Politik

Hunderttausende gehen AOK verlieren Mitglieder

Nach den teils drastischen Beitragserhöhungen zu Jahresbeginn haben Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) laut Zeitungsberichten hunderttausende Mitglieder verloren. "Insgesamt dürfte die Zahl der Kündigungen bislang etwas unterhalb der letzten großen Abwanderungsbewegung im Jahr 2003 liegen", sagte der Chef der AOK Baden-Württemberg, Rolf Hoberg, dem "Handelsblatt". Damals hatten dem Bericht zufolge rund 300.000 Versicherte dem AOK-System mit seinen rund 18 Millionen Mitgliedern den Rücken gekehrt.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet von mindestens 100.000 Kündigungen bis Ende Januar. Manche Insider rechneten den Verlust auf insgesamt 500.000 Mitglieder hoch. Besonders betroffen sei die AOK Rheinland-Pfalz. Nach Schätzungen sollen zwischen 16.000 und 40.000 Mitglieder seit Januar ihrer Kasse den Rücken gekehrt haben, weil diese den Beitrag um 1,6 Prozentpunkte auf 16,4 Prozent des Bruttolohnes angehoben hat. Dabei ist der Sonderbeitrag von 0,9 Prozentpunkten eingerechnet, den nur Arbeitnehmer zahlen.

Im Schnitt stieg der Satz für AOK-Versicherte seit Jahresbeginn um 0,8 Prozentpunkte, für alle Versicherte legte er um 0,6 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent zu. Die AOK mussten deshalb stärker erhöhen, weil sie viele Alte, Kranke und Arbeitslose versichern. Auch die größte deutsche Kasse, die Barmer Ersatzkasse, verliere Mitglieder, wenn auch weniger.

Weitere Kündigungen würden erwartet, wenn auch die Beiträge für Rentner steigen: Möglicherweise steigt die Abwanderungswelle bei der AOK in den nächsten Wochen weiter an, da erst mit zweimonatiger Verzögerung die Sätze für Rentner steigen. Wie es hieß, könnte das für die AOK problematisch werden, weil sie für Rentner hohe Zuzahlungen aus dem Finanzausgleich der Kassen erhalten, die dann wegfielen.

Quelle: ntv.de