Politik

"Es gibt andere Krisenmanager" AKK schließt weitere Merkel-Kandidatur aus

Aus Sicht von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer ist es ein "ganz großes Glück", in der aktuellen Krise eine Bundeskanzlerin wie Angela Merkel zu haben. Dennoch sagt es mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst 2021, es gebe auch andere Krisenmanager in Deutschland.

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat es ausgeschlossen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der Corona-Pandemie doch noch einmal antreten könnte. "Wir haben in Deutschland auch andere Krisenmanager und Krisenmanagerinnen", sagte Kramp-Karrenbauer ntv. "Deswegen bin ich mir ganz sicher, dass sie ihre persönliche Lebensplanung durchziehen kann und wir danach auch Menschen haben, die Deutschland weiter gut führen können."

Zugleich sagte AKK, es sei ein "ganz großes Glück", in der aktuellen Situation eine Bundeskanzlerin zu haben, die "in einer solchen Krise eben auch so agiert, wie sie agiert, und einen kühlen Kopf behält".

"Zu viele Verschwörungstheorien"

Im "Frühstart" von ntv bezog Kramp-Karrenbauer auch erstmals Position zur Debatte um den Parteitag und die Äußerungen Ex-Fraktionschef Friedrich Merz. Nach der Entscheidung für die Verschiebung des Parteitags hatte Merz, der für den CDU-Vorsitz kandidiert, davon gesprochen, dass "Teile des Partei-Establishments" ihn verhindern wollten.

Nachdem Merz diese Äußerungen getätigt habe, "haben mich viele Reaktionen von Mitgliedern des Bundesvorstands erreicht - im Übrigen auch Anhänger von Friedrich Merz -, die sich schon in ihrer Ehre auch gekränkt gefühlt haben, dass man ihnen so etwas unterstellt", sagte Kramp-Karrenbauer. "Für meinen Geschmack gibt es zurzeit überhaupt viel zu viele Verschwörungstheorien, die in Deutschland unterwegs sind."

Kramp-Karrenbauer sagte, sie kenne niemanden in der Partei, der Merz mit aller Kraft verhindern wolle. Man habe in der CDU ein "offenes Kandidatenrennen", das in den vergangenen Monaten "sehr fair" gelaufen sei. "Da ist es wichtig, dass wir einen kühlen Kopf bewahren, und dass wir in der Partei beieinanderbleiben", so die CDU-Vorsitzende.

Ähnlich äußerte sich am Freitag der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans bei ntv: "Meine Bitte wäre wirklich an meine Partei: Wir müssen jetzt auch den Anstand bewahren im Umgang miteinander, denn das bedeutet eben auch Führungsstärke in so einer Krise."

Vorzugsweise Parteitag mit Präsenz

Es sei "keinem leichtgefallen", den Parteitag zu verschieben, sagte Kramp-Karrenbauer. Allerdings sei diese Verschiebung "verglichen mit der Existenzfrage vieler anderer Menschen" eine überschaubare Frage, die man lösen könne. Vor allem sei es "kein Entscheidungskriterium, welcher Kandidat sich welches Datum wünscht".

Zur Frage, wann genau der Parteitag nun stattfinde, sagte sie: "Je schneller die Klarheit da ist, umso besser ist es. Vorzugsweise in einem Parteitag, an dem wir uns auch körperlich sehen." Bei einem digitalen Parteitag habe man möglicherweise keine "Rechtssicherheit" für die Wahl des Vorstands. Die Briefwahl sei "das letzte Mittel".

Quelle: ntv.de, psc