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Trump soll vermitteln Abe bietet Kim Treffen an

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Trump und Abe haben bei ihrem Treffen unter anderem die Lieferung von F35-Kampfflugzeugen vereinbart.

(Foto: REUTERS)

Japans Ministerpräsident Abe will endlich mit Nordkorea ins Reine kommen und sich dazu persönlich mit Machthaber Kim treffen. Dabei soll es um die Japaner gehen, die Nordkorea entführt hat, um Spione auszubilden. Ob es dazu kommt, ist fraglich, denn bisher zeigt Kim wenig Interesse.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un erneut ein Gipfeltreffen angeboten. US-Präsident Donald Trump habe einem solchen Treffen zugestimmt, sagte Abe nach Gesprächen mit Trump in Tokio. "Ich muss den Vorsitzenden Kim persönlich treffen", erklärte der Ministerpräsident, der einen "offenen Meinungsaustausch" ohne Vorbedingungen in Aussicht stellte. Trump habe ihm seine "uneingeschränkte Unterstützung" für ein Treffen mit Kim zugesichert.

Japan fühlt sich von Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm bedroht und hatte in der Vergangenheit eine harte Linie gegen das Land verfolgt. Zuletzt hatte sich Abe jedoch offen für einen Gipfel gezeigt. Kim zeigte bisher allerdings kaum Interesse.

Abe räumte ein, dass es bisher "keinen konkreten Plan" für ein Treffen mit Kim gebe. Ein Gipfel mit Kim sei aber der einzige Weg, um das Problem nach Nordkorea verschleppter Japaner zu lösen. In den 70er und 80er Jahren hatte Nordkorea nach japanischer Darstellung dutzende Japaner entführen lassen, um sie bei der Ausbildung seiner Spione einzusetzen. Für viele Japaner sind diese Entführungen ein emotionales Thema, das die Beziehungen zwischen beiden Ländern seit langem belastet.

Trump nennt Kim "klugen Mann"

Trump hofft im Atomstreit mit Nordkorea auf ein Einlenken Kim Jong Uns. Kim sei "ein sehr kluger Mann", sagte der US-Präsident bei einer Pressekonferenz mit Shinzo Abe. Kim wisse, dass mit Atomwaffen "nur Schlechtes passieren kann". "Er verstehe das gut", fügte der US-Präsident hinzu. Kim wisse, dass sein Land ein enormes wirtschaftliches Potenzial habe und, dass die Atomwaffen der wirtschaftlichen Entwicklung im Wege stehen. "Wir hoffen gemeinsam, dass Kim die Möglichkeit nutzen wird, sein Land durch Denuklearisierung zu transformieren", sagte Trump.

Trump hatte bereits vor der Pressekonferenz mit Abe versöhnliche Töne gegenüber Nordkorea angeschlagen: Es gebe "großen Respekt" zwischen den USA und Nordkorea, er gehe von "vielen guten Sachen" aus. Bereits am Sonntag hatte er betont, er habe weiter "Vertrauen" in Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Das Land habe "einige kleine Waffen" abgefeuert, was ihn aber nicht beunruhigt habe.

Nordkorea hatte Anfang Mai mit zwei Raketentests innerhalb einer Woche scharfe internationale Kritik ausgelöst. Experten gehen davon aus, dass Pjöngjang mit den Abschüssen Druck auf die USA in den festgefahrenen Gesprächen zum Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals ausüben möchte.

Trump Nationaler Sicherheitsberater John Bolton hatte zuvor gesagt, die jüngsten Kurzstreckenraketentests Nordkoreas verletzten "zweifelsohne" UN-Resolutionen. Dennoch sei Washington weiterhin zu Gesprächen bereit. Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums hatte Bolton daraufhin laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA als "menschlichen Makel" bezeichnet, der aus dem Weg geräumt werden müsse.

Bei ihrem Treffen vereinbarten Trump und Abe die Lieferung von 105 F35-Kampfflugzeugen an Japan, wie der US-Präsident bekannt gab. Damit werde Japan dann die "größte F35-Flotte" aller US-Verbündeten haben.

Trump will keinen Regimewechsel im Iran

Trump sprach bei seinem Japan-Besuch auch den Streit mit dem Iran an. "Wir streben keinen Führungswechsel an, wir streben an, dass es keine Atomwaffen gibt", sagte Trump. Er fügte hinzu, dass er mit "einem Deal" mit Teheran rechne. Vergangene Woche hatte Trump dem Iran noch mit Vernichtung gedroht. Die US-Regierung hatte in den vergangenen Wochen wiederholt vor einer akuten "Bedrohung" für ihre Truppen in der Region gewarnt.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Unter Verweis auf die "Bedrohung" durch den Iran hatte die US-Regierung Anfang Mai einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Golfregion verlegt. Zudem verschärfte sie die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen. Zuletzt entsendeten die USA zusätzliche Soldaten in die Region.

Die USA waren vor einem Jahr aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatten neue Sanktionen verhängt. Der Iran erklärte seinerseits am Jahrestag des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen, bestimmte Bestimmungen des Deals nicht mehr einzuhalten.

Quelle: n-tv.de, cam/AFP/dpa

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