Politik

Hunderte Soldaten im Einsatz AKK ruft militärischen Katastrophenalarm aus

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Bei Aufräumarbeiten in Hagen kommt auch der Pionierpanzer Dachs zum Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Lage nach den verheerenden Unwettern ist weiterhin dramatisch. Die Bundeswehr schickt rund 900 Soldaten in die betroffenen Gebiete. Auch Panzer und Hubschrauber sind im Einsatz. Das Verteidigungsministerium räumt den Kräften vor Ort nun mehr Befugnisse ein.

Das Verteidigungsministerium hat wegen der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer habe die Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. "Das bedeutet, dass die Entscheidungsinstanzen weit nach vorn, nämlich genau dorthin verrückt werden, wo sie gebraucht werden. Als Beispiel kann jetzt eine Verbandsführerin vor Ort entscheiden, ob der Bergepanzer, ob der militärische Lkw, ob das Stromaggregat bereitgestellt wird, wenn es denn verfügbar wird", sagte der Offizier.

"Ich denke, bei solchen Lagen ist Dezentralität ganz wichtig und auch für den Erfolg der Maßnahmen ganz ausschlaggebend." Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind rund 900 Soldaten im Einsatz, und die Zahl steige. Die Bilder aus dem Katastrophengebiet erfüllten mit Bestürzung.

Der Sprecher sagte: "Die Bundeswehr steht natürlich an der Seite der anderen Helfer, ob das THW, Feuerwehr, Polizei und andere sind." Es werde nun dafür gesorgt, bundesweit verfügbares Material für die Hilfe vor Ort zur Verfügung zu stellen. Bundesweit seien alle Kräfte angewiesen, nötiges Großgerät verfügbar zu machen.

Die Bundesregierung wollte den Ablauf der Katastrophenhilfe, bei der die Bundesländer und Landkreise die Führung haben, nicht bewerten. Angesichts der dramatischen Lage in den überfluteten Gebieten sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um über mögliche Änderungen der Kompetenzen für die Katastrophenhilfe zu sprechen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz.

Sie fügte hinzu: "Welche Schlüsse möglicherweise irgendwann aus den aktuellen Ereignissen zu ziehen sind, wird sich zeigen." Jetzt gehe es erst einmal darum, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Der Bund hat im Katastrophenschutz in Friedenszeiten keine unmittelbaren Zuständigkeiten, kann aber auf Anforderung der Länder mit Einsatzkräften und Material helfen.

Rettung per Hubschrauber

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz helfen derzeit rund 900 Soldatinnen und Soldaten. Die Rettung von Menschenleben stehe dabei im Vordergrund, die Bundeswehr unterstütze aber auch mit "helfenden Händen" und Material, teilte die Streitkräftebasis in Bonn mit. Zum Einsatz kommen etwa Hubschrauber, Räumpanzer, Krankenwagen, Boote, Truppentransport-Panzer und eine Fähre.

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Landeskommandos in Düsseldorf allein 645 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. In Stolberg bei Aachen hilft die Bundeswehr mit zwei Räumpanzern und einem Rettungshubschrauber. Mit sieben Fahrzeugen unterstützt sie die Evakuierung von Stadtteilen von Rheinbach und stellt Unterkünfte in der Region bereit. Panzer helfen auch beim Freiräumen von Straßen in Hagen.

In Euskirchen stellt die Bundeswehr eine Turnhalle als Notunterkunft zur Verfügung. Feldbetten und Decken werden für Mechernich bereitgestellt. Die Stadt Leverkusen wird beim Befüllen von Sandsäcken unterstützt. Der Sprecher des Landeskommandos NRW, Stefan Heydt, rechnete damit, dass die Bundeswehr auch in Erftstadt mit anpacken wird.

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Im Raum Bitburg unterstützt die Bundeswehr den Bewohnern mit Sanitätskräften und "helfenden Händen". In der besonders stark betroffen Region Ahrweiler wurden Menschen per Hubschrauber von Hausdächern gerettet. Auch Fahrzeuge, die durch hohes Wasser fahren können, kommen zum Einsatz.

In Cochem/Mosel unterstützen Kräfte der Bundeswehr beim Errichten von Hochwasserschilden. "Die Bundeswehr ist an der Seite der Deutschen, wenn sie uns brauchen", erklärte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis. Man werde den Menschen zu helfen, "so lange es nötig ist".

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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