dass man mit Russland wirtschaftlichen Handel treibe und es in die internationale Politik einbinde, hätten sich nicht bestätigt. "Von daher müssen sich alle, die in der Zeit Verantwortung getragen haben - und dazu gehört auch die CDU - diesen kritischen Fragen zurecht stellen."

+++ 05:31 Ukraine will Marder wohl direkt bei Rheinmetall kaufen +++
Die Ukraine will laut "Bild am Sonntag" direkt beim Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall deutsche "Marder"-Schützenpanzer kaufen. Der Konzern plane, bis Jahresende 35 Panzer an die Ukraine auszuliefern, berichtet die Zeitung. Die ausgemusterten Panzer müssen demnach jedoch zunächst instand gesetzt werden. Rheinmetall hatte ursprünglich vorgeschlagen, dass die Bundeswehr sofort einsatzfähige "Marder" an die Ukraine liefert, und danach von Rheinmetall die reparierten Panzer bekommt. Dies lehnte das Bundesverteidigungsministerium aber unter anderem mit Verweis auf NATO-Verpflichtungen ab.

+++ 04:47 NATO plant ständige Militärpräsenz an Ostgrenzen +++
Wegen möglicher künftiger russischer Aggressionen arbeitet die NATO nach Angaben ihres Generalsekretärs Jens Stoltenberg an Plänen für eine ständige Militärpräsenz an ihren östlichen Grenzen. "Was wir jetzt sehen, ist eine neue Realität, eine neue Normalität für die europäische Sicherheit", sagt Stoltenberg der Zeitung "The Telegraph". Die NATO befände sich in einer grundlegenden Umgestaltung. Diese spiegele die langfristigen Folgen der Handlungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin wider.

+++ 03:58 Von der Leyen über Besuch in Butscha: "Keine Worte für solchen Grauen" +++
"Zutiefst beklemmend" sei ihr Besuch im Kiewer Vorort Butscha gewesen, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in den ARD-"Tagesthemen". Sie war am Freitag mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und dem slowakischen Regierungschef Eduard Heger nach Kiew gereist. In Butscha nahmen sie ein Massengrab in Augenschein. Sie habe auch "ausgebombte Autos" gesehen und "Wohnhäuser, die einfach wahllos zerschossen worden sind". Für ein solches "Grauen, dafür findet man eigentlich keine Worte", so von der Leyen.

+++ 03:18 Selenskyj dringt auf Ölembargo: "Russland spürt das" +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt seine Forderung nach einem Importstopp von Öl aus Russland. "Wenn die Tyrannei eine Aggression gegen alles gestartet hat, worauf der Frieden in Europa ruht, müssen wir sofort handeln", sagt er in seiner jüngsten Videoansprache. Ein Öl-Embargo müsse der erste Schritt der "gesamten zivilisierten Welt" sein. "Dann wird Russland das spüren. Dann wird es für sie ein Argument sein, den Frieden zu suchen, die sinnlose Gewalt zu beenden", sagt Selenskyj. Die demokratische Welt könne definitiv auf russisches Öl verzichten.

+++ 02:50 Lübecks Polizei stoppt pro-russischen Autokorso +++
Die Polizei in Lübeck hat am Samstag einen Autokorso gestoppt, weil Teilnehmer den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine demonstrativ billigten. Es seien auch Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet worden, teilt die Polizei mit. Eigentlich hatte die Demonstration mit Bezug auf den Krieg in der Ukraine unter dem Motto "Gegen den Hass!", stattgefunden. Etwa 150 Menschen hatten sich dazu am Nachmittag versammelt und nach einer Auftaktkundgebung den Korso aus 60 Fahrzeugen gestartet. Einsatzkräfte schlossen wegen Auflagenverstößen und wegen "des Verdachts der Begehung von Straftaten" vier Teilnehmer von der Versammlung aus und erstatteten Strafanzeigen.

+++ 02:01 Ukraine will vor Präsidententreffen Verhandlungsposition verbessern +++
Die Ukraine rechnet nicht damit, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj bald persönlich mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin über ein Ende des Krieges verhandelt. "Zu sagen, dass sie sich in einer Woche, in zwei Wochen treffen werden - nein, das wird so nicht passieren", sagt Präsidentenberater Mychajlo Podoljak im ukrainischen Fernsehen. Kiew bereite sich zunächst auf Kämpfe im Donbass vor. Danach habe die Ukraine "eine stärkere Verhandlungsposition" für ein mögliches Präsidententreffen. Die Ukraine bestehe weiter auf starke Sicherheitsgarantien und zahle dafür einen sehr hohen Preis, meint Podoljak. "Aber Russland muss sich von seinen imperialen Illusionen befreien." Wie lange dies dauern werde, spiele keine Rolle.

+++ 01:36 Berlusconi "zutiefst enttäuscht" über Putin +++
Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi übt zum ersten Mal öffentlich Kritik an am russischen Präsidenten Wladimir Putin, den er jahrelang als guten Freund bezeichnet hatte. "Ich kann und will nicht verhehlen, dass ich zutiefst enttäuscht und traurig bin über das Verhalten von Wladimir Putin", sagt Berlusconi bei einer Veranstaltung seiner Partei Forza Italia in Rom. "Ich kenne ihn seit etwa 20 Jahren und er erschien mir immer als Demokrat und Mann des Friedens", sagte Berlusconi über den russischen Präsidenten. Angesichts der "Massaker an Zivilisten in Butscha und anderen ukrainischen Orten, die echte Kriegsverbrechen sind, kann Russland seine Verantwortung nicht leugnen", fügt der 85-jährige Milliardär hinzu.

