Duell-Ablehnung mit SeitenhiebAlice Weidel gibt Wagenknecht-Partei eine Abfuhr

Das BSW schlägt den AfD-Chefs zwei Duelle zwischen Alice Weidel und Sahra Wagenknecht auf Marktplätzen im "Osten der Republik" vor. Doch daraus wird nichts, die AfD winkt vorerst ab. Auf die Zurückweisung reagiert das BSW äußerst enttäuscht.
AfD-Chefin Alice Weidel hat dem BSW-Vorschlag für "Duelle" bei gemeinsamen Wahlkampfveranstaltungen eine Absage erteilt. Als AfD stehe man selbstverständlich für einen Dialog und einen demokratischen Austausch und nehme den Vorstoß grundsätzlich positiv auf, teilte Weidels Sprecher Daniel Tapp auch unter Verweis auf vergleichbare Positionen von AfD und BSW beim Thema Ukraine mit.
"Letztlich ist aber jede wahlwerbende Partei für ihren Wahlkampf selbst verantwortlich", fügte er hinzu. Das BSW stehe vor der Herausforderung, die Fünf-Prozent-Hürde bei den kommenden Landtagswahlen zu überspringen. Für den Fall, dass dem BSW der Einzug in die Landtage gelinge, signalisierte die AfD Gesprächsbereitschaft. "Sollte es das erreichen, ist die AfD selbstverständlich zu Gesprächen bereit", sagte Tapp mit einem süffisant anmutenden Seitenhieb.
Deutlich ablehnender äußerte sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah. "Das BSW will nun also von der AfD vor dem verdienten Untergang gerettet werden. Wir sollten ihm diesen Gefallen nicht tun", sagte Krah The Pioneer.
BSW-Chefin Mohamed Ali sagte auf Nachfrage vor Journalisten, sie finde das enttäuschend und nicht überraschend. "Ich hab' befürchtet, dass sie sich nicht trauen wird, aber ich find' das auch entlarvend". BSW-Generalsekretär Oliver Ruhnert sagte: "Dass Alice Weidel kneift, ist unsouverän. Viele Wähler im Osten hätte ein solches Duell ganz sicher interessiert." Als BSW bleibe man offen für inhaltliche Debatten und bedauere diese Absage sehr.
"Frau Weidel kneift und hat Angst"
"Frau Weidel kneift und hat Angst, ein Duell mit Sahra Wagenknecht zu verlieren", sagte BSW-Chef Fabio de Masi dem "Spiegel". Es sei "unsouverän, den Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ein spannendes Duell zu verwehren".
In einem Brief an die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla hatten Mohamed Ali, ihr Co-Chef Fabio De Masi und Ruhnert den Vorschlag für gemeinsame Auftritte "jenseits der bekannten Wahlformate" gemacht: "Eine kontroverse Debatte auf einem großen Marktplatz im Osten der Republik zwischen den bekanntesten Gesichtern zweier Parteien, die aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft werden. Sie, Alice Weidel, gegen Sahra Wagenknecht."
"Duelle mit Hin- und Rückspiel"
Konkret schlug die BSW-Spitze "zwei Duelle mit Hin- und Rückspiel" vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September vor, eins in Magdeburg und eins in Schwerin. Auf diesen Vorschlag ging Weidels Sprecher nun aber nicht konkret ein.
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern findet dies am 20. September statt. Jüngsten Umfragen zufolge könnte das BSW in Mecklenburg-Vorpommern erstmals einziehen, in Sachsen-Anhalt lag die Partei zuletzt unter der Fünf-Prozent-Hürde.