+++ 00:48 Selenskyj läuft mit Johnson durch Kiew +++
Bei seinem Besuch in der Ukraine ist der britische Premierminister Boris Johnson mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj durch die Straßen von Kiew gelaufen. Selenskyjs Büro veröffentlicht ein Video, das die beiden Politiker im weitgehend menschenleeren Stadtzentrum zeigt, offenbar bewacht von Scharfschützen und anderen Sicherheitskräften. Zu sehen ist, wie ein Mann sichtlich gerührt ist, den britischen Premierminister in der ukrainischen Hauptstadt zu treffen. "Wir brauchen Sie", sagt der Mann, worauf Johnson antwortet: "Schön, Sie kennenzulernen. Wir haben das Privileg, Ihnen zu helfen."

+++ 00:13 Ukraine stellt Handel mit Russland komplett ein +++
Die Ukraine verhängt ein komplettes Handelsembargo gegen Russland. "Das ist die juristische Verankerung der faktischen Einstellung der Handelsbeziehungen mit der Russischen Föderation vom 24. Februar", sagt Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zufolge. Die Regierung schätzt die Verluste Moskaus aus dem Boykott auf umgerechnet rund 5,5 Milliarden Euro. Ein Teil-Importstopp für russische Waren gilt bereits seit 2015. Kiew transportiert aber weiter täglich mehr als 100 Millionen Kubikmeter russischen Erdgases nach Westen.

+++ 23:30 Ukraine meldet fünf getötete Zivilisten in Donezk-Region +++
Bei russischen Angriffen in der Region Donezk sind nach ukrainischen Angaben fünf Zivilisten getötet worden. In der Stadt Wuhledar gebe es vier Todesopfer, erklärt Gouverneur Pawlo Kyrylenko bei Telegram. Ein weiterer Zivilist sei in der nahegelegenen Ortschaft Nowomychailiwka getötet worden. Nach Angaben des Gouverneurs wurden bei den Angriffen auf die beiden südöstlich von Donezk gelegenen Orte zudem fünf Menschen verletzt.

+++ 22:57 Italiens Botschaftspersonal kehrt nach Kiew zurück +++
Italien will nach Ostern seine Botschaft in Kiew wieder aufmachen. "Wir waren die letzten, die weg sind, und werden unter den ersten sein, die wieder zurückkommen", kündigt Außenminister Luigi Di Maio an. Die Italiener hatten ihre Vertretung in der ukrainischen Hauptstadt am 1. März geschlossen, Botschafter Francesco Zazo war seitdem von Lwiw aus im Einsatz. "Das ist eine weitere Geste, um unsere Unterstützung für das ukrainische Volk zu zeigen, ein konkreter Schritt, um zu unterstreichen, dass die Diplomatie Vorrang haben muss", sagt Di Maio nach Angaben der Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos.

+++ 22:25 Sicherheitsexperte Sauer kritisiert Lambrechts Aussage zu Waffenlieferungen +++
Der Sicherheitsexperte Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München zweifelt stark an der Aussage von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht, die Regierung könne Kiew kaum mehr Kriegsgerät zur Verfügung stellen, weil sonst die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gefährdet wäre. "Wenn die deutsche Landesverteidigung wirklich an ein paar Mardern zu scheitern droht", so Sauer im Gespräch mit dem "Spiegel", "dann können wir den Laden gleich ganz dicht machen". Die Diskussion um den Marder stehe für ihn "als eine Chiffre dafür, dass wir politisch nicht entscheiden und uns langfristig auf die neue Sicherheitslage in Europa einstellen wollen", beklagt Sauer. "Der Krieg wird aber höchstwahrscheinlich noch dauern und sogar intensiver werden. Wir müssen dafür planen und vorausschauend proaktiv agieren, nicht mehr nur ad hoc reagieren." Jetzt sei der Zeitpunkt, der Ukraine dabei zu helfen, "den russischen Streitkräften so viel Schaden zuzufügen wie möglich", fordert Sauer.

+++ 22:00 Moskauer Militär: Mehr als 700.000 Menschen nach Russland evakuiert +++
Mehr als 700.000 Menschen aus den Separatistengebieten Donezk und Luhansk sowie anderen Teilen der Ukraine sollen nach Militärangaben in Moskau seit dem 24. Februar nach Russland evakuiert worden sein. Allein am Samstag hätten knapp 27.000 Menschen die umkämpften Regionen Richtung Russland verlassen, sagt Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium. Aus der seit Anfang März umkämpften südukrainischen Hafenstadt Mariupol seien 134.000 Menschen gerettet worden, formuliert Misinzew. Der Agentur Tass zufolge wirft er der Kiewer Seite erneut vor, ein Flucht für bedrängte Zivilisten nur auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu ermöglichen, nicht nach Russland. Die russischen Zahlen sind nicht unabhängig zu überprüfen. Kiew wirft der Moskauer Seite hingegen vor, Flüchtlinge gegen deren Willen nach Russland zu bringen. Dies sei ein Verstoß gegen das Völkerrecht.

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Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts/AFP

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